ST.GALLEN: Ein Haufen Ärger auf der Strasse

Brigitte Kemmann, Präsidentin des Vereins Felsenstrasse, ärgert sich seit Jahren über liegengelassene Hundehaufen an ihrer Strasse. Die Polizei hat deshalb die Anwohner angeschrieben. Doch unverbesserliche Hundehalter bleiben.

Christoph Renn
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Einige Hundehalter lassen auf der Felsenstrasse die Haufen liegen – hier immerhin in Robidog-Säcken. (Bild: Ralph Ribi)

Einige Hundehalter lassen auf der Felsenstrasse die Haufen liegen – hier immerhin in Robidog-Säcken. (Bild: Ralph Ribi)

Die Felsenstrasse oberhalb des Klosters verläuft schmal an Parkplätzen und Häusern vorbei. Links und rechts spriessen Pflanzen in hellem Grün. Der Belag der Strasse wird derzeit ausgebessert. Sie scheint wie eine normale Quartierstrasse. Doch laut Brigitte Kemmann, Präsidentin des Vereins Felsenstrasse, trügt der Schein: «Einige Hundehalter wissen sich nicht zu benehmen. Häufig lassen sie die Haufen ihrer geliebten Tiere einfach herumliegen.» Ein Problem, das sich schon seit Jahren hinziehe. «Kürzlich habe ich wieder eine Meldung einer Anwohnerin erhalten, die sagte, dass sie auf der Berneggtreppe in einen frischen Hundekot getreten sei.» Bei der Stadtpolizei weiss man vom übelriechenden Problem der Strasse: «Wir haben verschiedene Massnahmen dagegen getroffen», sagt Mediensprecher Roman Kohler.

Hundehalter angeschrieben

Seit einiger Zeit steht neu ein grüner Robidog in der Felsenstrasse. Diesen hat die Stadt als ein Instrument gegen herumliegenden Hundekot aufgestellt. «Zudem stehen mehrere normale Abfallkübel am Strassenrand», sagt Kohler. Im Notfall dürfen Hundehalter die gefüllten Robidog-Säcke auch dort entsorgen.» Auch habe die Stadtpolizei die Hundehalter angeschrieben und sie für das Thema sensibilisiert. «Mit einigen Haltern haben wir persönlich Kontakt aufgenommen.» Die Strasse werde einmal wöchentlich gereinigt. Auch der Quartierpolizist wisse von der Haufen-Problematik in der Felsenstrasse und achte bei seinen Kontrollen genauer auf Kot-Sünder – immerhin kostet ein liegengelassener Hundehaufen den in flagranti erwischten Halter 50 Franken Busse.

Die Ursache nicht behoben

Brigitte Kemmann begrüsst die Versuche der Stadt, das Problem in ihrem Quartier unter Kontrolle zu bringen. «Es liegt weniger Hundekot auf der Felsenstrasse, da auch die Stadtreinigung öfters die Strasse putzt», sagt sie. Doch gibt sich Kemmann noch nicht zufrieden. «Diese Massnahmen zeigen oberflächliche Wirkung, aber die Ursachen werden dadurch nicht behoben.» Sie fordert die Hundehalter auf, den Kot ihrer Hunde immer aufzulesen. Und sie bittet auch Passanten, die einen fehlbaren Hundehalter beobachten, diesen anzusprechen oder Meldung zu machen. «Manche haben wohl Angst, denn es handelt sich meistens um männliche Halter, die nicht immer den besten Eindruck machen», sagt Kemmann. Das Problem seien jedoch nicht die Anwohner der Felsenstrasse. Meistens seien es Hundehalter von der Teufenerstrasse, die mit ihren vierbeinigen Lieblingen durch die Felsenstrasse in die Stadt laufen.

Einzelne, nicht alle

Doch Brigitte Kemmann betont, dass sie niemals alle Hundehalter in denselben Topf werfen will. «Es sind einzelne, die sich nicht an die Regeln halten.» Dies unterstreicht Stapo-Sprecher Roman Kohler. «Auch in der Innenstadt liegen gelegentlich einzelne Hundehaufen herum. Doch ist die Stadt im grossen und ganzen sehr sauber.» Dies bestätigen auch Präsidentinnen und Präsidenten einiger Quartiervereine (QV). «Bei uns ist noch keine Meldung eingegangen. Nirgendwo ist es so sauber wie hier in der Schweiz», sagt Barbara Deuber von QV Gallusplatz. Auch Andreas Rechberger vom QV St. Georgen lobt die meisten Hundehalter für ihr vorbildliches Benehmen. «Es kommt immer wieder vor, dass ein einzelner Haufen liegen bleibt, aber ein Problem mit verschmutzten Strassen haben wir hier deswegen nicht», sagt er.

Hundekot auf Spielplätzen

Über übelriechenden Hundekot ärgert sich hingegen Alfred Mallepell vom QV Tschudiwies-Centrum, auf dessen Gebiet sich auch die Felsenstrasse befindet. «Im Gebiet um den Güterbahnhof liegen viele Haufen herum», sagt er. Da nütze auch ein Robidog nichts mehr. Eine Meldung wegen herumliegenden Kots hat kürzlich auch Pius Jud vom QV Lachen erhalten: Eine Frau hat sich bei mir beschwert, dass im Kreuzbleichepärkli viel Hundekot herum liege. Vor allem auf dem Spielplatz.» Früher hat dort eine «Hunde an die Leine»-Tafel gestanden. «Ich habe die Stadt angeschrieben und hoffe, dass sie etwas dagegen unternimmt.» Denn wer wolle seine Kinder schon zwischen Hundehaufen herumrennen lassen.

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