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ST.GALLEN: Der Eiertanz der FDP

Die Ausgangslage schien geklärt: Zwei Männer stehen in den Startlöchern, um die Leitung der St.Galler Freisinnigen zu übernehmen. Nun funkt eine Frau dazwischen – keine Unbekannte.
Regula Weik
Raphael Frei. (Bild: PD)

Raphael Frei. (Bild: PD)

ST.GALLEN. Sie hatte nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass sie gerne Parteipräsidentin der St.Galler Freisinnigen würde. Susanne Vincenz-Stauffacher gehörte zum Kreis der aussichtsreichen Anwärter – doch dann hatten zwei Männer die Nase vor. Vor drei Wochen teilte die Parteileitung mit: Raphael Frei, Rorschacherberg, und Urs Stillhard, Mosnang, bewerben sich ums Präsidium. Von der Abtwiler Rechtsanwältin war keine Rede mehr. Das überraschte und verärgerte manch FDP-Mitglieder. Was war geschehen? Susanne Vincenz hatte klar postuliert und erwartet, dass sich die Parteileitung hinter sie stelle – so sie denn als Kandidatin fürs Präsidium in Frage komme (Ausgaben vom 28. und 29. September).

Die Parteileitung wählte ein anderes Vorgehen: Sie beschloss, den Delegierten eine Auswahl von drei Personen zu präsentieren – ohne Gewichtung oder Priorisierung. Daraufhin schied die einzige Frau als Kandidatin aus.

Regionalpartei bringt Vincenz neu ins Rennen

In vier Tagen nun wählen die FDP-Delegierten ihre neue Rennleitung – und Susanne Vincenz ist wieder dabei im Kandidatenfeld. Dies geht aus einem Schreiben der Kantonalpartei vom Wochenende an die Mitglieder hervor. Darin ist die Rede von drei Personen, die sich fürs Präsidium bewerben: Die beiden bisherigen Kandidaten Raphael Frei und Urs Stillhard – und eben neu auch Susanne Vincenz. Die Abtwilerin zurück ins Rennen gebracht hat die Parteileitung der FDP Region St.Gallen-Gossau. Sie hat vergangene Woche mit «klarem Mehrheitsentscheid» beschlossen, Susanne Vincenz als dritte Kandidatin vorzuschlagen. Die Regionalpartei wurde aktiv, nachdem mehrere Personen – «innerhalb und ausserhalb der FDP» – ihr Bedauern über das Ausscheiden von Susanne Vincenz an sie herangetragen hätten. Daraufhin suchte die «Hauspartei» der Abtwilerin das Gespräch mit ihr – mit Erfolg.

In einer persönlichen Stellungnahme schreibt auch Susanne Vincenz von zahlreichen Rückmeldungen, die sie erhalten habe und die ihr Ausscheiden bedauert hätten. Dies und die Initiative der Regionalpartei habe sie veranlasst, eine «neue Lagebeurteilung» vorzunehmen – und sich der Wahl zu stellen.

«Uneingeschränkter Rückhalt ist unerlässlich»

Damit rückt Susanne Vincenz von ihrer eigenen Bedingung für eine Kandidatur – dem klaren Rückhalt durch die kantonale Parteileitung – ab. Sie weiss darum und hält rückblickend fest: «Ich kann nachvollziehen, dass meine Haltung teilweise auf Unverständnis gestossen ist oder sogar für Irritation gesorgt hat. Für mich war der geforderte Rückhalt zum damaligen Zeitpunkt jedoch wichtig und entscheidend.» Für ein derartiges Amt sei ein «uneingeschränkter Rückhalt unerlässlich». In der neuen Situation fühle sie sich «breit unterstützt und getragen» und stelle sich «sehr gerne und mit Überzeugung» der Wahl.

Wer von den dreien künftig an der Spitze der St.Galler Freisinnigen stehen wird, entscheiden die Delegierten am Donnerstag in Rapperswil – in geheimer Abstimmung. Dann wird sich auch zeigen, ob Raphael Frei, Urs Stillhard und Susanne Vincenz-Stauffacher noch Konkurrenz erwächst. Die Statuten der Kantonalpartei lassen es zu, dass an der Versammlung selber weitere Wahlvorschläge eingebracht werden. Der bisherige FDP-Präsident und ehemalige Banker Marc Mächler ist seit Frühsommer St.Galler Regierungsrat.

Susanne Vincenz-Stauffacher. (Bild: Mareycke Frehner)

Susanne Vincenz-Stauffacher. (Bild: Mareycke Frehner)

Urs Stillhard. (Bild: pd)

Urs Stillhard. (Bild: pd)

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