St.Gallen - Der Winkler-Handel

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Etwa 40 Jahre lang war Christoph Winkler der Hofjurist der Fürsteabtei. An seiner Person und seinem oft skrupellosen Wirken schaukelte sich der bäuerliche Zorn im Umland der Stadt hoch. Vor dem Hintergrund der Bauernaufstände 1525 in Deutschland liess "Dr. Winkler" verlauten, an den Bauern müsse ein Exempel statuiert und deren Rädelsführer sollten enthauptet werden. Diese Aussage brachte das Fass zum Überlaufen. Vor Winklers "Bürgli" in St. Fiden tauchten Bauernrotten aus der Gegend von Tablat und Mörschwil auf. Sie stürmten das Anwesen. Doch Winkler war vorbereitet, hatte sich mit Vorräten eingedeckt und sich in einem Hohlraum zwischen Fussboden und Kellergewölbe versteckt gehalten. Doch die Bauern stiessen mit einer Helebarde durch die Spalten im Fussboden. Ein Treffer scheuchte Winkler hervor, die Bauern fassten ihn und schleppten ihn nach Rapperswil, wo die eidgenössischen Orte zwischen der Abtei und der unzufriedenen Bauernschaft vermittelten. Dabei befanden die vier Schirmorte Winkler als unschuldig. Die Bauern mussten dieses Urteil murrend anerkennen und Schadenersatz leisten. Winkler übte sein Amt als äbtischer Advokat bis zu seinem Tod 1534 aus. (hrt)

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