Steinacher Oscar ist verliehen

Es war keine gewöhnliche Abendunterhaltung: Die Damen des Musikkorps erschienen ganz in Schwarz, die Herren in schwarzer Hose, weissem Hemd und mit Fliege. Die Gäste betraten das Foyer über einen roten Teppich.

Fritz Heinze
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Gemeinsam auf der Bühne: Das Jugendkorps und die Musikgesellschaft Steinach bei der Oscar-Verleihung. (Bild: Fritz Heinze)

Gemeinsam auf der Bühne: Das Jugendkorps und die Musikgesellschaft Steinach bei der Oscar-Verleihung. (Bild: Fritz Heinze)

STEINACH. Die Musikgesellschaft Steinach ist bekannt dafür, dass ihre Abendunterhaltungen in mehrfacher Hinsicht immer wieder überraschen. Das erlebten auch am Samstag die Besucherinnen und Besucher im vollbesetzten Steinacher Gemeindesaal. Sie waren gekommen, um die Verleihung des Steinacher Oscars zu erleben. Dieser ging nach Obersteinach an den berühmten Paukisten und Feuerwehrmann Stefan Müller.

Einmal mehr gelungen

Anfänglich waren die Gäste etwas hin- und hergerissen. Wo liegt nun der Hauptakzent? In der Kreativität von Tanja Stäger, Desirée Sutter und Eva Zanvit. Die drei Frauen waren für die Produktion der Filme zuständig inklusive der schauspielerischen Einsätze der Korpsmitglieder. Und sie holten auch Moderator und Spassmacher Jürg Lengweiler mit ins Boot. Oder in der Musikalität der Musikgesellschaft, deren Darbietungen mit einer gelungenen Gesangseinlage des Herisauers Robin Portmann bereichert wurden. Am Schluss des Programms war diese Frage nicht mehr wichtig. Man war sich einig: Es war einmal mehr eine gelungene Abendunterhaltung.

Herausforderung bei den Soli

Der Beginn mit dem Stück «20th Century Fanfare» deutete darauf hin, dass wohl ein wesentlicher Aspekt des Abends im Filmischen zu finden ist. Doch das trog. Denn die Musizierenden boten eine bunte Palette an Stilrichtungen, welche die Gäste erfreute, die Beteiligten auf der Bühne aber auch herausforderte, besonders bei den vielen Soli.

«Es ist wichtig, dass die Wahl der einzelnen Darbietungen insgesamt Anklang findet, alle Anwesenden sollen die Musik ihres Geschmacks finden», erklärt Dirigentin Katja Weber-Eugster.

Gesicherter Nachwuchs

Der Auftritt des Jugendkorps unter der Leitung von Bruno Uhr dokumentierte einmal mehr, dass die Musikgesellschaft ihren Nachwuchs pflegt und auch künftig mit ihm rechnen kann. Derzeit sind auch Musikschüler aus Neukirch-Egnach und Roggwil mit im Steinacher Jugendkorps. Dass junge Mitglieder aus der Musikgesellschaft Steinach im Jugendkorps mitspielen, ist für Bruno Uhr wichtig. «Damit ist für die Jugendlichen die Bindung zur Musikgesellschaft hergestellt, und der spätere Übertritt wird erleichtert», sagt er. Katja Weber-Eugster schätzt die Arbeit von Bruno Uhr. Die Jungen, die in die Musikgesellschaft aufgenommen würden, wüssten bereits, was Sache sei, meint sie.

Denkt nicht ans Aufhören

Nebst der Oscar-Vergabe – er ging, wie bereits erwähnt, nach Obersteinach an Stefan Müller – wurde Othmar Germann als Eidgenössischer Veteran für 35 Jahre Verbandszugehörigkeit geehrt. Mit 14 Jahren trat er der Musikgesellschaft Steinach als Posaunist bei. 19 Jahre amtete er als Vorstandsmitglied und weist über die Jahrzehnte eine minimale Absenzenzahl bei den Proben auf. Auch nach 35 Jahren denkt Germann nicht ans Aufhören. Denn: «Das gemeinsame Musizieren und die Kameradschaft liegen mir am Herzen.»

Die letzten Stücke des Abends dokumentierten einerseits, mit welch innerem Feuer musiziert wird, andererseits, dass Steinach hinter der Musikgesellschaft steht. Nach dem abschliessenden Stück «Let Me Entertain You» hob Dirigentin Katja Weber-Eugster noch zwei weitere Male den Taktstock für Zugaben. Zuerst ertönte der «Radetzkymarsch» und abschliessend der «Deutschmeister Regimentsmarsch», beides Inbegriffe herkömmlicher Marschmusik. Beide Stücke wurden von den Zuhörerinnen und Zuhörern mit Begeisterung aufgenommen und applaudierend verdankt.