ST.GALLEN: Höhere Tarife für Pflegeheime und Spitex vorgeschlagen

Die St.Galler Regierung hat die bisherigen Erfahrungen mit der 2011 eingeführten Pflegefinanzierung ausgewertet. Die vorberatende Kommission schlägt vor, alternative Pflege– und Betreuungsangebote zu stärken. Höhere Beiträge an Pflegeheime und Spitex werden geprüft.

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Die Kosten der St.Galler Spitexorganisationen sind im interkantonalen Vergleich zu tief. (Bild: Michaela Rohrer)

Die Kosten der St.Galler Spitexorganisationen sind im interkantonalen Vergleich zu tief. (Bild: Michaela Rohrer)

Vor sechs Jahre musste im Kanton St.Gallen nach den Vorgaben des Bundes in kürzester Zeit eine neue Pflegefinanzierung eingeführt werden. Nun sind die Erfahrungen damit ausgewertet worden. Die Regierung hat dazu einen Bericht verfasst, die vorberatene Kommission des Kantonsrats hat ihn beraten.

Zu den Themen, die für Diskussionen sorgten, gehörten die Höchstansätze bei den Pflegetarifen, die seit der Einführung nicht mehr angepasst wurden. Die Evaluation zeige auf, dass diese Ansätze mittlerweile teilweise zu tief seien und zu Unterdeckungen führten, teilte die Kommission am Dienstag mit.

Kosten nicht mehr gedeckt

Dabei lägen die Kosten der St.Galler Pflegeheime und Spitexorganisationen im interkantonalen Vergleich tief. Trotzdem seien die Vollkosten durch die maximalen Tarife nicht mehr immer gedeckt. Eine Erhöhung scheine auch deshalb nicht ausgeschlossen, weil die Belastung der Gemeinden in den letzten Jahren tiefer ausgefallen sei als erwartetet.

Die Kommission sieht dabei aber auch den Bund in der Pflicht. Die Mehrkosten könnten nicht nur durch die Gemeinden getragen werden. Auch die Krankenversicherer müssten einen Teil beisteuern. Dies müsse aber der Bundesrat entscheiden.

Alternative Angebote stärken

Die Kommission hat sich auch mit alternativen Angeboten wie Betreutes Wohnen oder Tagesstätten für Betagte beschäftigt. Dort gebe es allerdings Finanzierungsprobleme. Es gehe dabei vor allem um die Deckung von Serviceleistungen bei Personen, die über zu wenig finanzielle Mittel verfügten und auf Ergänzungsleistungen angewiesen seien.

Die Kommission wolle Heimeintritte verhindern, «die allein durch Finanzierungsschwierigkeiten beim Betreuten Wohnen provoziert werden», heisst es in der Mitteilung. (sda)

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