Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

STEINACH: «Keine Verlagerung des Problems»

Seit Juni 2014 fliesst das Abwasser aus der ARA Hofen nicht mehr in die Steinach, sondern per Direkteinleitung in den Bodensee. Für den Bodensee sei die Belastung weit weniger gefährlich, sagt Michael Eugster vom Amt für Umwelt.
Joye Geisselhardt
Die Steinacher Bucht ist von der Belastung weitgehend befreit worden, die der Fluss früher durch das eingeleitete Abwasser verursachte. (Bild: Joye Geisselhardt)

Die Steinacher Bucht ist von der Belastung weitgehend befreit worden, die der Fluss früher durch das eingeleitete Abwasser verursachte. (Bild: Joye Geisselhardt)

STEINACH. Das gereinigte Abwasser aus der ARA Hofen in Wittenbach fliesst seit Juni 2014 über die ARA Morgental in Steinach direkt in den See. Davor wurde das Abwasser aus der ARA Hofen in die Steinach eingeleitet. Die Einleitung in den See findet in 26 Metern Tiefe und 1,3 Kilometer vom Ufer entfernt statt. Die stark verschmutzte Steinach konnte so von der Belastung befreit werden und zu einem natürlichen Zustand zurückfinden. Die Steinach ist rund um den Bodensee ein Einzelfall. Ansonsten wird nur Abwasser aus Orten, die am See liegen, direkt eingeleitet.

Näher am natürlichen Zustand

Mit einem klaren Nein antwortet Michael Eugster vom Amt für Umwelt auf die Frage, ob das Problem der starken Belastung auf diese Weise nicht einfach verlagert würde. Im Bodensee sei das Problem bei weitem nicht so gross. Durch eine stärkere Verdünnung seien Spurenstoffe im See kaum messbar. «Die Konzentration ist entscheidend, egal um welchen Stoff es sich handelt.» Erst in erhöhter Konzentration seien Spurenstoffe für Lebewesen schädlich. Im Bodensee sei die Konzentration so gering, dass nach heutigen Kenntnissen keine Schädigung vorliegt. Die Verunreinigung in der Steinach sei aber verheerend gewesen. Zeitweise machte das Abwasser rund 80 Prozent der Gesamtwassermenge aus.

Auch Harald Hetzenauer vom Institut für Seenforschung in Langenargen ist der Meinung, dass eine Direkteinleitung in den Bodensee in diesem speziellen Fall das Beste sei. Eine Direkteinleitung sei aber nicht grundsätzlich vorteilhaft und mache auch nur in Kombination mit einer verbesserten Reinigungsleistung Sinn. Das Problem an der Steinach sei vor allem die geringe Verdünnung gewesen. Generell finde aber in Fliessgewässern eine natürliche Reinigung statt, die positiv sei. Weniger überzeugt von diesem Effekt ist Michael Eugster. «Flüsse sollten nicht unser Abwasser reinigen müssen, das geht immer auf Kosten des Ökosystems.» Die Steinach sei heute viel näher am natürlichen Zustand, was sich bei der chemischen Zusammensetzung und vor allem in der Tierwelt zeigt.

Wasserqualität gesichert

Mitunter der wichtigste Faktor sei die Einleitung ausserhalb der Bucht und in genügender Tiefe. Dadurch werde die Qualität des Oberflächenwassers gesichert, was vor allem im Sommer wichtig sei, wenn keine Durchmischung der Schichten stattfinde, sagt Michael Eugster. Würde das Abwasser in höheren Schichten eingeleitet werden, wäre eine vermehrte Algenproduktion die Folge. «Durch die Durchmischung der Schichten, die geschieht, sobald das Wasser abkühlt, sammelt sich das Abwasser aber nicht in den unteren Schichten, und die gute Wasserqualität kann gewährleistet werden», sagt Michael Eugster. Es ist heute noch nicht möglich, Abwasser vollständig von Spurenstoffen zu befreien, eine Verbesserung der ARA sei aber geplant.

Wirtschaftlicher Vorteil

«Die Direkteinleitung in den See macht auch wirtschaftlich Sinn», so Michael Eugster weiter. Die geplanten Neuerungen seien nur an der ARA Morgental notwendig und nicht an beiden Anlagen, was Kosten spare. Die geplante Verbesserung sei in erster Linie eine vorsorgliche Massnahme, so Eugster weiter. Die Wasserqualität im Bodensee sei gut. Die Auswirkungen der Direkteinleitung seien also «für die Steinach ausnahmslos positiv und für den Bodensee nicht negativ».

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.