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ST.GALLEN: Flüchtlinge lernen in Personalrestaurant Kochen und Servieren

Die soziale Stiftung «Förderraum» betreibt seit einem halben Jahr in St. Gallen das Personalrestaurant der Spezialglas-Firma Schott (ehemals Forma Vitrum). Acht Flüchtlinge erhalten in diesem Pilotprojekt eine Ausbildung in Gastronomie.

ST.GALLEN. Die Stiftung «Förderraum» engagiert sich seit 1990 dafür, Menschen mit einem erhöhten Unterstützungsbedarf in die Gesellschaft und in die Arbeitswelt zu integrieren. Neu gehören auch Flüchtlinge aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden dazu, wie Geschäftsführerin Alma Mähr am Dienstag an einer Medienkonferenz sagte.

Seit Anfang 2016 betreibt die Stiftung das Personalrestaurant der international tätigen Firma Schott, die in St. Gallen 550 Mitarbeitende beschäftigt. Hier absolvieren Flüchtlinge während sechs Monaten eine Ausbildung in Küche und Service. Derzeit sind es acht Männer und eine Frau aus Tibet, Eritrea und Sri Lanka.

Kochen, Service, Hygiene, Deutsch
Diese Menschen hätten es sonst schwer, eine Ausbildung und einen Job zu bekommen, erklärte Mähr. Zum Arbeitstraining gehören Theoriekurse im Kochen, in Küchenarbeit, Service und Hygiene sowie praktische Mitarbeit in der Kantine. An zwei Tagen pro Woche besuchen die Flüchtlinge Deutschkurse.

Initiantin Alma Mähr zeigt sich nach einem halben Jahr sehr zufrieden mit dem Start des Projekts. «Die Gastronomie eignet sich bestens für den Einstieg in die Arbeitswelt und in unsere Kultur.» Drei Flüchtlinge hätten bereits extern feste Arbeitsplätze in der Gastronomie gefunden.

Ausbaufähig
Ähnlich sieht es Heinrich van der Wingen von der Appenzell Ausserrhoder Beratungsstelle für Flüchtlinge. «Für uns ist das ein Pilotprojekt, das wir ausbauen wollen», erklärte er. Ziel sei es, weitere Unternehmen zu finden, die den Flüchtlingen Schnuppertage, Praktika oder Arbeitsplätze anbieten.

Weil das Projekt als Ausbildung gilt, war keine behördliche Bewilligung nötig. Die Flüchtlinge erhalten keinen Lohn, dafür aber Sozialhilfe. Generell sei es für Flüchtlinge schwierig, Arbeitsbewilligungen zu bekommen, erklärte van der Wingen. Beim Bund gebe es aber Bemühungen, die heutige Bewilligungs- in eine einfachere Meldepflicht umzuwandeln.

Kantine läuft gut
Gute Noten erhält das Pilotprojekt auch vom Personalchef der Firma Schott, Jörg Kleinschmidt. Das kulinarische Angebot - dazu gehört auch ein Mal pro Woche ein Menü aus der Heimat eines Flüchtlings - habe sich klar verbessert. Seit die Stiftung Förderraum die Kantine führt, kommen laut Kleinschmidt mehr Mitarbeitende zum Essen.

Die Firma finanziert die Personalkantine mit. Bei der Arbeit im Personalrestaurant kommen die Flüchtlinge in Kontakt mit der Belegschaft. Dies fördert ihre Deutschkenntnisse und ihre Integration, wie die Verantwortlichen des Projekts betonten.

Die Stiftung «Förderraum» hat bereits Erfahrung mit ähnlichen Projekten. So führt sie in St. Gallen mehrere Personalkantinen der kantonalen Verwaltung. Beteiligt ist die Stiftung auch am Hotel Dom, das in St. Gallen seit 18 Jahren Menschen mit einer leichten Behinderung beschäftigt. (SDA)

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