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ST.GALLEN: Kurz vor der Theater-Abstimmung: Verwaltungsrat verlängert mit Jonas Knecht bis 2022

Noch steht nicht fest, ob das Theater St.Gallen saniert und umgebaut wird. Das hält den Verwaltungsrat nicht davon ab, den Vertrag mit Schauspieldirektor Jonas Knecht noch vor der Abstimmung am Sonntag um drei Jahre bis Sommer 2022 zu verlängern.
Hansruedi Kugler
Schaut zuversichtlich auf die nächsten Spielzeiten: Jonas Knecht mitten in der Bühnentechnik des Theaters St. Gallen. (Bild: Benjamin Manser)

Schaut zuversichtlich auf die nächsten Spielzeiten: Jonas Knecht mitten in der Bühnentechnik des Theaters St. Gallen. (Bild: Benjamin Manser)

Schauspieldirektor ist ein stressiger Job: Gestern Vormittag hat Jonas Knecht Regie geführt beim Filmdreh für «Lugano Paradiso», die nächste Theaterpremiere am 22. März, welche den Schweizer Geheimdienst und die Fichen- affäre in einen aktuellen Kontext stellt. Am Nachmittag wird Knecht wegen der Co-Produktion im Kinok und im Kunst- museum vorbeischauen und danach im Tonstudio des Theaters am Sound für dieses Stück arbeiten. Abends schaut er sich im Figurentheater das Jugendstück «Krieg – stell dir vor, er wäre hier» im Rahmen des von ihm mitinitiierten Jungspund-Festivals an. Dazwischen bleibt kaum Zeit: Ein Brötli essen, Briefe und E-Mails beantworten, Konzepte und Texte schreiben – und am Telefon den Medien erklären, dass er sich über die Vertragsverlängerung am Theater St. Gallen freut. Der gestrige Arbeitstag von Jonas Knecht zeigt auch exemplarisch sein Theaterverständnis auf: Film, Musik, Kunst, Tanz, Theater gehören für ihn zusammen. Sie sollen mit Formenvielfalt Gegenwartsthemen auf die Bühne bringen. Das sieht der Verwaltungsrat offenbar gerne. Er habe einstimmig die Vertragsverlängerung um weitere drei Jahre bis Ende Juli 2022 beschlossen, gab er gestern bekannt.

«Bloss eine künstlerische Handschrift wäre zu wenig»

Die Verlängerung garantiere «die Kontinuität eines künstlerisch hochstehenden Spielplans», betont Urs Rüegsegger, Verwaltungsratspräsident der Genossenschaft Konzert und Theater St. Gallen. Der Geschäftsführende Direktor Werner Signer fügt an: «Nebst seinem beherzten Engagement öffnet Jonas Knecht neue Sichtweisen und pflegt in unserem Theater und darüber hinaus eine tolle Vernetzung.» In seinen Produktionen setzt Knecht Mitglieder des Tanzensembles ein und arbeitet wie beim Jungspund-Festival mit anderen Institutionen zusammen. Wichtig dabei sei, dass Jonas Knecht eine breite Schicht Theaterinteressierter anspreche, sagt Werner Signer. «Bloss eine einzige künstlerische Handschrift wäre zu wenig.» Dass Knecht mit seinem Stil polarisiert, weiss der Theaterdirektor: «Er zaubert sicher keine Wohlfühloase. Das soll er auch nicht. Solche Diskussionen sind gewünscht.» Immerhin: Die aktuellen Publikumszahlen sprechen für Knecht: Seine eigene «Räuber»-Inszenierung lag im Januar mit deutlich über 80 Prozent Auslastung weit über der Vorgabe. Die beträgt nämlich über alle Sparten und über drei Jahre hinweg 75 Prozent. Jonas Knechts Enthusiasmus jedenfalls scheint intakt: Mit Produktionen wie «Am Boden» oder «Das Schweigen der Schweiz» waren packende Gegenwartsthemen mit ganz verschiedenen Theatersprachen zu sehen. Nachdenklich gestimmt habe ihn hingegen die teilweise Ablehnung dieser neuen Sprachen in anderen Inszenierungen. «Vielleicht sind wir etwas zu forsch vorgegangen», sagt er selbstkritisch. «Es ist eine Annäherung, die noch nicht abgeschlossen ist. Mein Ziel ist deshalb eine bessere Ausgewogenheit der Stilmittel.»

Jungspund spornt an für weitere Jugendstücke

Über den Erfolg des Jungspund-Festivals mit über 80 Prozent Auslastung freue er sich enorm, sagt Jonas Knecht. Die Lücke zwischen Kinder- und Erwachsenentheater zu füllen, sei ihm ein grosses Anliegen. Knecht verspricht: «Nächste Spielzeit gibt es sicher wieder ein Jugendstück im Theater St. Gallen.» Ebenfalls eine Fortsetzung erlebt der Theater-Container. Dieser werde nächste Saison eine Reise durch den Kanton unternehmen, sagt Knecht.

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