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STEINACH: Sauber heizen

Ob Abwasser, Altholz oder Sonne: Im Energiepark Morgental wird Wärme aus erneuerbaren Energien gewonnen. Jetzt soll das Wärmenetz wachsen – zum Schutz der Umwelt.
Linda Müntener
Ein Teil des Energieparks: die neue Schlammentwässerung auf dem Areal der Kläranlage Morgental in Steinach. (Bild: Max Eichenberger)

Ein Teil des Energieparks: die neue Schlammentwässerung auf dem Areal der Kläranlage Morgental in Steinach. (Bild: Max Eichenberger)

Linda Müntener

linda.muentener@tagblatt.ch

Steinach plant seine Zukunft. ­Seine Energiezukunft. Der ­Gemeinderat hat den Richtplan der Energiekommission genehmigt – und damit festgelegt, wie die Gemeinde aus seiner Sicht künftig mit Wärme versorgt werden soll. Das Interesse in der ­Bevölkerung ist gross. 75 Steinacherinnen und Steinacher sind am Donnerstagabend zur öffentlichen Orientierungsveranstaltung in der Heizzentrale der Kläranlage Morgental erschienen.

Der Energierichtplan sieht vor, regional vorhandene Ressourcen zur Wärmegewinnung zu nutzen. So setzt der Gemeinderat auf den Wärmeverbund Energiepark Morgental. Für dessen Betrieb ist die EBM, die Genossenschaft Elektra Birseck, zuständig. Sie ist spezialisiert auf erneuerbare Enerigeproduktion. Der Energiepark auf dem Areal der Kläranlage Morgental nutzt die Energie aus Klärgas, Abwasser, Altholz, Sonne und Biomasse zur Strom- und Wärmegewinnung. Dies wurde unter anderem möglich, weil die Stadt St. Gallen ihr Abwasser seit 2013 über eine Druckleitung ebenfalls in die ARA Morgental leitet. «Umwelttechnisch ist es das Beste, was wir hätten machen können», sagt Steinachs Gemeindepräsident Roland Brändli. Der Energiepark sei schweizweit einmalig, ein Leuchtturmprojekt. Das Investitionsvolumen liegt zwischen 25 und 30 Millionen Franken. Die Länge des Fernwärmenetzes beträgt heute etwa 7,5 Kilometer. Der Verbund habe grosses Ausbaupotenzial, sagt Martin Dietler, Abteilungsleiter bei der EBM.

Die Gemeinde erhöht die Förderbeiträge

Steinachs Ziel ist klar: Den CO2-Ausstoss reduzieren und so etwas für den Umweltschutz tun. Dazu hat der Gemeinderat verschiedene Gebiete ausgeschieden, die künftig durch den Wärmeverbund versorgt werden sollen. Dieser Ausbau soll möglichst ­koordiniert mit der Sanierung der Gemeindestrassen erfolgen – aus Kostengründen. Die Liegenschaftsbesitzer sind in ihrer Wahl jedoch frei. «Eine Anschlusspflicht gibt es keine», sagt Roland Etter, Gemeinderat und Präsident der Kommission Energie­zukunft Steinach. Die Gemeinde hofft auf anschlusswillige Liegenschaftsbesitzer. «Das ist unterstützenswert», sagt Gemeindepräsident Roland Brändli. Deshalb erhöht die Gemeinde die Förderbeiträge per 1. Januar 2018 – auf maximal 5000 Franken bei einem Einfamilienhaus und maximal 10000 Franken bei einem Mehrfamilienhaus. Nicht nur die Gemeinde, auch die EBM ist am Ausbau des Wärmeverbunds interessiert. In der Schulstrasse hat sie als Vorinvestition zwei Stahlrohre verlegt, um den Anliegern weiteres Anschlusspotenzial zur Verfügung zu stellen. Davon profitiere die Gemeinde, sagt Roland Brändli. Saubere Heizenergie werde gefördert, Kosten im Strassenbau würden gespart.

Die Fragerunde am Schluss wird rege genutzt. Ein Steinacher wünscht sich eine Kostengegenüberstellung verschiedenster Heizmodelle. «Wir müssen weg von der Rappenspalterei», sagt Roland Etter. Die jüngsten Naturereignisse in Bondo und Florida seien Folgen des Klimawandels. Um dem entgegenzuwirken, müssten alle mithelfen. «Auch wenn es vielleicht ein paar Franken mehr kostet.»

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