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ST.GALLEN: Junge Familien wohnen lieber auf dem Land als in der Stadt St.Gallen

Die Zahl der Einwohner der Stadt St.Gallen ist im vergangenen Jahr um 177 zurückgegangen. Der Stadtrat ist nicht beunruhigt. Er lässt jetzt aber eine Wohnbaustatistik erstellen.
Daniel Wirth
Den Traum vom Eigenheim verwirklichen sich junge Familien in den Nachbargemeinden der Stadt. (Bild: Benjamin Manser (Abtwil, 19. Februar 2017))

Den Traum vom Eigenheim verwirklichen sich junge Familien in den Nachbargemeinden der Stadt. (Bild: Benjamin Manser (Abtwil, 19. Februar 2017))

Daniel Wirth

daniel.wirth@tagblatt.ch

Ende 2017 zählte die Stadt St.Gallen 79154 Einwohnerinnen und Einwohner; das waren 0,2 Prozent weniger als Ende Vorjahr. 2017 war das dritte in Folge, in dem mehr Personen weg- als zugezogen sind. Der Stadtrat hat diesen anhaltenden Trend zum Anlass genommen, die Einwohnerzahlen über den Zeitraum 2008 bis 2016 quantitativ analysieren zu lassen. Das Resultat liegt nun in der Broschüre "Stadt Statistik aktuell" vor, die den Titel "Wer zieht in die Stadt St.Gallen, wer zieht weg?" trägt. Auffallend ist, dass die Stadt St.Gallen im untersuchten Zeitraum gegenüber der Region, zu der gemäss Definition der kantonalen Fachstelle für Statistik der gesamte Kanton Appenzell Ausserrhoden zählt, einen negativen Wanderungssaldo aufweist – der sich 2015, 2016 und im vergangenen Jahr akzentuiert hat.

Die meisten Einwohnerinnen und Einwohner verliert die Stadt an die Ausserrhoder Nachbargemeinden Teufen und Speicher sowie an Wittenbach und Gaiserwald. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass aussergewöhnlich ganz junge St. Gallerinnen und St. Galler in die nahe Region wegziehen; Kleinkinder bis 4 Jahre (52 Prozent) und Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 18. Mit ihnen ziehen freilich auch die Eltern fort. "Bei jungen Familien ist der Wunsch nach einem Eigenheim am grössten", sagt Stadtpräsident Thomas Scheitlin. Dieser lasse sich aber auf Stadtgebiet nur schwer verwirklichen. Der Stadtrat ist sich dieser Problematik gemäss Scheitlin bewusst. Eines der Ziele des Stadtrats für die Legislatur 2017–2020 sei denn auch das Erarbeiten einer aussagekräftigen Statistik über Wohnbau in der Stadt St.Gallen.

Im Grünen Ring leben und in der Stadt arbeiten

Scheitlin verweist auch auf eine sogenannte "Wanderungsbefragung", mit der die Stadt im Jahr 2010 die kantonale Fachstelle für Statistik beauftragt hatte. Dort gab jeder dritte Wegziehende mit Kindern an, wegen des Wohnraumangebotes umzuziehen. "Der Trend, im Grünen zu wohnen und in der Stadt zu arbeiten, setzt sich bei jungen Familien fort", sagt der Stadtpräsident.

2014, nach sechs Jahren mit einem kontinuierlichen Bevölkerungszuwachs, schien es nur noch eine Frage der Zeit, bis St. Gallen die Marke von 80000 Einwohnerinnen und Einwohnern knackt. Dies zu schaffen, ist zwar kein aktuelles Legislaturziel. Aber in Anbetracht der regen Bautätigkeit in der Stadt meint Scheitlin, dass diese Marke längerfristig das Ziel bleiben dürfe.

Von 2008 bis 2016 verzeichnete die Stadt St. Gallen einen Wanderungsgewinn von insgesamt 3350 Einwohnerinnen und Einwohnern. Mit dem seit 2015 festgestellten Wanderungsverlust sank 2017 die Einwohnerzahl (–177). Von den Ende 2017 hier lebenden Personen zählen 74771 zur ständigen Wohnbevölkerung; sie haben den Hauptwohnsitz in der Stadt. Zur weiteren Wohnbevölkerung gehören 3383 Personen mit Nebenwohnsitz in St. Gallen (Wochenaufenthalter) und rund 1000 Personen ohne dauerhafte Aufenthaltsbewilligung in der Stadt wohnen.

In den Jahren 2008 bis 2016 bildeten ledige Personen im Alter zwischen 19 und 29 Jahren in der Stadt St. Gallen die grösste Gruppe von Zuziehenden. Gemäss Communiqué der städtischen Fachstelle für Bevölkerungsdienste spiegelt sich darin die Rolle St.Gallens als Hochschulstandort. Die 19- bis 29-Jährigen seien ohnehin die mobilste Altersgruppe und hätten zweieinhalb mal öfters einen Migrationshintergrund wie die Gesamtbevölkerung der Stadt St.Gallen.

Am meisten Zuzüge aus Deutschland

Der Wanderungsgewinn in den Jahren 2008 bis 2016 geht grösstenteils auf Zuzüge aus dem Ausland zurück, wobei die deutschen Staatsangehörigen die grösste Gruppe der Zuziehenden ausmachten. Bei den Herkunfts- und Zielgebieten in der Schweiz verzeichnet die Stadt St. Gallen in der Summe Wanderungsverluste. Allerdings: Es gibt regionale Unterschiede. Gegenüber st. gallischen Gebieten ausserhalb der unmittelbaren Region hat die Stadt zwar im gesamten Zeitraum 2008 bis 2016 einen positiven Wanderungssaldo. Sie übt damit gemäss Scheitlin innerhalb des Kantons eine konstante Anziehungskraft aus. Dieser Saldo reiche jedoch zahlenmässig nicht aus, um die Abwanderung in die Nachbargemeinden und in den Kanton Zürich auszugleichen.

Gut die Hälfte der Abwanderung von St.Gallen in den Kanton Zürich geht in die Städte Winterthur und Zürich. Dies hat mit dem dortigen Bildungsangebot und dem Stellenmarkt zu tun.

Unterschiede zeigt die aktuelle Wanderungsstatistik auch bei den drei Stadtkreisen. Während der Kreis Centrum am wenigsten gewachsen ist, stechen im Kreis West die Quartiere Winklen-Nord, Winkeln-Süd, Bruggen-Zürcher Strasse und Moos-Waldacker-Lerchenfeld positiv hervor, und im Kreis Ost die beiden Quartiere Rotmonten und Achslen-Wilen - dort wurde gebaut.

www.statistik.stadt.sg.ch

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