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ST.GALLEN: Der Gartenabfall landet woanders

Die Stadt schliesst die fünf öffentlichen Sammelstellen für Gartenabfälle. Weil 2017 die Grünabfuhr kommt, sind sie nicht mehr nötig. In den vergangenen Jahren waren sie allerdings fast zu beliebt.
Roger Berhalter
Nur noch bis zum Dezember bleibt die Gartenabfall-Sammelstelle beim Kompostplatz Schlössli in Haggen geöffnet. (Bild: Urs Bucher)

Nur noch bis zum Dezember bleibt die Gartenabfall-Sammelstelle beim Kompostplatz Schlössli in Haggen geöffnet. (Bild: Urs Bucher)

ST.GALLEN. Die Ansage ist klar und nicht zu übersehen: «Stopp Grüngutannahme! Dieses Grüngutdepot wird ab Dezember 2016 geschlossen!», heisst es auf einer Tafel beim Kompostplatz Schlössli in Haggen. Im kommenden Jahr ist es auf dem grössten Quartierkompost der Stadt nicht mehr möglich, Gartenabfälle wie Rasenschnitt sowie Äste von Bäumen und Sträuchern zu entsorgen. Und nicht nur dort: Auch bei den Quartierkompost-Plätzen Halden, Tschudiwies, Waldau und Zil kann man ab nächstem Jahr nur noch Küchen-, jedoch keine Gartenabfälle mehr abladen. Die Stadt schliesst im Dezember alle fünf öffentlichen Gartenabfall-Sammelstellen.

Grund dafür ist die Grüngutabfuhr: Ab 2017 bietet die Stadt flächendeckend eine solche Abfuhr für Küchen- und Gartenabfälle an. Die Sammelstellen in den Quartieren sind somit nicht mehr nötig. «Es geht um die Gleichbehandlung», sagt Marianne Meili, Grüngutberaterin bei Entsorgung St. Gallen. «Wir können nicht einerseits diese kostenlosen Sammelstellen anbieten und anderseits Gebühren für die Grüngutabfuhr verlangen.» Gäbe es die Gratis-Alternative weiterhin, würde wohl kaum jemand ein Grüngut-Abo lösen.

Die Kompostbetreiber machen weiter wie bisher

Für die Quartierkompost-Plätze in der Stadt hat die Massnahme vorläufig kaum Auswirkungen. «Wir machen weiter wie bisher», betont Vreni Schwendener von der IG Schlössli-Kompostplatz in Haggen. «Die Leute können ihre Küchenabfälle weiterhin bei uns kompostieren.» Derzeit würden dies gut 300 Haushalte tun; so viele haben eine Vignette für 30 Franken für zwei Jahre gelöst. Der Kompostplatz sei gut im Quartier verankert und finanziell gut aufgestellt, dies dank des Vignetten- und Komposterde-Verkaufs. Mit diesen Einnahmen kann die IG die laufenden Kosten decken und den rund 30 ehrenamtlichen Mitgliedern jedes Jahr ein Essen spendieren.

Die neue Grüngutabfuhr der Stadt ist aber auch für Rüstabfälle und Speisereste gedacht. Künftig dürften also einige der Küchenabfälle, die heute noch auf den Quartierkompost gebracht werden, in der Grüngut-Tonne landen. «Es ist anzunehmen, dass langfristig die angelieferten Mengen auf den Quartierkompost-Plätzen zurückgehen. Wie stark, wissen wir aber nicht», sagt Marianne Meili von der Stadt. Auch Vreni Schwendener vom Kompostplatz Schlössli rechnet mit spürbaren Auswirkungen, doch könne man diese erst in einem Jahr beurteilen. Wie viele Quartierbewohner den Kompostplatz künftig noch nutzen, hänge stark davon ab, ob sich die Vermieter der benachbarten Mehrfamilienhäuser für oder gegen die Grünabfuhr entscheiden.

Innerrhödler entsorgen in St. Gallen

Die Schliessung der Gartenabfall-Sammelstellen ist unbestritten, manche Kompostbetreiber begrüssen sie sogar, weil sie sich künftig nicht mehr mit Tonnen von Gartenabfällen herumschlagen müssen. Ursprünglich waren die Sammelstellen nur für Kleinstmengen gedacht, doch sie wurden in jüngster Zeit immer mehr als günstige Entsorgungsmöglichkeit entdeckt. Die Rede ist von Hauswarten, die gleich mit dem Lieferwagen vorfuhren, um ihr Grüngut zu deponieren. Oder von Autofahrern mit Innerrhoder Kennzeichen, die verbotenerweise auf den Plätzen Halt machten, um den Kofferraum zu leeren. «Hilfe, unser Häckselplatz ist keine Deponie!», so steht es auch auf einer Tafel auf dem Kompostplatz Schlössli.

«Die angelieferten Mengen haben in den letzten Jahren stark zugenommen», sagt Marianne Meili. Seit Anfang 2013 habe die Stadt mehr als 500 Tonnen Gartenabfälle von den fünf Quartierkompost-Plätzen abtransportiert und auf Kosten der Stadt zu einer Kompostieranlage gebracht.

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