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ST.GALLEN: Die schönsten Bilder aus 129 Jahren Ruckhaldekurve

Mit dem Ende des Osterwochenendes verschwindet in St.Gallen ein eisenbahntechnisches Kuriosum. Die Ruckhaldekurve der Appenzeller Bahnen ist die engste Zahnradkurve der Welt. Am Montag fährt der letzte Zug über den Hang.
Reto Voneschen
Der erste Zug fuhr 1889 über die Ruckhaldekurve. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)

Der erste Zug fuhr 1889 über die Ruckhaldekurve. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)

Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: www.tagblatt.ch/epaper

Als sie gebaut wurde, war die Ruckhaldekurve eine Pioniertat. Bei einer Steigung von 90 Promille beträgt ihr Radius gerade einmal 30 Meter in der Zahnstange. Der legendäre Rank, der seit seiner Eröffnung fleissig fotografiert wurde, und der bis heute Eisenbahnfreunde aus der ganzen Welt anzieht, ist Teil des sogenannten Gaiserbähnli. Die «Strassenbahn St. Gallen–Gais», wie die Schmalspurbahn einst offiziell hiess, gehört heute zum Streckennetz der Appenzeller Bahnen (AB). Gebaut wurde sie ab 1887 von der Appenzeller Strassenbahngesellschaft. Eröffnung war am 1. Oktober 1889. 1903/04 entstand die Verlängerung von Gais nach Appenzell. 1911 wurde als Ergänzung die Linie von Gais über den Stoss nach Altstätten eröffnet.

Ein Bild vom Bau des "Gaiserbähnli": Die Lokomotive Nummer 1 "Gais" zieht einen Bauzug durch die bereits fertiggestellte Ruckhaldekurve. Die Arbeiten an der Bahnlinie St.Gallen-Gais starteten im Sommer 1888. Eingeweiht wurde die Strecke am 1. Oktober 1889. (Bild: Stadtarchiv der Stadt St.Gallen)
Ein Güterzug mit Dampflokomotive zwischen Güterbahnhof und Ruckhaldekurve. Das Bild entstand vor über 100 Jahren. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
In den1890er-Jahren keucht ein Dampfzug durch die Ruckhaldekurve. Man beachte den hintersten, offenen Ausflugswagen. Im Hintergrund ist die Burg Waldegg zu erkennen. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Um 1900 ist ein Personenzug mit Dampflokomotive in der Ruckhaldekurve in St.Gallen unterwegs. Im Hintergrund sind Güterbahnhof und Vonwilbrücke im Bau. Hinter der Brücke fehlt noch die Kirche St.Otmar. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
In der Ruckhaldekurve um 1900. Im Hintergrund die im Bau befindliche Vonwilbrücke. Dort, wo heute die Kirche St.Otmar steht, befinden sich Wiesen und Baumgärten. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Ein Personenzug ist nach 1900 mit Volldampf nach der Ruckhaldekurve bergwärts in Richtung Riethüsli unterwegs. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Das "Gaiserbähnli" in der Ruckhaldekurve. Ansichtskarte nach 1900. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Die Ruckhaldekurve war ab den 1890er-Jahren ein beliebtes Sujet für Ansichtskarten. Diese Karte ist 1905 gelaufen. Die Arbeiten am Güterbahnhof und an der Vonwilbrücke im Hintergrund scheinen abgeschlossen. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Die Ruckhaldekurve und im Hintergrund der Güterbahnhof mit der Vonwilbrücke sowie der neu gebauten St.Otmar-Kirche. Ansichtskarte nach 1908. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Die Ruckhaldekurve auf einer Ansichtskarte mit christlichem Sinnspruch in französischer Sprache. Auffällig ist im Vergleich zum ersten Bild von 1889, wie sich die Bebauung zwischen St.Leonhard und St.Otmar entwickelt hat. Im Zuge des Stickereibooms entstand hier ein für damalige Verhältnisse grossstädtisches Wohnquartier. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Eine schöne fotografische Studie mit Bauarbeitern (hinten), Zugspersonal (vorne an der Lokomotive) und zwei deutlich besser gekleideten Männern rechts vor der Lok. Die beiden könnten Aufsichtsfunktionen über die Baustelle im Hintergrund haben. Beim Bauprojekt handelt es sich um eine Verbreiterung der Teufener Strasse bei der Hochwacht. Das undatierte Bild könnte von 1913 stammen, als hier für die städtische Trambahn Platz geschaffen wurde. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Die Verbreiterung der Teufener Strasse bei der Hochwacht mit dem gleichen Bauzug und teilweise den gleichen Personen wie im vorangehenden Bild. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Eine Dampflokomotive und eine Elektromotorwagen präsentieren sich 1930 oder 1931 im winterlichen Güterbahnhof St.Gallen. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Das "Gaiserbähnli" in den frühen 1980er-Jahren in der Ruckhaldekurve. Am Gleis im Vordergrund die Hüttchen des Familiengartens Ruckhalde. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Eine Komposition des "Gaiserbähnli" bei der Hochwacht. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Ein Zug des "Gaiserbähnli" mit elektrischem Triebwagen in der Ruckhaldekurve vermutlich in den 1970er-Jahren. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Auf den Fahrplanwechsel im Dezember werden Gaiser- und Trogenerbähnli im Gaiserbahnhof in St.Gallen zusammengehängt. Dafür sind noch bauliche Massnahmen nötig. Auf dem alten Gleisfeld rechts des Bahnhofsgebäudes entstehen Abstellplätze für Autos und Zweiräder. (Bild: David Gadze - 17. Dezember 2017)
Die Eisenbahnbrücke über die Oberstrasse. Sie wird am 11. April abgebrochen und danach bis im Sommer neu gebaut. (Bild: Michel Canonica - 4. März 2015)
Ab Osterdienstag bis Anfang Oktober ist die Eisenbahnverbindung zwischen St.Gallen und Teufen unterbrochen. Ursache dafür sind Bauarbeiten unterhalb der Ruckhalde: Hier muss die Rampe und die Brücke über die Oberstrasse neu gebaut werden. Auf dem bereits auch historischen Bild fehlt die Baustelle des neuen Tunnels. (Bild: Michel Canonica - 4. März 2015)
Ab 7. Oktober verkehren die Züge zwischen St.Gallen und Teufen durch den neuen Ruckhaldetunnel. Hier ein Baustellenbild. (Bild: Michel Canonica - 22. Februar 2018)
Die Ruckhalde mit der legendären Eisenbahnkurve und im Vordergrund der Baustelle für den neuen Ruckhaldetunnel. (Bild: Benjamin Manser/Ralph Ribi - 11. Januar 2017)
Eine Komposition der Appenzeller Bahnen (AB) durchfährt die Ruckhaldekurve. (Bild: Hannes Thalmann - 29. Juni 2007)
22 Bilder

Die schönsten Bilder aus 129 Jahren Ruckhaldekurve



Nach 129 Jahren wird die Ruckhaldekurve am Ostermontag letztmals befahren. Schon am Dienstag wird sie ausser Betrieb genommen. Die Strecke vom Bahnhof St. Gallen bis nach Teufen wird bis im Herbst durch Busse bedient. Dies, weil an der St. Galler Oberstrasse eine Rampe und eine Überführung neu gebaut werden müssen. Ab 7. Oktober, wenn die Bahnlinie den Betrieb wieder aufnimmt, verkehren die Züge dann durch den neuen Ruckhaldetunnel.

Appenzeller wollten schon im 19. Jahrhundert einen Tunnel

Ob künftig mehr als alte Fotos an die St. Galler Rekordkurve erinnern werden, ist noch offen. Die Stadt klärt derzeit ab, ob Teile der Kurve allenfalls als Denkmal für die Pionierzeit der Eisenbahn erhalten bleiben können. Abgelehnt wurde bereits vor einigen Jahren der von Eisenbahnfreunden geforderte Weiterbetrieb der Kurve im Rahmen einer Touristenbahn. Dies aus Kostengründen und weil der Ruckhaldehang dereinst mit Wohnhäusern überbaut werden soll.

Der Geschichte der Ruckhaldekurve widmet ab 7./8. April auch das Museum Appenzeller Bahnen beim Bahnhof Wasserauen (www.bahnmuseum-appenzell.ch) seine erste Ausstellung in diesem Jahr. Gezeigt wird dabei allerdings nicht nur die Geschichte dieses Bahnranks. Präsentiert werden auch alte Pläne und Akten, die belegen, dass sich die Appenzeller schon in den 1870er-Jahren Überlegungen für einen Eisenbahntunnel zwischen dem Güterbahnhof und dem Riethüsli in St. Gallen gemacht hatten. Gezeigt wird zudem die schwierige Planung der oberirdischen Eisenbahnlinie über die Ruckhalde von 1872 bis 1888.

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