Sternsinger bereiten Mission vor

Caspar, Melchior und Balthasar, die drei Könige aus dem Morgenland, beleben im neuen Jahr wieder die Strassen von Rorschach und Rorschacherberg. Die Sternsinger stimmen sich in diesen Tagen auf die Ausübung einer Tradition ein.

Daniela Huber-Mühleis
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Cornelia Callegari hilft den Sternsingern bei der Kleideranprobe. (Bild: Daniela Huber-Mühleis)

Cornelia Callegari hilft den Sternsingern bei der Kleideranprobe. (Bild: Daniela Huber-Mühleis)

RORSCHACH. Kaum ist Weihnachten vorbei, bereiten sich Primarschülerinnen und Primarschüler auf ihre Rollen als Sternsinger vor. 32 Buben und Mädchen teilen sich vom 2. bis 9. Januar die Rollen der Heiligen Drei Könige als Caspar, Melchior und Balthasar. Die Sternsinger sind in ihrer Freizeit in Rorschach und Rorschacherberg unterwegs. Die Grüppchen klopfen jedoch nicht nur an Haustüren, sondern besuchen zusätzlich auch Altersheime, den Tageshort und erstmals den Generationentreff der Pro Senectute. «Wir sind auf das Wohlwollen der Eltern angewiesen, die uns bei diesem Brauch unterstützen», sagt Cornelia Callegari, Religionspädagogin und Verantwortliche für die Sternsinger in Rorschach und Rorschacherberg. Sie freue sich, dass Helferinnen und Helfer sie sowohl bei der Kleiderausgabe sowie Rückgabe unterstützen.

Tour muss vorbereitet werden

Cornelia Callegari koordiniert den reibungslosen Ablauf. Die Mittelstufenschüler werden im Religionsunterricht angefragt, ob sie mitmachen wollen und melden sich dann im Vorfeld an. «Vor Weihnachten erhalten die Sternsinger alle Informationen per Post», sagt Callegari. Im Briefumschlag befindet sich auch der Songtext zum Lied von Paul Burkhart «Das isch de Stern vo Bethlehem». Das Lied sollten die Teilnehmer bis zur Kleiderausgabe auswendig können. Ein Plan mit dem vorbestimmten Einsatzgebiet liegt den Unterlagen ebenfalls bei. Als Dank für ihr Engagement erhalten alle Sternsinger ein von bolivianischen Kindern geknüpftes Freundschaftsbändeli.

Mehr reformierte Kinder dabei

Im ökumenischen Unterricht wird der Brauch der Sternsinger auch von evangelischen Lehrkräften unterstützt. Sämtliche Religionslehrpersonen der Mittelstufe beider Konfessionen gestalten als Vorbereitung dazu spezielle Unterrichtslektionen, in denen die Projekte der Sternsinger thematisiert werden. Seit Jahren machen auch immer mehr reformierte Kinder mit. Dieses Jahr nimmt erstmals eine Gruppe von nur evangelischen Mädchen teil. Diese Entwicklung widerspiegle die gute Zusammenarbeit in der Ökumene vor Ort.

Projekte Boliviens unterstützen

Im Jahr 2016 sammeln die Sternsinger für Projekte in Bolivien. Bei dieser Sammelaktion stehen bolivianische Kinder und Jugendliche im Zentrum. «Viele von ihnen werden aufgrund ihrer indigenen Herkunft oder Armut diskriminiert. Sie müssen täglich für Respekt und Anerkennung kämpfen», begründet Cornelia Callegari das Engagement. Die Begünstigten werden jedes Jahr von der Missio, dem internationalen katholischen Hilfswerk, ausgewählt. «Ich finde diese Tradition sehr schön und sinnvoll», sagt Callegari. «Einerseits bringen die Kinder den Menschen einen christlichen Segen fürs neue Jahr ins Haus. Andererseits erfahren die Mittelstufenschüler, dass es ein gutes Gefühl sein kann, sich freiwillig für etwas zu engagieren», ergänzt die Verantwortliche. Die zwölfjährige Sternsingerin Jasmin Hölzle freut sich, dass sie mit Freunden unterwegs sein darf, um Gutes zu tun. «Ich setze mich gerne für benachteiligte Kinder ein», erklärt sie ihre Mitwirkung.

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