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ST.GALLEN: Ein Platz mit Prater-Atmosphäre

Heute ist der Spelteriniplatz im Museumsquartier ein Parkplatz. Die Zahl der Abstellplätze soll reduziert werden. Dafür sollen Bäume gepflanzt und Sitzbänke aufgestellt werden. Das fordern Anwohner mit der Initiative «Ein Platz für alle!».
Nina Rudnicki
Der neugestaltete Spelteriniplatz mit Wasserspiel und Platz für Spaziergänger und Kinder. (Bild: Visualisierungen: IG Museumsquartier/Regula Geisser)

Der neugestaltete Spelteriniplatz mit Wasserspiel und Platz für Spaziergänger und Kinder. (Bild: Visualisierungen: IG Museumsquartier/Regula Geisser)

Bäume sollen den Spelteriniplatz umsäumen, Sitzbänke sowie eine Wasserstelle oder ein schöner Brunnen sollen zum Verweilen einladen. Das ist die Vision des Nordost-Quartiervereins und der IG Museumsquartier. Am Montagabend hat die IG der Anwohnerschaft und der Öffentlichkeit die Initiative «Ein Platz für alle!» vorgestellt. Mit einem Platz für alle sind auch wirklich alle gemeint. Das machte IG-Mitglied Röbi Mähr gleich zu Beginn der Veranstaltung klar. Weder die Parkplätze für Autofahrerinnen und Autofahrer noch der Jahrmarkt oder der Circus Knie soll vom Spelterini verschwinden. Den Initianten geht es vielmehr darum, einen Platz zu schaffen, der multifunktional genutzt werden kann.

Mit Vegetationsring

Von den Bäumen und Bänken, die den Platz umrahmen sollen, würden die Anwohner und Kinder profitieren. «Auch dem Zirkus und Jahrmarkt käme diese Umgestaltung zugute», sagte Mähr. «Auf dem Platz würde dank dem vielen Grün nämlich beinahe schon Prater-Atmosphäre herrschen.» Die Umgestaltung hätte allerdings zur Folge, dass die Zahl der Parkplätze auf dem Spelterini verkleinert würde. Die Initianten sehen diesbezüglich aber keine Probleme, da der Parkplatz seit Jahren im Schnitt lediglich zu 50 Prozent belegt sei.

Auf dem neuen Parkplatz soll es auch nur noch an einer Stelle eine Ein- und Ausfahrt für die Autos geben. Dies auf der Seite der Scheffelstrasse. Das hätte zur Folge, dass die Ausfahrt mit ihrer Barriere gleich neben dem Schulhaus wegfallen würde. Dadurch gäbe es sogar noch zusätzlichen Platz für eine Pufferzone, also einen Sicherheitsabstand vom Parkplatz zum Schulhaus hin.

Positive Signale

«Heute geht es uns vor allem darum herauszuhören, wie die Anwohner unserer Initiative gegenüber eingestellt sind», sagte Mähr. Von der Stadt seien positive Signale gekommen. Und wenn sich unter den Anwohnern kein Widerstand rege, dann würden sich die IG-Mitglieder in den kommenden Monaten ins Projekt hinein knien.

Kritische Äusserungen der rund 50 anwesenden Quartierbewohner und Interessierten gab es am Montag keine. Ein Anwohner warf lediglich die Frage auf, wie realistisch es sei, dass die Stadt eine Verkleinerung der Parkplatzzahl unterstützen werde. Dies, da sie die Bewirtschafterin des Spelterini ist und somit auch die Parkiergebühren einnimmt. «Ich weiss nur, auch die Stadt will einen schönen Platz und unterstützt unser Quartier», sagte Mähr dazu.

Vorbild in Bregenz

Bei ihrer Idee von einem multifunktionalen Platz orientieren sich die Initianten an einem bereits bestehenden Beispiel, dem Platz der Wiener Symphoniker in Bregenz. Jener Platz hat ebenfalls eine Wasserstelle in der Mitte und wird je nach Bedarf als Parkplatz, Spielplatz oder Veranstaltungsplatz beispielsweise für die Bregenzer Festspiele genutzt.

Damit sich die Anwohner vorstellen konnten, wie so ein Platz in St. Gallen aussehen könnte, haben sich die IG-Mitglieder ins Zeug gelegt. Die Architektin und Mitinitiantin Regula Geisser hat zahlreiche Visualisierungen des neuen Spelteriniplatzes dabei. Sie waren am Montagabend auf Stellwänden vor dem Primarschulhaus ausgestellt. Dort war auch ein Modell des Spelterini mit Vegetationsring und der umliegenden Häuser aufgebaut.

Nachbarn sind für Projekt

Anhand der Visualisierungen erklärte Geisser das Vorhaben, dass zusätzlich zur Umgestaltung des Spelteriniplatzes jene Querstrassen wieder geöffnet werden sollen, die aktuell als Sackgassen für Parkplätze genutzt werden. «Allerdings handelt es sich dabei nur um eine optische Öffnung. Velofahrer und Fussgänger sollen diese Strassen wieder nutzen können, für Autofahrer werden sie aber gesperrt bleiben», hielt die Architektin fest. Auch dieser Vorschlag überzeugte die Anwohnerinnen und Anwohner offenbar. Bei der konsultativen Schlussabstimmung waren alle Anwesenden für die Umgestaltung des Spelterini und die Öffnung der Strassen.

Prater-Atmosphäre: Der Spelteriniplatz mit dem Grüngürtel rund um den Jahrmarkt.

Prater-Atmosphäre: Der Spelteriniplatz mit dem Grüngürtel rund um den Jahrmarkt.

Circus Knie soll bleiben: Das Zelt des Schweizer Nationalzirkus auf dem neugestalteten Spelteriniplatz.

Circus Knie soll bleiben: Das Zelt des Schweizer Nationalzirkus auf dem neugestalteten Spelteriniplatz.

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