Steuerfuss sinkt um zwei Prozent

HORN. Der Gemeinderat der Thurgauer Bodenseegemeinde Horn will keine Steuern auf Vorrat. Deshalb beantragt er an der Gemeindeversammlung eine Steuerfussreduktion. Ausserdem schlägt er vor, den Schiessstand nur minimal zu sanieren.

Lea Müller
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Der 300-Meter-Schiessstand muss saniert werden. Der Gemeinderat beantragt den Kredit von 75 000 Franken für eine Minimalsanierung. (Bild: Fritz Heinze)

Der 300-Meter-Schiessstand muss saniert werden. Der Gemeinderat beantragt den Kredit von 75 000 Franken für eine Minimalsanierung. (Bild: Fritz Heinze)

Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Horn sollen 2012 weniger Steuern zahlen. Der Gemeinderat plant eine Steuersenkung um 2 auf 32 Prozent. Und das, nachdem der Steuerfuss bereits in diesem Jahr um 4 Prozent gesunken ist. «Wir wollen keine Steuern auf Vorrat», sagt Gemeindeammann Thomas Fehr. Entgegen des budgetierten Verlustes werde die Rechnung der Gemeinde für das laufende Jahr voraussichtlich ein positives Ergebnis erzielen. Dieser Gewinnvortrag dürfe abgebaut werden. Vizegemeindeammann und Finanzverantwortlicher Peter Hürsch ergänzt: «Wir möchten den Steuernzahlern etwas zurückgeben.» Das Budget 2012 sieht bei einer Steuerfusssenkung von 2 Prozent einen Verlust in der Höhe von 276 750 Franken vor. Dieser könne durch die Reserven aufgefangen werden, sagt Peter Hürsch. Der Gemeinderat gehe anhand des Finanzplans für die nächsten fünf Jahre davon aus, dass der Steuerfuss von 32 Prozent gehalten werden könne. «Darum wagen wir den Schritt.»

Hochwasserschutz kostet 1 Mio.

Über die Steuerfusssenkung und das Budget 2012 stimmen die Horner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an der Gemeindeversammlung vom 17. Januar 2012 ab. In der Investitionsrechnung sind drei grössere Posten vorgesehen: der grösste ist die Sanierung des Hornbaches, die rund eine Million Franken kosten wird. Der Posten war bereits im Budget 2011 aufgeführt. «Projekte brauchen Zeit», sagt Gemeindeammann Thomas Fehr dazu. In diesem Jahr habe der Gemeinderat die Planungsarbeiten vorangetrieben und gehe davon aus, dass das Projekt zum Hochwasserschutz 2012 aufgelegt werden könne.

Im nächsten Jahr soll ausserdem die Kirchstrasse saniert werden, genauer das Teilstück Bahnhofstrasse bis Tübacherstrasse. Der Anteil für die Strassensanierung beträgt 155 000 Franken, für die Wasserversorgung sind 105 000 Franken vorgesehen.

Ausserdem will der Gemeinderat den Festplatz beim Seeufer beleben und in seiner Attraktivität steigern. «Insgesamt ist der Platz schlecht genutzt», sagt Peter Hürsch. In Zusammenarbeit mit einem Landschaftsarchitekten sei die Idee entstanden, ein Wasserspiel zu erstellen. Veranschlagt sind dafür 150 000 Franken. Der Gemeinderat rechnet damit, das Projekt im nächsten Herbst vorstellen zu können.

Minimalsanierung beantragt

An der Gemeindeversammlung werden die Horner Bürgerinnen und Bürger noch über einen weiteren Antrag abstimmen: Über die Kreditvorlage zur Sanierung des 300-Meter-Schiessstandes Horn. Der Gemeinderat beantragt einen Kredit von 75 000 Franken für die Minimalsanierung des Schiessstandes. Dies, obwohl die Stimmbürgerschaft an der vergangenen Budgetversammlung beantragte, den Investitionsbetrag von 135 000 Franken um 50 000 Franken zu erhöhen, damit anstelle der Teilsanierung eine vollständige Sanierung des Schiessstandes möglich ist. Im Frühjahr 2008 hatte die Bürgergemeinde die Mitteilung erhalten, dass das Land um den Kugelfang der 300- und 50-Meter-Schiessanlage belastet sei.

Kein Einfluss aufs Grundwasser

«Wir stellen jetzt fest, dass die Kosten diesen erhöhten Betrag bei weitem sprengen», sagt Gemeindeammann Thomas Fehr. Nach sorgfältigem Abwägen der Vor- und Nachteile habe der Gemeinderat entschieden, der Stimmbürgerschaft die Minimalsanierung des Schiessstandes vorzuschlagen. «Die Bodenbelastung genügt in diesem Fall den gesetzlichen Erfordernissen.» Ein Einfluss auf das Grundwasser sei nicht möglich, da der Scheibenstand rund 300 Meter unterhalb der Pumpe liege. Auch das Weiden von Kühen sei zuverlässig und das Naherholungsgebiet sei durch diese Sanierungsvariante ebenfalls nicht beeinträchtigt.