Steinach baut Entsorgungsstellen nicht aus

Der Steinacher Gemeinderat verzichtet auf den Ausbau der Entsorgungsstellen. Eine finanzielle Beteiligung an der Entsorgungsstelle Arbon wird ebenfalls nicht angestrebt. In Rorschach wird weiterhin ein geeigneter Standort für eine Entsorgungsstelle für die Stadt und die umliegenden Gemeinden gesucht.

Patrick Baumann
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Ein Elektrogerät wird bei der Entsorgungsstelle abgegeben. (Bild: Ralph Ribi)

Ein Elektrogerät wird bei der Entsorgungsstelle abgegeben. (Bild: Ralph Ribi)

REGION. Der Steinacher Gemeinderat hat gemäss Mitteilung beschlossen, auf einen Ausbau von Entsorgungsstellen in der Gemeinde zu verzichten. Daher wird der Bürgerschaft mit dem Budget 2016 auch kein Antrag zum Bau einer neuen Entsorgungsstelle unterbreitet. Weiter entschied sich der Gemeinderat gegen die Leistung eines jährlichen Beitrags in der Höhe von 47 600 Franken an die Stadt Arbon für die Nutzung der dortigen Entsorgungsstelle.

Begründet wurde der Entscheid damit, dass die privaten Entsorgungsstellen keine solchen Gebühren verlangen würden, weil die entsorgten Wertstoffe ebenfalls einen Geldwert hätten. «Bei diesen 47 600 Franken handelt es sich um die Kosten, welche Arbon der Gemeinde Steinach, im Falle einer Beteiligung, verrechnen würde», sagt Gemeindepräsident Roland Brändli. «Ein solcher Betrag wurde bisher nicht bezahlt.» Der Steinacher Gemeinderat hält das Angebot an privaten Entsorgungsstellen in der Region und die eigenen Entsorgungsstellen in der Gemeinde für ausreichend. Der Rat möchte aber mit Vereinen prüfen, ob diese Interesse hätten, sechs- anstatt vier- mal jährlich Papier- und Kartonabfuhren durchzuführen. «Bis jetzt werden die vier Touren vom STV Steinach, FC Steinach, der Jungmannschaft und der Schule gemacht», sagt Brändli. Grundsätzlich seien aber auch andere Vereine denkbar. «Dies gilt auch, falls einer der Vereine, der bereits eine Tour macht, noch eine zweite Tour machen möchte.»

Standort in Rorschach gesucht

In Rorschach ist die Eröffnung einer neuen regionalen Entsorgungsfachstelle für die Stadt und die umliegenden Gemeinden Rorschacherberg, Goldach und Tübach seit mehreren Jahren ein Thema. Die alte, vom Werk Bodensee betriebene Entsorgungsstelle neben dem Nestlé-Shop wurde 2011 geschlossen. Eine neue ist auch heute, fünf Jahre nach der Schliessung, noch nicht in Sicht. Federführend bei der Realisierung des Projekts ist der Verein A-Region. Geschäftsführer Thomas Huber bekundet Mühe, einen geeigneten Standort zu finden. «Der Standort müsste in der richtigen Zone liegen, über genügend Parkplätze verfügen und geeignete Zu- und Abfahrtswege aufweisen», sagt Huber. «Im vergangenen Jahr haben wir zwei Vorschläge geprüft. Die Realisierung scheiterte aber beispielsweise an der kurzen Vertragslaufzeit für eines der Grundstücke.» Momentan liege kein weiterer Vorschlag auf dem Tisch.

Betrieb läuft weiter

Die Annahmestelle des Werks Bodensee der Stiftung Business House wird unterdessen, ohne Beteiligung der Gemeinden, weiterbetrieben. Das Augenmerk liegt auf elektronischen Geräten sowie Haushaltsgeräten. «Diese werden in das Werk Rheintal gebracht und weiterverarbeitet», sagt Marcel Frei, Mitglied der Geschäftsleitung. «Das Recycling ist eine interessante Arbeit zur Beschäftigung Arbeitsloser. Finanziell gesehen ist es nicht lukrativ, weil nicht kostendeckend. Wir sind dem Markt ausgesetzt», so Frei. Die Kernkompetenz des Werks Bodensee ist denn auch eine andere, wie Frei erklärt: Die Förderung von Arbeitslosen.

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