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ST.GALLEN: Hosenlupf ums Eidgenössische

St. Gallen bewirbt sich um die Austragung des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests 2025. Konkurrenz gibt es nicht nur direkt aus Glarus und Schaffhausen – auch im Linthgebiet gibt's Böse.
Daniel Wirth
Nöldi Forrer (oben), Schwingerkönig 2001 und Rekord-Kranzgewinner, unterstützt das Projekt für ein Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest 2025 in der Stadt St. Gallen. (Bild: Urs Bucher (Schwägalp, 14. August 2016))

Nöldi Forrer (oben), Schwingerkönig 2001 und Rekord-Kranzgewinner, unterstützt das Projekt für ein Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest 2025 in der Stadt St. Gallen. (Bild: Urs Bucher (Schwägalp, 14. August 2016))

ST.GALLEN. 2025 ist der Nordostschweizer Schwingerverband (NOSV) wieder an der Reihe mit der Austragung des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes. Es bewerben sich St. Gallen, Glarus und Schaffhausen. Wer den Zuschlag bekommt, entscheidet die Delegiertenversammlung des Eidgenössischen Schwingerverbandes im Jahr 2021. Sowohl Glarus als auch St. Gallen haben eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben mit dem Resultat: An beiden Orten ist die Ausrichtung des grössten Sportanlasses des Landes möglich. So weit, so gut.

Wer nun aber denkt, die Glarner machten sich für ihre Kandidatur stark und die St. Galler geschlossen für die ihre, sieht sich getäuscht. Es gibt zwar keine Glarner, welche die Kandidatur St. Gallens unterstützten, umgekehrt hingegen schon: Markus Schwizer, Gemeindepräsident von Kaltbrunn und Präsident der Region Zürichsee-Linth (RZL), macht sich öffentlich und medial stark für ein Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest (ESAF) auf dem Flugplatz Mollis im Kanton Glarus. «Die Machbarkeitsprüfung hat ergeben, dass Mollis mit seiner Infrastruktur und seinem Umfeld für die Durchführung dieses Anlasses geradezu prädestiniert ist», sagte Markus Schwizer im Frühling gegenüber der Online-Ausgabe der «Südostschweiz». Der Anlass werde eine markante Ausstrahlung auf die Region Zürichsee-Linth haben, sei die RZL überzeugt.

Bei Landsitzung der Regierung nachgedoppelt

Im September hielt die St. Galler Regierung ihre traditionelle Landsitzung im Linthgebiet ab. Auch dort nutzte der Kaltbrunner CVP-Gemeindepräsident die Gelegenheit, unmissverständlich mitzuteilen, wie sich er und die Region Zürichsee-Linth zum Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2025 positionieren: «Die Region hat einstimmig beschlossen, dass wir die Kandidatur des Glarnerlandes mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen werden», sagte Schwizer ohne Umschweife direkt an die Adresse der Regierung. Die «Südostschweiz» transportierte das wörtlich so.

Das ist brisant. Denn die St. Galler Regierung sprach dem Verein ESAF SG2025 einen Beitrag von 150 000 Franken aus dem Sport-Toto-Fonds. Mit diesem Geld wurde auch die Machbarkeitsprüfung der Fachhochschule St. Gallen bezahlt. Präsident des Vereins ESAF SG2025 ist SVP-Kantonsrat Michael Götte. Er hat kein Verständnis für das Engagement Markus Schwizers für ein Eidgenössisches im Kanton Glarus, wie er auf Anfrage sagt. Gleich wenig Verständnis für Schwizers Haltung hat Regierungsrat Stefan Kölliker. Der St. Galler Bildungsdirektor und Sportminister ist Schirmherr der Kandidatur St. Gallens für das ESAF. Er habe eine klare Haltung, sagt Kölliker. Wenn sich eine st. gallische Region für die Durchführung eines Grossanlasses bewerbe, sei es stossend, wenn sich ein St. Galler Gemeindepräsident für die Kandidatur eines anderen Kantons einsetze.

Linthgebiet geschlossen für Kandidatur aus Glarus

Markus Schwizer ist der Ansicht, ein Eidgenössisches auf dem Flugplatz Mollis stärke die Identität der Region Zürichsee-Linth über die Kantonsgrenze hinaus, wie er gegenüber dem Tagblatt sagt. Die neun St. Galler Gemeindepräsidenten der Region hätten den Entscheid für Glarus einstimmig gefällt. Und zudem unterstützten auch der Schwingerverband Rapperswil-Jona und Umgebung und der Tourismus im Linthgebiet ein Eidgenössisches in Mollis, betont Schwizer.

Budget von gegen 30 Millionen Franken

Im November will eine Delegation des Vereins ESAF SG2025 das Gespräch mit dem Kaltbrunner Gemeindepräsidenten suchen. Das ist ganz im Sinne von Regierungsrat Kölliker: «Wir sollten unsere Kräfte bündeln.» Geht es nach ihm, soll das Eidgenössische 2025 auf dem Breitfeld bei St. Gallen stattfinden.

Ein Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest ist eine grosse Kiste: Mit seinen 53 000 Sitzplätzen wird ein Stadion aufgebaut, das temporär das grösste der Schweiz sein wird. Gerechnet wird mit 250 000 Besuchern. Das Budget bewegt sich zwischen 25 und 30 Millionen. Das letzte Eidgenössische in der Ostschweiz fand 2010 in Frauenfeld statt.

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