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ST.GALLEN: Blutige Schramme führt zu Anzeige

Clooney, das Pferd des Thurgauer Springreiters Martin Fuchs, hat am CSIO St. Gallen eine Schramme davongetragen. Nun hat der Thurgauische Tierschutzverband eine Strafanzeige wegen Tierquälerei bei der Staatsanwaltschaft St. Gallen eingereicht.
Larissa Flammer
Martin Fuchs auf dem Wallach Clooney. (Bild: Urs Bucher)

Martin Fuchs auf dem Wallach Clooney. (Bild: Urs Bucher)

ST.GALLEN. Am CSIO St.Gallen vor zwei Wochen war der Springreiter Martin Fuchs im Nationenpreis disqualifiziert worden, weil sein Wallach Clooney nach dem ersten Durchgang eine blutige Schramme an der Flanke aufgewiesen hatte, die von den Sporen des Reiters stammte. Aus diesem Grund hat der Tierschützer Reinhold Zepf im Namen des Thurgauischen Tierschutzverbandes Strafanzeige gegen den 23jährigen Springreiter eingereicht.

Die Verantwortlichen haben sich am Turniertag auf das Reglement des internationalen Reitsportverbands abgestützt. Dieses ist eindeutig: «Wenn Blut zu sehen ist, wird man disqualifiziert», fasst CSIO-Mediensprecher Roman Gasser zusammen. Martin Fuchs selber sagte nach dem Vorfall: «Den Entscheid fand ich hart, hatte ihn aber zu akzeptieren. Das Pferd hatte lediglich eine minime Schramme.»

CSIO-Cheftierarzt Marco Hermann war bei der Befunderhebung von Clooney dabei. «So eine Verletzung kann, sollte aber nicht passieren», sagt er. Und Gasser erinnert sich: «Im Jury-Statement hiess es, die Reiter hätten nichts falsch gemacht. Es gebe keine weitere Verfolgung.»

Keine Rücksicht auf Tierwohl

Trotzdem stellt der Thurgauische Tierschutzverband mit Präsident Zepf Strafantrag gegen den Springreiter wegen Verdachts auf Tierquälerei. «Ich will die Leute sensibilisieren», betont Zepf. Es gehe ihm weniger um Martin Fuchs als Person, sondern darum, dass dieser ein Vorbild sei. «Viele Leute haben keine Ahnung, wie schlimm eine Sporenwunde sein kann. Als ich selber noch geritten bin, sah ich Sporenverletzungen, die genäht werden mussten.»

Als Misshandlung gelte gemäss Tierschutzgesetz jedes unnötige Verursachen von Schmerzen an einem Tier, wodurch es in seinem Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt werde. Im Strafantrag steht: «Mit seinem rücksichtslosen Einsatz der scharfen Sporen wollte er ganz bewusst sein Pferd zu Höchstleistungen antreiben, und zwar nur, um einen sportlichen Erfolg zu verzeichnen. Das Tierwohl wurde in keiner Art und Weise berücksichtigt, dem Tier wurde dadurch gar unnötiger Schmerz zugefügt.»

«Macht sich unglaubwürdig»

Gemäss Tierarzt Hermann war die Verletzung nicht schlimm und keine Folge von Tiermisshandlung. «Da war bestimmt keine Absicht dahinter. Der Tierschutz macht sich mit dieser Anzeige unglaubwürdig», sagt er. Es gebe so viele gravierendere Probleme.

Reinhold Zepf betont, dass er die Anzeige «ausschliesslich im Auftrag des Tierwohls» eingereicht hat. Ob er damit Erfolg haben wird, kann Zepf nicht abschätzen. «Ich habe aber bereits ein Ziel erreicht, wenn die Leute über den Einsatz von Sporen nachdenken.»

Martin Fuchs hat erst gestern von der Anzeige erfahren und bestreitet den Vorwurf der Tierquälerei: «So etwas mache ich nicht. Das Wohl der Pferde steht bei mir an erster Stelle.» Clooney sei während des CSIO von Tierärzten kontrolliert und vom Weltverband bereits einen Tag nach der Disqualifikation wieder für einen Start freigegeben worden. Einen solchen Kratzer könne sich ein Pferd auch auf dem täglichen Weidegang holen.

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