ST.GALLEN: Die Ruhe nach dem Sturm

Für die Bewohner des Museumsquartiers bedeutet die Olma Ausnahmezustand. Einige arrangieren sich damit, andere verreisen. Dieses Jahr blieb es im Quartier vergleichsweise ruhig.

Luca Ghiselli
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Die Olma blieb mehrheitlich friedlich. Dass mehr Wildpinkler bestraft worden sind, freut die Quartiervertreter. (Bild: Benjamin Manser)

Die Olma blieb mehrheitlich friedlich. Dass mehr Wildpinkler bestraft worden sind, freut die Quartiervertreter. (Bild: Benjamin Manser)

ST.GALLEN. Die Schausteller haben ihre Stände zusammengepackt, die letzten Lastwagen voll Messe-Material die Stadt in alle Himmelsrichtungen verlassen: Die Olma 2016 ist seit Sonntagabend Geschichte. Damit kehrt nun auch wieder Ruhe in die umliegenden Quartiere ein. Die meisten Bewohner des Museumsquartiers dürften froh sein, dass der zehntägige Ausnahmezustand vorbei ist. Robert Mähr von der IG Museumsquartier spricht von einer «vernünftigen» Durchführung der Olma und des Jahrmarkts.

Keine Vandalenakte, dafür mehr Basstöne

Dass die Stadtpolizei bei Urinieren in der Öffentlichkeit stärker durchgreift, freut Mähr. «Wir nehmen mit Genugtuung zur Kenntnis, dass Wildpinkler dieses Jahr konsequenter bestraft wurden», sagt er und verweist auf den Bericht der Stadtpolizei, der einen Zuwachs an Ordnungsbussen wegen Urinierens von über 50 Prozent (von 43 auf 66) verzeichnet. Vandalenakte blieben im Gegensatz zu den Vorjahren ganz aus. Für Ärger sorgte hingegen die Lautstärke der Festzelte auf dem Unteren Brühl. «Früher erklang mehrheitlich Live-Musik aus den Festzelten, heute werden DJs engagiert», sagt Mähr. Vor allem die Bässe seien für die Anwohner bis in die Nacht hinein hörbar gewesen. «Bei einigen haben sogar die Fenster vibriert.» Als Anwohner gebe es nur zwei Möglichkeiten, mit dem Trubel umzugehen. «Entweder man arrangiert sich damit, indem man zum Beispiel das Schlafzimmer temporär in einen Raum verlegt, der das Fenster zum Innenhof hat, oder man verreist.» Robert Mähr hält aber auch fest, dass sich Quartierbewohner kulant zeigen sollten. «Alle, die hier wohnen, wissen, was an der Olma auf sie zukommt.» Es sei schliesslich auch nur ein kleiner Anteil aller Messe-Besucher, die über die Stränge schlagen und sich im Quartier daneben benehmen.

Den runden Tisch gibt es jetzt schon bald zehn Jahre. Begonnen hat er laut Robert Mähr mit einer Aussprache zwischen der IG-Museumsquartier und der Stadtpolizei, heute versammeln sich dort rund 30 Personen, vom Marktstandbetreiber bis zum Lärmverantwortlichen der Stadt. Auch die IG Museumsquartier bringt ihre Anliegen am runden Tisch ein. «Das ist für uns ein wichtiges Instrument, um mit den Verantwortlichen in den Dialog zu treten», sagt Robert Mähr. Der runde Tisch fördere das gegenseitige Verständnis und helfe, Massnahmen zu treffen, damit der Ausnahmezustand an der Olma für die Bewohner des Museumsquartiers erträglich wird.