STEINACH: Strom beim Bäcker tanken

Die E-Ladestation in Steinach bei der Bäckerei Füger versorgt E-Autos mit Ökostrom. Von der neuen Säule profitieren auch die St. Galler Stadtwerke. Steinach dient ihr als Versuchsstandort.

Fritz Heinze
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Romano Ingold von den St. Galler Stadtwerken, Fabian Füger und Gemeinderat Roland Etter eröffnen die Ladestation für E-Autos in Steinach. (Bild: Fritz Heinze)

Romano Ingold von den St. Galler Stadtwerken, Fabian Füger und Gemeinderat Roland Etter eröffnen die Ladestation für E-Autos in Steinach. (Bild: Fritz Heinze)

STEINACH. Die Inbetriebnahme der ersten Ladestation für E-Autos an der Hauptstrasse in Steinach geht parallel zur Eröffnung der Bäckerei Füger. Die Station hat ihren Standort auf der Liegenschaft der Bäckerei, und ihre Nutzung ist für Kunden gratis. Die Ladestation stellt nicht nur in der Ortschaft eine Premiere dar, sondern ist laut Romano Ingold zuständig für Energieverkauf und Mobilität bei den St. Galler Stadtwerken, die erste Station, die bewirtschaftet wird. Bei der Steinacher Ladestation sind die Gäste der Bäckerei Füger bevorzugt, die dafür notwendige Karte ist beim Personal erhältlich. Darüber, ob Energie tanken auch ausserhalb der Öffnungszeiten der Bäckerei möglich ist, laufen noch Abklärungen. Auch über die generelle Bezahlart herrscht bei den Stadtwerken noch keine Klarheit. «Wir sind noch in der Anfangsphase und müssen erste Erfahrungen damit sammeln», sagt Ingold. Angestrebt ist die Zahlung per Kreditkarte oder per Handy. Die Bäckerei Füger stellt für den Betrieb der Ladesäule während zehn Jahren zwei Parkplätze zur Verfügung.

Ladestation an zentraler Lage

Die Standortwahl und auch die Möglichkeit der Plazierung der Säule ergab sich durch die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Steinach mit Gemeinderat Roland Etter, zuständig für Energiefragen, und der Bäckerei Füger mit Betriebsleiter Fabian Füger, der zu diesem Vorgehen Hand bot.

«Der Standort ist sehr zentral und somit ideal für das Aufstellen einer Ladestation», sagte Etter. Was deren Betrieb anbelangt, betrachtet er das Ganze noch eher als ein Pilotprojekt. Möglich war die gesamte Realisierung des Projekts nur durch die enge Zusammenarbeit mit den St. Galler Stadtwerken, für die der Betrieb von solchen Ladesäulen auch noch im Versuchsstadium ist. Aufgestellt und finanziert wurde die Station durch die Stadtwerke und auch die Abrechnung erfolgt durch sie.

Der E-Markt ist gewachsen

Der E-Auto-Bestand hat sich von 6100 Fahrzeugen im Dezember 2014 auf 12 350 bis Dezember 2015 schweizweit erhöht. Ein Grund für die Stromanbieter, in diesem Bereich Erfahrungen zu sammeln. Wie die Zukunft aussehen wird, scheint demnach klar zu sein. Für die St. Galler Stadtwerke Grund genug, sich auf dem Markt der wachsenden E-Mobilität zu etablieren und zu investieren. «Sie wollen ihr Wissen bündeln und damit die Gemeinden beim Aufstellen solcher Anlagen unterstützen», sagt Romano Ingold.

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