Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

ST.GALLEN: Chaos hinterm Bahnhof nervt

Die Vorfahrt hinter dem Hauptbahnhof ist seit bald fünf Jahren in Betrieb. Allerdings harzt es hier bis heute. Ein CVP-Politiker macht Verbesserungsvorschläge. Der Stadtrat will darauf aber nicht eingehen.
Reto Voneschen
Das Grundproblem mit der Vorfahrt im Bahnhof Nord: Zubringer halten auf Car- und Taxi-Standplätzen, statt dass sie die unterirdische «Kiss and Ride»-Anlage im Parkhaus daneben benutzen. (Bild: Benjamin Manser)

Das Grundproblem mit der Vorfahrt im Bahnhof Nord: Zubringer halten auf Car- und Taxi-Standplätzen, statt dass sie die unterirdische «Kiss and Ride»-Anlage im Parkhaus daneben benutzen. (Bild: Benjamin Manser)

Reto Voneschen

reto.voneschen

@tagblatt.ch

Dass es auf der neuen Vorfahrt für Autos, Taxis, Busse und Cars hinter dem St. Galler Hauptbahnhof zeitweise etwas chaotisch zu- und hergeht, ist kein Geheimnis. Vor allem wenn auf der Lagerstrasse mehrere Privatautos gleichzeitig halten wollen oder warten und ein grosser Reisecar dazu kommt, wird’s sehr eng. Ziemlich regelmässig ist das ­beispielsweise an Sonntagen ­zwischen 19 und 20 Uhr der Fall.

Keine Lust auf unterirdische Zubringerplätze

Hinter den Hauptbahnhof verlegt wurde die Vorfahrt für Privatautos, Reisecars und interna­tionale Linienbusse im Oktober 2012. Seither gibt es immer wieder Kritik an Einzelaspekten der neuen Verkehrsorganisation im Bahnhof Nord. So werden die unterirdischen «Kiss and Ride»-Abstellplätze für Autos schlecht angenommen. Dies, obwohl die Stadt die Gratisverweildauer in der Tiefgarage für ihre Benutzer schon von fünf auf zehn Minuten erhöht hat. Auch die Stadtpolizei hat schon durch Anpassungen der Signalisation versucht, ­Zubringer zu den unterirdischen Abstellplätzen «zu führen». Mit mässigem Erfolg. Viele Zubringer hielten weiterhin auf den Taxi- und Car-Plätzen. Worauf die Regeln dem Verhalten der Autofahrer angepasst wurden: Heute ist Zubringerdienst auf den Taxi-Standplätzen an der Lagerstrasse gestattet.

Die Verkehrssituation im Bahnhof Nord möchte CVP-Stadtparlamentarier Beat Rütsche durch einfache Massnahmen verbessern. In einer Ein­fachen Anfrage schlug er Ende 2016 vor, die Gratiszeit auf den «Kiss and Ride»-Plätzen von 10 auf 15 Minuten zu verlängern. Ebenfalls regte er im Vorstoss an, zwei Taxistandplätze in die Tiefgarage und damit noch näher an ankommende und wegfahrende Zugreisende zu verlegen. Zudem möchte er, dass der Zubringerdienst auf den oberirdischen Taxi­standplätzen auf unbestimmte Zeit (und nicht nur als Versuch) erlaubt ist.

Haltemöglichkeit auf Taxiplätzen bleibt vorläufig

Jetzt hat der Stadtrat die Einfache Anfrage beantwortet – und er will die Ideen von Beat Rütsche grösstenteils nicht aufgreifen. Die Verlängerung der Gratisabstellzeit in der Tiefgarage für Zubringer erhöhe das Risiko für Missbrauch, begründet er: So kämen Autofahrer, die im Bahnhof einkaufen wollten, nur in Versuchung, auch vom Zubringerprivileg profitieren zu wollen.

Den Sinn von Taxistandplätzen in der Tiefgarage sieht der Stadtrat nicht: Die Positionierung an der Lagerstrasse sei richtig. Es gebe insgesamt genügend Taxi-Standplätze «in unmittelbarer Nähe der Gleisanlagen» des Hauptbahnhofs. Immerhin, beim dritten Anliegen kommt der Stadtrat dem CVP-Politiker entgegen: Zubringerdienst auf den Taxistandplätzen an der Lagerstrasse bleibt erlaubt. Dies, solange Privatautos den Taxis nicht in die Quere kommen und sich die Bedürfnisse nicht verändern.

Beat Rütsche hat an den ­Antworten des Stadtrates wenig Freude. Vor allem das Nein zu ­Taxistandplätzen in der Tief­garage sei eine «massive Enttäuschung», sagte er gestern im Gespräch. «Diese Massnahme hätte das Taxifahren für Personen mit Gehbehinderung oder mit viel Gepäck erheblich komfortabler gemacht.» Für Rütsche wären Taxistandplätze in der Tiefgarage zudem eine Möglichkeit, die Situation an der zeitweise verstopften Lagerstrasse etwas zu entschärfen. Aus dem Taxigewerbe habe er auf jeden Fall positive Reaktionen auf seine Idee bekommen. Dies mit Verweis auf die heute teils langen Wege, die man zwischen Zug und Taxi zurücklegen müsse. Ein Taxiunternehmer habe festgestellt, dass die Frage der Standplätze rund um den modernisierten Hauptbahnhof bisher insgesamt ungelöst sei.

Ideen im Gespräch weiterverfolgen

Der CVP-Stadtparlamentarier nimmt die Antworten der Stadt vorläufig einmal zur Kenntnis. Schubladisieren will er seine Verbesserungsvorschläge aber noch nicht. Er werde jetzt vielmehr das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen. Konkret will er auf Peter Jans zugehen. Der solle jetzt ja als Vertreter der Stadt in den Verwaltungsrat der Cityparking AG gewählt werden (Tagblatt von gestern). Womit er beide Seiten sehe – jene der Stadtregierung und jene der Betreiberin des Bahnhof-Parkhauses.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.