St.Gallen, das Mini-Valley

ST.GALLEN. 26 Unternehmen haben sich zu einem Verein zusammengeschlossen, um den IT-Standort St. Gallen besser zu positionieren. Und zu zeigen, dass die Stadt auch sonst «rockt».

Malolo Kessler
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Die Stadt St. Gallen: Jede zehnte Arbeitsstelle ist in der IT-Branche angesiedelt. (Bild: Ralph Ribi)

Die Stadt St. Gallen: Jede zehnte Arbeitsstelle ist in der IT-Branche angesiedelt. (Bild: Ralph Ribi)

Sie wollen ein bisschen vom «Silicon-Valley-Groove» nach St. Gallen holen. Klarstellen, dass in der Informatikbranche «keineswegs nur Nerds arbeiten, die den ganzen Tag vor dem Computer sitzen und irgendwelche Zahlen eintippen»: 26 St. Galler IT-Unternehmen haben sich zu einem Verein zusammengeschlossen, der die Branche in der Stadt stärken soll.

Nur bei der Wurst selbstbewusst

In St. Gallen gebe es eine grosse Anzahl von erfolgreichen IT-Unternehmen, sagte Vereinspräsident Hermann Arnold gestern vor den Medien. «Das ist aber zu wenig bekannt – sogar in der Informatikbranche selbst.» So hat eine Europäische Erhebung gezeigt: St. Gallen ist gemessen an seiner Einwohnerzahl nach Zürich jene Stadt in der Schweiz, die am meisten IT-Arbeitsplätze anbietet. Dennoch leidet die Branche unter einem Fachkräftemangel und der Abwanderung. «Die St. Galler sind nur beim Thema Bratwurst selbstbewusst und sonst eher zurückhaltend», sagt Martin Pulfer, Vereinsvorstandsmitglied und Leiter der Personalabteilung bei der Namics AG. Das will der IT-Verein nun mit einer breit angelegten Werbekampagne mit dem Namen «Mehr bewegen, besser leben – IT St. Gallen rockt!» ändern.

Der Startschuss für die Kampagne erfolgt am 27. November in der Lokremise mit einer öffentlichen Party. Als Hauptact hat der Verein die Band «The Young Gods» organisiert. Bereits online ist die Webseite, im Frühling ist dann eine Plakat- und Inserateaktion geplant. Auf den Plakaten zu sehen sein werden Personen aus der St. Galler IT-Branche. «Wir wollen zeigen, dass man in St. Gallen noch etwas bewegen kann und nicht wie in anderen Städten einfach ein kleines Rädchen in einem System ist», sagt Vereinspräsident Arnold, der die Haufe-umantis AG mitgegründet hat. Deshalb stelle man Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Diese werben auf den Plakaten nicht nur für ihren Job, sondern auch für die Stadt: «Bis kurz vor acht schlafen und doch rechtzeitig im Büro – das geht in St. Gallen», findet beispielsweise Pascal Zanotta von der GUS Schweiz AG.

Standortförderung macht mit

Ebenfalls für die Kampagne engagiert sich die städtische Standortförderung. Auch finanziell: Von den 500 000 Franken, die der Verein in die Werbeoffensive investiert, übernimmt die Stadt 30 Prozent. Die IT-Unternehmen seien enorm wichtig für den Wirtschaftsstandort St. Gallen, sagt Stadtpräsident Thomas Scheitlin. «Sie müssen sich einfach sichtbar machen. Deshalb unterstützt die Stadt diese Initiative.»

www.itrockt.ch, www.facebook.com/itrockt

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