STEINACH: Frost gefährdet Obstbäume

April, April, der macht, was er will. Das Sprichwort passt zu den momentanen Wetterkapriolen. Noch verzeichnen Obstproduzenten in der Region keine Frostschäden. Doch sie treffen verschiedene Sicherheitsmassnahmen.

Christoph Renn
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Arbeiter spannen die Witterungsschutzdecke, um die Chriesibäume vor Frostschäden zu schützen. (Bild: Christoph Renn)

Arbeiter spannen die Witterungsschutzdecke, um die Chriesibäume vor Frostschäden zu schützen. (Bild: Christoph Renn)

STEINACH. Das Wetter zeigt sich von seiner kalten Seite. Schneeflocken fallen auch in der Region. Die tiefen Temperaturen lassen jedoch nicht nur Nasen triefen, sondern stellen auch eine Gefahr für regionales Obst dar. «Bisher haben unsere Bäume noch keine Schäden erlitten», sagt Andreas Andermatt, Inhaber des Biohofs Paradies in Steinach. Jedoch trifft er Sicherheitsmassnahmen, denn der Wetterbericht für die kommenden Tage ist wenig vielversprechend. «Vor zwei Jahren war es ähnliches Wetter und damals mussten wir Frostschäden verzeichnen», sagt er. Hinzu kommt, dass die Bienen ihre Arbeit noch nicht abgeschlossen haben und bei diesen Temperaturen nicht fliegen.

Bäume sind in voller Blüte

Ist es neblig und bewölkt, sinkt die Chance, dass Obstbäume Frostschäden davontragen. Doch schon eine klare, kühle Nacht kann laut Andreas Andermatt problematisch werden. Gefährlich ist die momentane Kaltfront vor allem deshalb, weil die meisten Bäume in voller Blüte sind – vor allem die Chriesi- und Birnenbäume. Die Apfelbäume stehen noch am Beginn. «Die Blüten sind bei tiefen Temperaturen besonders anfällig», sagt Andermatt. Um seine Chriesibäume zu schützen, überzieht sie Andermatt mit Witterungsschutzdecken. «So können wir die Temperatur um zwei bis drei Grad höher halten», sagt er. Das könne im Notfall entscheidend sein. Eine andere Möglichkeit wäre eine Bewässerung der Baumkronen. «Die dünne Wasserschicht schützt die Blüten vor Frostschäden», sagt Andermatt. Doch sei eine solche Anlage sehr teuer. Deshalb vertraut der Biobauer auf eine kostengünstigere Massnahme: «Wir schneiden das Gras unter den Obstbäumen sehr kurz, denn die Kälte staut sich sonst im hohen Gras und bleibt hängen», erklärt Andermatt. Aber nicht nur die Obstbäume müssen vor den tiefen Temperaturen geschützt werden. «Wir haben auch die Erdbeeren mit einem Fliess abgedeckt, um so die Wärme im Boden länger halten zu können, denn auch diese sind momentan in voller Blüte», sagt er.

Hummeln fliegen, Bienen nicht

Die Bäume und Erdbeeren abzudecken bringt Biobauer Andermatt zusätzlichen Aufwand. «Diese Arbeit lohnt sich, wenn ich dadurch meine Bäume vor Frostschäden schützen kann.». Ob sein Einsatz ausreicht, werden die kommenden kühlen Tage zeigen. Einen anderen Faktor kann der Biobauer jedoch nicht beeinflussen: die Arbeit der Bienen. «Sie haben ihre Arbeit noch nicht ganz erledigt», sagt Andermatt. Unter zwölf Grad ist es den sensiblen Tieren zu kalt. «Hummeln sind etwas kälteresistenter, sie bestäuben momentan die Blüten im Alleingang.» Trotzdem hofft Andermatt auf wärmere Tage, damit auch die Bienen wieder fliegen.

Andreas Andermatt Biobauer in Steinach (Bild: ren)

Andreas Andermatt Biobauer in Steinach (Bild: ren)

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