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ST.GALLEN: Das letzte Stück Bahnhofbuffet

Das Erdgeschoss im Westflügel des Bahnhofgebäudes wird derzeit komplett umgebaut. Dort entsteht das neue Reisezentrum der SBB. Obwohl alles neu wird, bleiben zwei Objekte aus der Mitte des letzten Jahrhunderts erhalten.
David Gadze
Die beiden Gemälde malte Willy Koch für die erste Klasse des ehemaligen Bahnhofbuffets. Das linke Bild hängt künftig dem rechten gegenüber. (Bild: Samuel Schalch)

Die beiden Gemälde malte Willy Koch für die erste Klasse des ehemaligen Bahnhofbuffets. Das linke Bild hängt künftig dem rechten gegenüber. (Bild: Samuel Schalch)

Im Westflügel des Bahnhofgebäudes herrscht derzeit emsiges Treiben. Allerdings nicht von Bahnreisenden, sondern von Bauarbeitern. Das Erdgeschoss des 1913 nach Plänen von Alexander von Senger gestalteten Gebäudes ist mehr oder weniger ausgehöhlt. Dort, wo bis vor wenigen Monaten noch Ladengeschäfte waren, stehen nun Baumaschinen und Baumaterial. Die vielen kleinen und grösseren Läden wurden zu einem riesigen Raum vereinigt.

Mehr als 50 Jahre alte Gemälde

In den «altehrwürdigen Hallen», wie sie Mark Schaffner von SBB Immobilien anlässlich eines Baustellenrundgangs bezeichnete, ist praktisch kein Stein auf dem anderen geblieben. Bis auf die tragenden Säulen, einige Mauern und neue Betonwände, die zur Erdbebensicherheit eingebaut worden sind, ist der riesige Raum komplett leer. In rund einem halben Jahr kehrt dort wieder Leben ein: Dann eröffnen die SBB im Westflügel das neue Reisezentrum, das die heutigen Schalter in der Haupthalle ablösen wird. Zwei Objekte werden den einen oder anderen Kunden im Reisezentrum an die Vergangenheit erinnern: Die beiden Gemälde, die schon vor mehr als 50 Jahren im damaligen Bahnhofbuffet hingen.

Für das Bahnhofbuffet gemalt

Hans und Tina Kaiser, die in den 1950er-Jahren als Pächter des Bahnhofbuffets auf Hans' Vater Oskar folgten und dieses bis 1980 führten, liessen die beiden Gemälde von Willy Koch anfertigen. Auf dem einen Bild ist Maienfeld zu sehen, auf dem anderen Sion. «Willy Koch war ein Stammkunde von uns», sagt Hans Kaiser. Wie viel er und seine Frau für die Bilder bezahlt haben, weiss er nicht mehr. «Ich glaube, es waren 4000 Franken.» Kochs Bilder sind auch an anderen Orten in der Stadt zu sehen, etwa an der Fassade des Hauses «Zum Greifen» an der Gallusstrasse.

Damit kommen die beiden Gemälde künftig wieder an einem prominenten Ort zu hängen. «Ausgestellt» waren sie nämlich schon bisher. Bis zum Beginn der Umbauarbeiten hingen sie im Copyshop CPL Lautenschlager. «Es war den SBB immer wichtig, dass die Bilder der Öffentlichkeit gezeigt werden können, weshalb dies auch für den Betrieb der Geschäftsfläche vorausgesetzt wurde», sagt Reto Schärli von der SBB-Medienstelle.

Gegenüber statt nebeneinander

Nun werden die beiden Gemälde also ins neue Reisezentrum integriert. Allerdings hängen sie dann nicht mehr nebeneinander wie bisher, sondern einander gegenüber. Denn dort, wo sie heute sind, entsteht die sowohl von der Ladenpassage als auch vom Perron 1 betretbare Vorzone der neuen Schalterhalle mit Warteraum, Billettautomaten und Bildschirmen für die Anzeige der Abfahrten und Ankünfte der Züge. Die Monitore kommen an jene Wand, wo heute das linke der beiden Gemälde hängt. Dieses wird deshalb an das andere Ende des Reisezentrums verschoben.

Die Bilder zu erhalten sei keine Auflage der Denkmalpflege gewesen, sagt Schärli. Die Planung sei jedoch mit der Denkmalpflege besprochen und von dieser für gut befunden worden. «Für die SBB war immer klar, dass die Gemälde auch nach dem Umbau gezeigt werden. Die Bilder können im neuen Reisezentrum ideal plaziert und den Kunden präsentiert werden.»

25 Meter lange Schalterhalle

Im linken Bereich des Reisezentrums entsteht die rund 25 Meter lange Schalterhalle. Sie wird insgesamt neun Schalter enthalten, davon zwei für eine sitzende Beratung. Dass die Kundenschalter von der Haupthalle in den Westflügel verschoben werden, habe verschiedene Gründe, sagt Mark Schaffner: So werde die Personenunterführung West künftig wichtiger, deshalb mache es Sinn, die Schalter zwischen den beiden Unterführungen zu plazieren.

Die erste Klasse des ehemaligen Bahnhofbuffets mit den Gemälden. (Bild: Archiv Familie Kaiser)

Die erste Klasse des ehemaligen Bahnhofbuffets mit den Gemälden. (Bild: Archiv Familie Kaiser)

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