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ST.GALLEN: Immer mehr grüne Tonnen

Seit einem Jahr hat die Stadt St. Gallen eine Grünabfuhr und bedient aktuell knapp 6000 Haushalte. Abonnenten sind vor allem Einfamilienhaus-Besitzer, während die grossen Liegenschaftsverwaltungen weiter zögern. Einzelne steigen aber bald um.
Roger Berhalter
Einmal pro Woche – am Tag der Kehrichtabfuhr – sammeln Mitarbeiter der städtischen Entsorgung das Grüngut ein. (Bild: Ralph Ribi)

Einmal pro Woche – am Tag der Kehrichtabfuhr – sammeln Mitarbeiter der städtischen Entsorgung das Grüngut ein. (Bild: Ralph Ribi)

Roger Berhalter

roger.berhalter

@tagblatt.ch

Langsam, aber sicher gehören sie zum Stadtbild. Die grünen Container, die einmal pro Woche neben den Kehrichtsäcken an der Strasse stehen. Anfang 2017 fuhr zum ersten Mal das neue Sammelfahrzeug für Grüngut durch die Stadt. Die St. Galler Grünabfuhr kam im Vergleich zu anderen Gemeinden spät, dafür ist sie umfassender als vielerorts. Gesammelt werden nicht nur Garten-, sondern auch Küchenabfälle, und geleert wird jede Woche, im Sommer und im Winter.

Jetzt ist die St. Galler Grünabfuhr ins zweite Betriebsjahr gestartet. «Wir sind guter Dinge», sagt Christian Helbig, der bei Entsorgung St. Gallen für die Grünabfuhr zuständig ist. Die Abozahlen steigen, und aktuell sind knapp 1500 Container in der Stadt verteilt sowie knapp 6000 Haushalte an die Grünabfuhr angeschlossen (siehe Infokasten). Insgesamt warfen die St. Gallerinnen und St. Galler im vergangenen Jahr 980 Tonnen Grünabfall in die Tonne. Soviel lieferte die Stadt an die Vergärungsanlage der Axpo Compogas in Niederuzwil, wo das Grüngut zu Biogas wird. «Wir haben eine etwas höhere Menge erwartet», sagt Helbig. Prognosen mit konkreten Zahlen seien aber schwer zu erstellen, weil es sich um ein neues Angebot handle.

Die 1000-Tonnen-Marke knacken

Schon jetzt zeichne sich ab, dass der Januar im Vergleich zum Vorjahr viel besser laufe. Im Januar 2017, beim Start der Grünabfuhr, seien nur zwölf Tonnen Abfälle zusammengekommen. Im aktuellen Monat, ein Jahr danach, sei es schon ein Mehrfaches davon. Helbig ist deshalb zuversichtlich, dieses Jahr die 1000-Tonnen-Marke zu knacken.

Bisher machen vor allem Einfamilienhausbesitzer mit. Das zeigt auch die geografische Verteilung der Abos. In Rotmonten, Bruggen, St. Georgen und im Riethüsli sind besonders viele grüne Container im Einsatz. In den östlichen Quartieren und in der Altstadt hingegen sind die Abonnenten dünner gesät. Christian Helbig weist aber darauf hin, dass beispielsweise auch in der Lachen die Zahl der Abonnenten steige. Dafür verantwortlich sei einerseits Mund-zu-Mund-Propaganda, anderseits aber auch die Grüngutberaterin der Stadt, die bei Liegenschaftsbesitzern regelmässig nachhake, ob sie an einem Abo interessiert seien.

Länger dauert es laut Helbig, die grossen Liegenschaftsverwaltungen zu überzeugen. «Die meisten haben schon eine Lösung, um die Grünabfälle ihrer Liegenschaften zu entsorgen, beispielsweise in Zusammenarbeit mit einer Gartenbaufirma.» Doch immer mehr Mieter würden auf die Grünabfuhr aufmerksam. «Deshalb nimmt die Nachfrage von Hausverwaltungen laufend zu», sagt Helbig. Er erwähnt ein aktuelles Beispiel: Soeben prüfe ein Liegenschaftsverwalter, wie er mehrere grössere Mehrfamilienhäuser an die Grünabfuhr anschliessen könnte. Helbig geht auch davon aus, dass das städtische Liegenschaftenamt bald mitmachen wird. Das ist derzeit noch nicht der Fall – ein Umstand, den verschiedene Stadtparlamentarier in einem aktuellen politischen Vorstoss kritisieren (Ausgabe vom 14.12.).

Kaum Plastik in der Grüntonne

Was Helbig im Rückblick auf das erste Betriebsjahr besonders freut, ist die Sammeldisziplin der Abonnenten. Nur 155 Mal mussten die Mitarbeiter der Grüngutabfuhr einen Container stehen lassen, weil sich Plastik oder anderes Fremdmaterial darin befand – und dies bei insgesamt 42 000 Leerungen. «Da muss ich den St. Gallerinnen und St. Gallern ein Kränzlein winden. Das Grüngut, das wir an die Vergärungsanlage liefern, ist von guter Qualität», sagt Helbig.

Das Sammelfahrzeug kann laut Helbig die aktuellen Mengen gut bewältigen. Bisher ist erst ein Fahrzeug im Einsatz, obwohl das Stadtparlament den Kredit für ein Zweites längst bewilligt hat. Man wolle das Fahrzeug aber erst dann bestellen, wenn man diesen Bedarf gut begründen könne. «Das erste Betriebsjahr ist noch nicht sehr aussagekräftig», sagt Helbig. Erst Ende 2018 werde die Stadt Bilanz ziehen und allenfalls Anpassungen vornehmen. Eine Idee sei, die Container künftig im Sommer wöchentlich (statt zweiwöchentlich oder monatlich) zu reinigen. Vorerst bleibt bei der Grünabfuhr aber alles so wie im ersten Jahr.

www.grüngutbesser.ch

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