ST.GALLEN: Keine Narrenfreiheit für Hofläden

Das St.Galler Amt für Verbraucherschutz hat eine Zusammenstellung von Regelungen für Verkäufe ab Hof veröffentlicht. Die gesetzlichen Auflagen seien sowohl bei Produzenten als auch bei Konsumenten «weitgehend unbekannt».

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Spargel in einem Hofladen: Wer das Gemüse verkauft, muss es erst von Erde befreien. (Bild: STEFFEN SCHMIDT (KEYSTONE))

Spargel in einem Hofladen: Wer das Gemüse verkauft, muss es erst von Erde befreien. (Bild: STEFFEN SCHMIDT (KEYSTONE))

Schnittblumen, Erdbeeren zum Selberpflücken, Obst, Getränke oder sogar Fleisch - das Angebot von Nahrungs- und Genussmitteln direkt ab dem Bauernhof hat in den letzten Jahren zugenommen. Die Trends dazu heissen «Bio» und «Produkte aus der Region».

Viele Landwirte hätten eine willkommene Nische gefunden, heisst es dazu auf der Homepage des St.Galler Amtes für Verbraucherschutz. Die Konsumenten wollten sich mit der Herkunft der Lebensmittel identifizieren und sich nicht mit der anonymen Massenfertigung ihrer Nahrung zufriedengeben.

Unbekannte Vorschriften
Produktion und der Direktverkauf finden zwar in der Regel auf dem gleichen Bauernhof statt. Das bedeutet aber nicht, dass dafür keine detaillierten Regelungen gelten. Weil die Bestimmungen und Auflagen aber «weitgehend unbekannt» seien, hat das Amt für Verbraucherschutz sämtliche Erlasse gesammelt und sie in einer Zusammenstellung publiziert.

Unter anderem gibt es für Produkte, die ab Hof angeboten werden, «spezifische Kennzeichnungsvorschriften». Es braucht mengenmässige Angaben, die Zutaten müssen verzeichnet sein, verlangt wird auch die vollständige Adresse des Herstellers. Auf Allergene muss hingewiesen werden, Zusatzstoffe sollten deklariert sein.

Auf Gebinden und Packungen von Äpfeln und Birnen muss die Sorte angegeben werden. In den Erlassen wird auch festgehalten, was genau unter Obst zu verstehen ist und welche Äpfel und Birnen als Tafelobst verkauft werden dürfen: Sie sollen «frei von Fehlern sein, die den Konsumwert beeinträchtigen».

Zum Verkauf angebotenes Gemüse müsse «sauber, unversehrt, sortentypisch, normal entwickelt und erntereif sein», heisst es etwa. Kartoffeln sollten «sortenrein» und möglichst «frei von Erdbesatz» angeboten werden.

Konfitüre oder Brotaufstrich
Spezielle Regelungen gibt es auch für Konfitüre: Sie muss mindestens 50 Prozent «Gesamtzucker» enthalten. Sind es weniger, darf das Produkt nur als «Brotaufstrich» oder als «Fruchtaufstrich» verkauft werden.

Das Mischen verschiedener Fruchtsäfte ist zwar erlaubt. Bei Birnen und Trauben sei aber die Zugabe von Zuckerarten verboten. Und: Apfelsaft darf höchstens «10 Massenprozent Birnensaft» enthalten.

Die Zusammenstellung der diverse Vorschriften und Auflagen finden sich auf der Homepage des Amtes für Verbraucherschutz (www.avsv.sg.ch). (sda)