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ST.GALLEN: Ein Verdi für St. Gallen

Ab 2017 bietet Entsorgung St.Gallen eine Grünabfuhr an. Da erst 500 Abonnements verkauft sind, ist das Amt mit einem Ausstellungsstand an der Olma präsent. Dort wurde auch der Container getauft.
Kathrin Reimann
Marco Sonderegger (links) und Peter Jans taufen den Container – in Grüngutmanier mit einem Smoothie – auf den Namen Verdi. (Bild: Ralph Ribi)

Marco Sonderegger (links) und Peter Jans taufen den Container – in Grüngutmanier mit einem Smoothie – auf den Namen Verdi. (Bild: Ralph Ribi)

ST.GALLEN. Ab dem 1. Januar erhält St.Gallen etwas, das an vielen anderen Schweizer Orten längst normal ist: Dann startet auch hier die Grüngutabfuhr. Allerdings nur für diejenigen, die sich für ein Abonnement anmelden.

Momentan preist Entsorgung St.Gallen das Angebot in der Halle 1.2 an der Olma an. Der Stand ist mit Sitzsäcken, einem Cricket-Spielfeld und einer Smoothie-Bar zwar hübsch aufgemacht, allzu viele Besucher verirren sich aber nicht dorthin. Bei denen, die doch in der «alten Halle» stranden, kommt der Stand gut an, die Mitarbeiter vor Ort ernten aber auch Spott, vor allem von Auswärtigen. «Was? Das gibt es bei euch noch nicht?» oder «Wir haben das schon lange – und erst noch kostenlos» sind Sätze, die sie sich durchaus anhören müssen. Auch die 20 Franken, die pro Stromzähler zusätzlich bezahlt werden müssen – ob man ein Abo löst oder nicht – kommen nicht bei allen St.Gallern gut an.

«Es kommen aber auch Stadtbewohner mit konkreten Fragen vorbei», sagt Marco Sonderegger, Leiter Entsorgung St.Gallen. Ausserdem seien zahlreiche Abos vor Ort bestellt worden. «Wir befinden uns in einem dynamischen Prozess, und es werden wöchentlich Grüngut-Abos gelöst», sagt Sonderegger. Das Thema sei im Winter weniger präsent, die saisonale Ausbeute für den Kübel geringer und das Fahrzeug für die Abfuhr noch nicht im Einsatz. Er glaubt, dass ein Grossteil der Städter im Frühling ein Abo lösen und sich für einen der in drei Grössen erhältlichen Container entscheiden wird.

Container mit italienischem Namensvetter

Diesen Container bezeichnet Entsorgung St.Gallen als «neuen Stadtbewohner». Im Werbevideoclip hat er Augen und kommt menschlich daher. Logischerweise braucht er da auch einen Namen. Dieser wurde mittels Wettbewerb gesucht. «Aus über 100 Vorschlägen haben wir uns für Verdi entschieden», sagt Sonderegger. Am Mittwoch taufte SP-Stadtrat Peter Jans den Container mit einem Smoothie auf den Namen, den er sich mit dem berühmten italienischen Komponisten teilt.

Dass es auch Leute gibt, die eine Kostenrechnung machen und deswegen beschliessen, das Angebot nicht zu nutzen, kann sich Sonderegger als Grund für das Ausbleiben eines riesigen Ansturms vorstellen. Etwas mehr als 500 Abos wurden bisher gelöst. «Wer die Möglichkeit hat, selber zu kompostieren, fährt damit natürlich gut.» Allerdings sei die aktive Beteiligung beim Kompostieren rückläufig. «Wenn es ums Kompostieren geht, fehlt in St. Gallen eindeutig der Nachwuchs.» Deshalb sei St.Gallen auch immer mehr unter Druck geraten, ein Grüngut-Abo einzuführen, ergänzt Jans. «In vielen Quartieren fehlt die Möglichkeit zu kompostieren ganz», so Jans. «Ausserdem – würde es rein nach der Kostenfrage gehen – wäre es am günstigsten, allen Abfall gemischt in einem Sack zu sammeln», sagt Sonderegger. Doch die Ressourcen sollen getrennt werden, damit der ökologische Kreislauf geschlossen werden könne. «Dies ist ein wichtiger Schritt für die nachhaltige Zukunft der Stadt.»

Präsenz zeigen, im Gespräch bleiben

Der Leiter von Entsorgung St.Gallen betont ausserdem, dass St.Gallen den anderen Städten nur auf den ersten Blick in Sachen Grünabfuhr hinterherhinke: «Unsere umfassende Dienstleistung kann mit Reinigungsoption gewählt werden.» Auch dass man sich mit den verschiedenen Tonnen- und Preiskategorien auf unterschiedliche Kunden einstelle, sei nicht selbstverständlich. «Ausserdem ist das Angebot nirgends vollkommen kostenlos: Bei uns wird die Grundgebühr für Entsorgung pro Stromzähler um 20 Franken erhöht, Abo-, Container- und Reinigungskosten sind nach dem Verursacherprinzip verteilt.» Im schweizweiten Vergleich kämen die St. Galler auf diese Weise günstig weg.

Mit dem Stand gastierte Entsorgung St. Gallen bereits an der Offa, dort wollen sie im Frühling wieder präsent sein. «Es ist wichtig, dass wir im Gespräch bleiben und auf Wünsche aus der Bevölkerung eingehen», sagt Sonderegger, der sich für das nächste Jahr energiereiche Nahrung für die Verdis dieser Stadt wünscht.

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