Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Stellenabbau beim Rösslitor

ST.GALLEN. Mit einem Stellenabbau und diversen Einsparungen reagiert die Orell-Füssli-Filiale am Bärenplatz auf den Kostendruck, verursacht durch die hohe Miete und die unbefriedigende Geschäftslage des Buchkonzerns.
Andreas Kneubühler
Das Rösslitor leidet unter der schlechten konjunkturellen Wetterlage. (Bild: Hanspeter Schiess)

Das Rösslitor leidet unter der schlechten konjunkturellen Wetterlage. (Bild: Hanspeter Schiess)

Gibt es bei der Orell-Füssli-Filiale Rösslitor einen grösseren Stellenabbau mit bis zu zehn Kündigungen? Dies jedenfalls will ein Gerücht wissen, das momentan in der Stadt St.Gallen zirkuliert. «Stimmt nicht», entgegnet Filialleiter Jörg Caluori. Zumindest die Grössenordnung sei falsch: «Es sind zwei Stellen weniger», sagt er.

Einlenken nach Protesten

Informationen aus dem Umfeld von Rösslitor und ein am Donnerstag erschienener Artikel in der Zeitung der Mediengewerkschaft Syndicom zeigen allerdings ein anderes Bild. Die von Caluori genannte Zahl dürfte allenfalls das Endresultat nach Verhandlungen zwischen Orell Füssli und den rund 40 Angestellten gewesen sein. Offenbar waren ursprünglich weit einschneidendere Sparmassnahmen geplant.

Laut Syndicom wären elf Personen von den Sparmassnahmen betroffen gewesen. Pensen sollten gekürzt werden, einigen wurden Angebote für andere Filialen gemacht, sechs Kündigungen waren vorgesehen. Nach Protesten des Personals konnten in den meisten Fällen einvernehmliche Lösungen gefunden werden. So kündigten mehrere Mitarbeiter selber, weil sie eine Stelle gefunden hatten. Andere entschieden sich, ein Studium zu beginnen. Laut Syndicom musste schliesslich unter dem Strich keine Kündigung ausgesprochen worden, die Buchhandlung habe aber ein Viertel des Personals abgebaut.

Papierabteilung geschlossen

Die Kürzungen im Stellenplan sind nur ein Teil der Massnahmen, mit denen der Betrieb auf den hohen Kostendruck und den schlechten Jahresabschluss 2011 reagiert hat. Ein weiteres sichtbares Zeichen ist das Verschwinden der Papeterieabteilung im Erdgeschoss. Sie sei «nicht wahnsinnig gut gelaufen», so Jörg Caluori. Die Verkaufsfläche wurde deshalb im letzten Jahr an die Telekomfirma Sunrise weitervermietet, wodurch ein Teil der Mietkosten abgewälzt werden konnte.

Weniger Filialen geplant

Eine Rolle spielt auch die wirtschaftliche Situation des Gesamtunternehmens Orell Füssli, das 2011 beim Betriebsgewinn einen Einbruch von über 80 Prozent auf noch 2,3 Millionen Franken meldete. Orell Füssli ist ein Mischkonzern, zu dem auch eine Banknotendruckerei in Zürich gehört. Dort wirkte sich aus, dass die Schweizer Nationalbank die Herausgabe neuer Banknoten verschob. Im Maschinenbau – die Tochterfirma Atlantic Zeiser baut Anlagen zur digitalen Codierung und Beschriftung – ist ein Stellenabbau von 15 Prozent angekündigt. In der Sparte Buchhandel soll das Filialnetz gestrafft werden.

Laut Caluori gibt es bisher keine Pläne für weitere Stellenkürzungen bei Rösslitor. Das vergangene Weihnachtsgeschäft sei unter den Erwartungen geblieben, seither laufe es «zufriedenstellend». Die Buchhandlungen bekommen vor allem den Shoppingtourismus über die nahe Grenze zu spüren. Er wisse von einer Buchhandlung in Konstanz, bei welcher der Umsatz 2011 auf 146 Prozent gestiegen sei. Caluori macht bei den Kunden eine steigende «Preissensitivität» aus. «Offenbar ist es entscheidend, ob ein Taschenbuch 13.90 Franken statt 15.90 Franken kostet.»

Ende März verkaufte das Rösslitor während einer Woche alle Bücher mit 20 Prozent Rabatt. Die Aktion hat sich zwar über den gestiegenen Umsatz wieder ausbezahlt. Daraus einen Dauerzustand zu machen, ist aber nicht möglich. Der Durchschnittslohn liege im Rösslitor bei 4500 Franken, bei 1800 Euro in Deutschland, argumentiert Caluori.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.