Sterben gehört zum Leben

GOSSAU. Rund um den Tannenberg entsteht ein Palliative-Forum. Jetzt trafen sich rund 30 Interessierte, um gemeinsam darüber nachzudenken, wie das Vernetzungsprojekt aufgebaut werden kann.

Claudia Schmid
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Palliative Care umfasst die Betreuung und Behandlung von Menschen mit unheilbaren Krankheiten. (Bild: fotolia)

Palliative Care umfasst die Betreuung und Behandlung von Menschen mit unheilbaren Krankheiten. (Bild: fotolia)

Die Kick-off-Veranstaltung fand unter der Leitung von Patrick Scheiwiler, Hausarzt in Arnegg, und Katharina Linsi, Mitglied der Geschäftsstelle Palliative Ostschweiz, statt. In den letzten Jahren seien im Kanton zahlreiche Palliative-Foren entstanden, in der Region rund um den Tannenberg aber habe es einen weissen Fleck gegeben, erklärte Katharina Linsi am Donnerstagabend im Pflegezentrum Schwalbe in Gossau. Auf das Manko angesprochen, habe sich Patrick Scheiwiler bereit erklärt, zu einem ersten Treffen einzuladen.

Eine Kerngruppe bilden

Ziel des Abends war, dass sich eine Kerngruppe bildet, in der möglichst alle Gruppierungen vertreten sind, die mit der palliativen Grundversorgung in irgendeiner Weise zu tun haben. Deshalb waren Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Hausärzte, Seelsorge, Heime, Spitex/ambulante Dienste und Politik vertreten.

Katharina Linsi zeigte die Strukturen der Palliative-Organisation auf. Zur Ostschweizer Sektion des schweizweiten Vereins Palliative CH gehören die Kantone St. Gallen, Thurgau, Glarus, beide Appenzell und das Fürstentum Liechtenstein. Im Kanton St. Gallen bestehen bereits acht Foren.

Freiwillige als wichtige Stützen

Die Foren seien wichtige Organisationseinheiten innerhalb von Palliative Ostschweiz, betonte die Pflegefachfrau. «Sie setzen sich für die Entwicklung und Verankerung von Palliative Care in den Gemeinden ein.» Idealerweise nutze ein Forum bereits bestehende Strukturen, um die Organisation möglichst einfach zu halten. Es regle einerseits die Zusammenarbeit der einzelnen Partner, die Vernetzung und die Zuständigkeiten. Andererseits zeige es die Haltung und die ethischen Grundprinzipien auf, die von gegenseitiger Achtung und Wertschätzung geprägt seien und für alle verbindliche Gültigkeit hätten. Meistens orientiere sich das Einzugsgebiet eines Palliative-Forums an den Strukturen der Spitex-Organisation. Neben Fachleuten seien Freiwillige wichtige Stützen der Palliative Care.

Palliative Care umfasst die Betreuung und Behandlung von Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen oder chronisch fortschreitenden Krankheiten. Sie entspricht einer Haltung, welche die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen verbessern will, wenn eine lebensbedrohliche Krankheit vorliegt.

Sterbende begleiten

Sie erreicht dies, indem sie Schmerzen und andere physische, psychosoziale und spirituelle Probleme frühzeitig erkennt und angemessen behandelt. Palliative Care lindert Schmerzen und andere belastende Beschwerden und unterstützt den Patienten darin, so lange wie möglich aktiv zu bleiben. Sie integriert psychische und spirituelle Aspekte, bejaht das Leben, erachtet das Sterben als normalen Prozess und will den Tod weder beschleunigen noch verzögern. Zudem unterstützt Palliative Care die Angehörigen, damit sie die Krankheit des Patienten und die eigene Trauer verarbeiten können.

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