ST.GALLEN: Kunstmuseum: Umbau mit Verspätung

Im November wird im Osten der Stadt St.Gallen das neue Naturmuseum eröffnet. Ab dann würde es am bisherigen Standort eigentlich mehr Platz für die Kunst geben. Der Umbau soll aber erst 2021 starten.

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Mit der gemeinsamen Nutzung als Natur- und Kunstmuseum ist es in diesem Gebäude in St.Gallen bald vorbei. (Bild: Archiv/Urs Jaudas)

Mit der gemeinsamen Nutzung als Natur- und Kunstmuseum ist es in diesem Gebäude in St.Gallen bald vorbei. (Bild: Archiv/Urs Jaudas)

ST.GALLEN. Auf den 11. November 2016 ist die Eröffnung des neuen Naturmuseums im Osten der Stadt St.Gallen angekündigt. Spätestens dann wird es im neoklassizistischen Gebäude am Rand des Stadtparks vorbei sein mit der gemeinsamen Nutzung als Kunst− und Naturmuseum: Sie war bereits bei der Eröffnung 1877 vom Architekten Johann Christoph Kunkler vorgesehen gewesen.

Doppelte Ausstellungsfläche
Mit dem Auszug des Naturmuseums werden Räumlichkeiten im Parterre sowie das ganze Untergeschoss frei, in dem bisher unter anderem Saurierskelette, ein ausgestopfter Dachs zum Streicheln oder Ameisenkulturen präsentiert wurden. Die Ausstellungsfläche für die Kunst dürfte sich in etwa verdoppeln.

Einen nahtlosen Übergang wird es aber nicht geben. Ein grösserer Umbau des Museums ist zwar schon länger angekündigt. Doch der lässt auf sich warten: Nach aktuellem Planungsstand werde der Baukredit 2020 dem Stadtparlament unterbreitet, erklärte Stadtpräsident Thomas Scheitlin (FDP) gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Baubeginn wäre dann 2021.

Räume in Beschlag nehmen
Zu den Kosten gibt es erste Zahlen: Derzeit gehe man von einem Bruttokredit von 18,2 Mio. Franken aus, teilte der Stadtpräsident mit. Vorgesehen sei, dass sich der Kanton mit 9 Mio. Franken beteilige. Was passiert aber bei diesem Fahrplan in den nächsten fünf Jahren mit den Räumlichkeiten, in denen bisher das Naturmuseum ausstellte? "Wir werden sie sofort in Beschlag nehmen", sagt Roland Wäspe, Direktor des Kunstmuseums.

Im Parterre wird nach einer kleinen Renovation ab dem 16. Dezember ein Teil der Sammlung ausgestellt. Im Untergeschoss ist ab Januar eine Ausstellung geplant, die den Übergang von der alten zur neuen Nutzung thematisiert: So wird der Künstler unter anderem ausgestopfte Tiere inszenieren. "Ein Kunst-Naturmuseum", umschreibt Wäspe das Konzept.

Für die lange Zwischenphase bis zum geplanten Umbau hat die Stadt dem Kunstmuseum eine Erhöhung der Mittel bewilligt, weil der Aufwand für den Alleinbetrieb höher ist. Damit zeichnet sich ein längeres Provisorium ab: Es werde nun Ausstellungen geben, die in einem normalen Museum nicht möglich seien, kündigt der Direktor des Kunstmuseums an. (sda)