Steinbock-Weibchen zurück im Gebärhaus

Nun sind sie wieder an ihrem gewohnten Ort wie zuletzt vor einem Jahr: Vier Steinbockgeissen, alle trächtig, haben gestern morgen kurz nach halb acht einen der drei zuletzt renovierten Felsen im westlichen Teil des Wildparks Peter und Paul in Beschlag genommen.

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Wieder daheim: Die Steinbockgeissen mustern auf Peter und Paul ihr vertrautes und doch so neues, weil herausgeputztes und instandgestelltes Gelände. (Bilder: Urs Bucher)

Wieder daheim: Die Steinbockgeissen mustern auf Peter und Paul ihr vertrautes und doch so neues, weil herausgeputztes und instandgestelltes Gelände. (Bilder: Urs Bucher)

Nun sind sie wieder an ihrem gewohnten Ort wie zuletzt vor einem Jahr: Vier Steinbockgeissen, alle trächtig, haben gestern morgen kurz nach halb acht einen der drei zuletzt renovierten Felsen im westlichen Teil des Wildparks Peter und Paul in Beschlag genommen. So recht mögen sich die Gipfelstürmer wohl nicht mehr erinnern, nachdem sie zuletzt beim grossen, ebenfalls sanierten Felsen auf der Ostseite gehaust haben. Beim Umzug durch die neue Unterführung schreiten die vier eher zierlich wirkenden Weibchen mutig voran, meiden aber vorerst den Medienrummel. «Jetzt sind diä Chaibä hinenume gangä», sagt Wildpark-Bauchef Felix Bärlocher.

Die vier Neuankömmlinge mustern ihr zukünftiges Daheim, indem sie tatsächlich den Felsen über die Rückseite umkreisen. Dann wagt eines der Tiere einen behenden Sprung in die kluftige Erhebung. Unversehens stehen auch die andern im Fels, klettern bereits zur obern Kante. Immer wieder beschnuppern sie die aus Mörtel zusammengesetzte Oberfläche. «Ihnen kommt der Felsen neu vor», sagt Museumsdirektor Toni Bürgin. «Da ist keine Patina, da ist kein Geruch.» Das alles kommt erst später.

Auch Besucher und Gemsen profitieren

Neuland betritt auch der Besucher. «Der Weg ist etwas anders geführt, und der Beobachter schaut den Steinböcken nicht mehr von unten zu, sondern aus erhöhter Position mit Blick in die Felswand hinein», sagt Karl Müller, der Präsident der Wildparkgesellschaft. Ebenso fällt der grössere Bewegungsraum in der betonierten Fläche auf, vor allem beim linken äusseren Felsen. Dort werden sich in ein paar Tagen die Gemsen verbreiten, die jetzt noch im benachbarten Waldstück ein wenig scheu (oder neidisch?) dem Treiben der Steinbockgeissen zusehen. Während die Gemsen zwischen waldigem und felsigem Boden wechseln, sind die Steinböcke ganz ihrer felsigen Unterlage verhaftet. Schon ihrer Klauen wegen, die ein hartes, griffiges Terrain benötigen.

«Es ist wie in der freien Natur», sagt Karl Müller. «die Steinböcke leben nun getrennt von den Geissen und schliessen sich ihnen dann im Spätherbst wieder an.» Die Steinböcke geniessen nun also die Befreiung von familiären Pflichten nebenan im grossen Felsen, auf den sie auf den Tag vor einem Jahr, nach der ersten Sanierungsetappe, zurückgekehrt sind.

Erneuerung der Anlage: Jetzt alles vorhanden

Parkwärter Walter Signer und seine Frau Regula haben alles vorgekehrt, damit sich die Tiere wohl fühlen und artgerecht leben können. Ende Mai, Anfang Juni wird der Nachwuchs das Licht der einladenden Anlage erblicken. Die Erneuerung der Wildparks ist rund hundert Jahre nach der Erstellung des grossen Felsens durch Urs Eggenschwiler erfolgt. Und sie ist nach zweijährigen Arbeiten just fertig, nachdem am 8. Mai 1911 im Weisstannental Steinböcke von Peter und Paul zur Wiederansiedlung ausgesetzt worden sind. Fredi Kurth

Schroffe Wand, sicherer Tritt: Steinböcke sind mutige Tiere.

Schroffe Wand, sicherer Tritt: Steinböcke sind mutige Tiere.

Bessere Optik: Der Besucher beobachtet die Tiere aus erhöhter Lage.

Bessere Optik: Der Besucher beobachtet die Tiere aus erhöhter Lage.

Kluftig und luftig: Den Steinböcken scheint's zu gefallen.

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