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ST.GALLEN: Kein ÖV-Knotenpunkt in St. Fiden

Die Stadt will den Bahnhof St. Fiden im Rahmen einer künftigen Entwicklung nicht zu einer Drehscheibe für den öffentlichen Verkehr ausbauen. Dieser soll auf die Achsen Rorschacher Strasse und Langgasse/St. Jakob-Strasse konzentriert werden. Neue Buslinien sind aber wahrscheinlich.
David Gadze
Der Bahnhof St. Fiden ist heute mit den VBSG-Linien 9 und 10 erschlossen. Mit der Arealentwicklung soll die ÖV-Anbindung verbessert werden. (Bild: Benjamin Manser)

Der Bahnhof St. Fiden ist heute mit den VBSG-Linien 9 und 10 erschlossen. Mit der Arealentwicklung soll die ÖV-Anbindung verbessert werden. (Bild: Benjamin Manser)

ST.GALLEN. Das Areal beim Bahnhof St. Fiden ist heute eine Brache. Dereinst soll dort jedoch ein neuer Stadtteil entstehen. In den kommenden drei Jahren erarbeitet die Stadt St. Gallen ein Zukunftsbild für das ganze Gebiet. Und zwar nicht nur für für das Kerngebiet rund um den Bahnhof, sondern auch für die angrenzenden Quartiere bis zur Rorschacher Strasse und zur Langgasse. Die Planung kostet rund 1,5 Millionen Franken (siehe Tagblatt vom 10. und vom 12. Mai).

Konzentration auf Hauptachsen

Bei der Beratung des Geschäfts im Stadtparlament hatten Ratsmitglieder verschiedener Fraktionen gefordert, den Bahnhof St. Fiden zu einem eigentlichen «ÖV-Hub» zu machen. Daraus wird jedoch voraussichtlich nichts. Denn der Stadtrat schreibt in der Vorlage, «dass eine Konzentration auf die bestehenden historischen Achsen mit einer verkehrlichen und städtebaulichen Stärkung insgesamt mehr Vorteile bietet als ein gross angelegter Ausbau des Bahnhofs St. Fiden als S-Bahn- beziehungsweise ÖV-Bus-Drehscheibe». Doch warum beantwortet der Stadtrat diese Frage bereits jetzt abschliessend, während sämtliche anderen offenen Punkte erst im Rahmen der Planung geklärt werden?

Umsteigeknoten an Endpunkten

Diesen Vorentscheid hätten Stadtrat und Regierung gemeinsam aufgrund einer Studie zum dritten Agglomerationsprogramm St. Gallen-Bodensee getroffen, sagt Florian Kessler, Leiter des Stadtplanungsamts. Diese habe gezeigt, dass es zweckmässiger sei, den öffentlichen Verkehr auf die historischen Achsen Rorschacher Strasse und Langgasse/St. Jakob-Strasse zu konzentrieren, als den Bahnhof St. Fiden zu einem «ÖV-Hub» auszubauen. Der Busverkehr aus östlicher Richtung komme grösstenteils über diese beiden Achsen in die Stadt, auch der öffentliche Verkehr. «Deshalb erachten wir es als sinnvoller, die Endpunkte dieser beiden Achsen allenfalls langfristig zu Umsteigeknoten auszubauen und die Feinverteilung bis ins Stadtzentrum über die beiden Achsen sicherzustellen, als beispielsweise Postautos bis zum Bahnhof St. Fiden zu führen», sagt Kessler. Aus diesem Grund werde auch die Idee eines Bushofs auf einem überdachten Teil der Gleise momentan nicht weiterverfolgt.

Ob dereinst Trams oder Busse diese Feinverteilung übernehmen werden und wo sich diese Endpunkte beziehungsweise Umsteigeknoten befinden könnten, sei jetzt noch nicht definiert. Im Rahmen des dritten Agglomerationsprogramms (2019 bis 2022) will die Stadt jedoch die beiden Achsen für den öffentlichen Verkehr der Zukunft rüsten (Tagblatt vom 19. Mai) und entsprechend schrittweise umgestalten.

Bahnhof besser an öV anbinden

Die heutige Verbindung des Stadtzentrums und des Bahnhofs St. Fiden durch das städtische Busnetz ist ungenügend. Der Bahnhof wird heute durch die beiden VBSG-Linien 9 und 10 erschlossen, die im 20- beziehungsweise 30-Minuten-Takt fahren und im Falle der Linie 9 noch den halben Rosenberg befahren.

Die Anbindung des Bahnhofs St. Fiden ans städtische Busnetz müsse abgestimmt auf die künftige Entwicklung zwingend verbessert werden, antwortet Kessler auf die Frage, ob es nicht eine verpasste Chance sei, auf einen ÖV-Knotenpunkt beim Bahnhof zu verzichten. Dasselbe gelte auch für die Querverbindung zwischen den beiden Hauptachsen. «Die Erreichbarkeit ist für die künftige Entwicklung zentral. Entsprechend erwarten wir, dass in der Planung diesbezüglich Lösungen aufgezeigt werden.»

Fernverkehrszüge weiterführen?

Immer wieder kommt auch der Vorschlag aufs Tapet, die Fernverkehrszüge aus Zürich bis St. Fiden weiterzuführen, statt am Hauptbahnhof enden zu lassen. Florian Kessler bezeichnet diese Idee als «grosse Chance für die Arealentwicklung». Auch fänden diesbezüglich Gespräche zwischen dem Stadtplanungsamt und dem kantonalen Amt für öffentlichen Verkehr statt.

Nur: Der Bahnhof St. Fiden erfüllt derzeit nicht die Anforderungen für Fernverkehrszüge. Und auch im Zuge der Erneuerung, die bis spätestens 2023 erfolgen muss, sei nicht vorgesehen, ihn entsprechend auszubauen, sagt Kessler. Weiter ist eine Verlängerung des Fernverkehrs derzeit in keinem SBB-Ausbauprogramm enthalten. «Offen bleibt, wie der Fernverkehr, der heute in St. Gallen endet, dereinst ausgebaut wird.»

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