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Stelle gegen Fettnäpfe und Quartierfrust

Die Erwartungen an den Quartierbeauftragten, die gestern in der Mitte und links im Parlament formuliert wurden, lassen an die eierlegende Wollmilchsau denken. Um alle Wünsche zu erfüllen, reicht eine 70-Prozent-Stelle nie.
Reto Voneschen

Die Erwartungen an den Quartierbeauftragten, die gestern in der Mitte und links im Parlament formuliert wurden, lassen an die eierlegende Wollmilchsau denken. Um alle Wünsche zu erfüllen, reicht eine 70-Prozent-Stelle nie. Dafür wäre eine Amtsstelle nötig, wie sie andere Städte zur Betreuung der Quartiere haben. Der Stadtsanktgaller Ansatz sieht das aber nicht vor.

Die Gegner des Quartierbeauftragten von rechts haben es sich gestern einfach gemacht: Zu teuer ist er für die SVP. Auf die Eigenverantwortung der Quartiere und Direktkontakte in die Amtsstuben setzt die FDP. Letzteres tönt für jeden naiv, der erlebt hat, wie schwierig es sein kann, nur schon ein Kleinproblem in der Verwaltung zu deponieren. Hohn ist die Argumentation für alle, die dabei waren, als die Stadt ein Quartier über ein Projekt nicht informierte, sondern es vor vollendete Tatsachen stellte. Und das ist leider kein Einzelfall. Die Direktion Bau und Planung etwa hat sich im letzten Jahrzehnt in einigen Quartieren den Ruf aufgebaut, immer sehr zielsicher in jeden Fettnapf zu treten.

Wenn der Quartierbeauftragte nur schon eine verwaltungsinterne Sensibilisierung für die Notwendigkeit des frühzeitigen Einbezugs der Quartiere in sie betreffende Vorhaben erreicht, sind die Mittel für ihn gerechtfertigt. Kostspieliger als der Beauftragte ist nämlich, wenn die Verwaltung durch ungeschicktes Vorgehen Opposition oder gar Referenden gegen Projekte provoziert. Ganz abgesehen von der Glaubwürdigkeit der ganzen Verwaltung, die so immer weiter ramponiert wird.

reto.voneschen@tagblatt.ch

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