ST.GALLEN: Hiltibold trifft Goliath

Anita Zimmermann und Marianne Rinderknecht eröffnen heute zwei Vitrinen für aktuelles Kunstschaffen. Ein Weggefährte von Gallus steht dem Projekt Pate.

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«Hiltibold kommt»: Anita Zimmermann, eine der Initiantinnen der neuen Kunstvitrinen in der Goliathgasse. (Bild: Tonia Bergamin)

«Hiltibold kommt»: Anita Zimmermann, eine der Initiantinnen der neuen Kunstvitrinen in der Goliathgasse. (Bild: Tonia Bergamin)

In der Altstadt gibt es einen neuen Brunnen. Er schmiegt sich in eine Nische in der Mauer zwischen Magnihalden und Goliathgasse. Gut möglich, dass er bald einmal den Namen Hiltibold-Brunnen erhält. Denn er ist Teil eines neuen Projekts der St.Galler Künstlerinnen Anita Zimmermann und Marianne Rinderknecht, das eben diesen Namen trägt: Hiltibold.

Dieser Hiltibold war ein Gefährte von Gallus. Er soll Zeuge der Begegnung zwischen Gallus und dem Bären gewesen sein, und weil das Wildtier Gallus gehorchte wie ein Lämmlein, ahnte er, dass es mit diesem Gallus etwas Besonderes auf sich haben müsse. Nun wird Hiltibold zum Symbol für eine Zeugenschaft anderer Art. In zwei in die Mauer eingelassenen Vitrinen zu beiden Seiten des Brunnens lassen Zimmermann und Rinderknecht alle drei Wochen zwei Künstlerinnen oder Künstler aktuelle Arbeiten zeigen. «Das soll sein wie eine Zeitung, in der man lesen kann, welcher Künstler gerade was macht», erklärt Anita Zimmermann. Der Kunst und den Künstlern Raum zu geben, das ist eines ihrer zentralen Anliegen, das im Sommer 2015 auch hinter dem Projekt «Geiler Block» stand.

Hiltibold wurde in Zusammenarbeit mit der städtischen Fachstelle für Kultur und der städtischen Denkmalpflege realisiert. Aus zwei bisher mit Blechtüren gesicherten Werkzeugdepots des Tiefbauamts wird damit ein Kunstort. Er wird morgen mit Ansprachen und einer Performance der Initiantinnen eingeweiht, ab Januar folgen sich dann im Dreiwochenrhythmus die Kleinstausstellungen.

Beda Hanimann

beda.hanimann

@tagblatt.ch

Morgen Donnerstag, 18–19 Uhr www.hiltibold.ch