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ST.GALLEN: Eine Chilbi wie vor 50 Jahren

Beat Antenen ist neuer Präsident der reaktivierten Interessen- und PR-Kommission St. Galler Jahrmärkte. In der Funktion setzt er sich für die Belange der Standbetreiber ein. Ein erster grosser Wurf soll ihm mit einer Nostalgie-Chilbi gelingen.
Elisabeth Reisp
Bahnen, wie sie früher an Jahrmärkten fuhren, wünscht sich Beat Antenen für die Nostalgie-Chilbi. (Bild: Archiv Beat Antenen)

Bahnen, wie sie früher an Jahrmärkten fuhren, wünscht sich Beat Antenen für die Nostalgie-Chilbi. (Bild: Archiv Beat Antenen)

ST.GALLEN. Die Schausteller und Standbetreiber wollen in St. Gallen gehört werden. Um ihnen eine Stimme zu geben, haben verschiedene Vertreter die Interessen- und PR-Kommission St. Galler Jahrmärkte (IPK) reaktiviert. Präsident der wiederbelebten IPK ist der St. Galler TV- und Event-Produzent Beat Antenen. Nebst der Vertretung der Schausteller hat Antenen ein weiteres Projekt, das er umsetzen möchte. Eine echte Herzensangelegenheit für ihn, der schon als Bub der Faszination Jahrmärkte erlegen ist.

Beat Antenen Präsident IPK St. Galler Jahrmärkte (Bild: pd)

Beat Antenen Präsident IPK St. Galler Jahrmärkte (Bild: pd)

Die perfekte Kulisse für Chilbi

Antenen will St. Gallen einen historischen Jahrmarkt bieten, so einen, wie er vor 50 Jahren oder mehr auf dem Spelterini-Platz stattgefunden hatte. Ein Jahrmarkt mit nostalgischen Schiessbuden, Kasperlitheater und Bahnen wie etwa die Wilde Maus oder eine Geisterbahn. Mit Orgelmusik, mit einem Wafflebeck, mit einem Zuckerwattestand. Vielleicht auch mit einer Reitschule – Hauptsache die Buden und Attraktionen sind älter als 50 Jahre. «Seit mehreren Jahren gehe ich mit dieser Idee schwanger, jetzt ist die Zeit reif, sie umzusetzen», sagt Antenen. Nächstes Jahr, von 8. bis 11. Juni, soll die Chilbi auf dem Gallusplatz stattfinden. Kaum eine Kulisse eigne sich für einen nostalgischen Anlass besser, sagt Antenen. Unterstützt wird er von Walter Schweizer, Leiter Bewilligungen der Stadtpolizei, sowie von der Klosterviertelgesellschaft und von Pro City.

Mit der Stimme von Ines Torelli

Der Juni sei nicht der ideale Monat für einen Jahrmarkt, sagt Antenen. «Im Juni bleibt es zu lange hell. Ein Jahrmarkt lebt aber gerade von den dunklen Abendstunden, wenn die Stände und Buden romantisch leuchten.» Doch die St. Galler Agenda verzeichnet besonders in den Sommermonaten wenig freie Wochenenden. Gerne hätte Antenen die Nostalgie-Chilbi zur Museumsnacht im September durchgeführt. Die Organisatoren der Museumsnacht bewiesen gemäss Antenen für seine Idee wenig Musikgehör. «Eigentlich schade, die zwei Veranstaltungen hätten sich so gut ergänzt.»

Ein Jahr hat Antenen jetzt Zeit, nostalgische Verkaufsbuden und Bahnen aufzutreiben. Er reaktiviert alte Kontakte und sucht das Gespräch mit Schaustellern. Viele Chilbi-Attraktionen sind verschollen oder lagern in den Kellern von mittlerweile hochbetagten Schaustellern. Oft haben die Attraktionen Stand- oder Lagerschäden, deren Reparatur wäre aufwendig und kostspielig. Für seinen Traum nimmt Antenen aber auch das in Kauf. Eines dieser gelagerten Relikte hat es Antenen besonders angetan. Es ist eine übergrosse Hexe, die spricht, sobald man eine Münze einwirft. Niemand geringeres als die St. Galler Kabarettistin Ines Torelli hat der Hexe die Stimme geliehen. Aber auch dieser Automat funktioniert nicht mehr.

IPK muss sich neu definieren

Die Organisation der Nostalgie-Chilbi wird Antenen in den kommenden Monaten beanspruchen. Als IPK-Präsident wird er sich aber auch für die anderen, bereits institutionalisierten Jahrmärkte einsetzen. In welcher Form dies nötig sein wird, wird der Verein erst noch festlegen. «Wir hatten erst eine Konstituierungssitzung», sagt Antenen. Die für die Jahrmärkte politisch schwierigen Zeiten sind vorbei. Wildpinkler und Vandalen waren die letzten Probleme, welche mit dem Jahrmarkt in Zusammenhang standen. Für Anwohner und Standbetreiber richtete die Stadt einen runden Tisch ein. «Dieser hat sich sehr gut etabliert, da werden wir uns von der IPK nicht einmischen.»

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