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Steg im See wird teurer

Der Steg, der einen Uferweg in Rorschacherberg ersetzen soll, wird teurer als geplant. Und der Kanton zahlt weniger, der Bund wohl gar nichts. Die Gemeinde müsste so vier Millionen zahlen.
Fritz Bichsel
Das Projekt für einen Steg vom Areal Kopp zur Badi Hörnlibuck mit Zugbrücke für Durchfahrt mit Booten. (Bild: Visualisierung: Büro Schällibaum)

Das Projekt für einen Steg vom Areal Kopp zur Badi Hörnlibuck mit Zugbrücke für Durchfahrt mit Booten. (Bild: Visualisierung: Büro Schällibaum)

RORSCHACHERBERG. Über Jahre hatten Einwohner und kantonale Stellen einen Weg am Seeufer in Rorschacherberg gewünscht: von der Badi Hörnlibuck bei Staad durch das Gebiet Neuseeland zum Areal Textil Kopp/Stieger und weiter zum Strandbad Rorschach. Der damalige Gemeinderat sagte wiederholt zu, dieses Anliegen zu erfüllen. Dann begrub er die Pläne aber, damit er im östlichen Teil in Villen mit Seeanstoss Steuerzahler ansiedeln konnte. Als Bürger das bemerkten, forderten sie den Weg erneut. Weil das im Gebiet Neuseeland an Land kaum mehr möglich ist, erteilte die Bürgerversammlung 2013 dem Gemeinderat auf Antrag der CVP den Auftrag, dort einen «schlichten und preiswerten Steg nur für Fussgänger» im See zu planen.

Massiver Bau nötig

Von vier Projektvorschlägen erwies sich jener des Ingenieurbüros Schällibaum mit Betonpfeilern als realisierbar. Einigermassen schlicht wäre diese Konstruktion, aber preiswert gibt es einen Steg hier nicht: Abklärungen zeigten, dass wegen Wellenschlag und Beschaffenheit des Grunds noch massiver gebaut werden müsste. So stiegen die Kosten von geschätzten vier auf fünfeinhalb Millionen Franken.

Ein Weg an Land hätte viel weniger gekostet, und an einen solchen zahlt üblicherweise der Kanton zwei Drittel. Der Gemeinderat hoffte auf einen Beitrag in dieser Höhe auch an den teureren Steg. Nach langen Verhandlungen mit dem Baudepartement teilt er jetzt aber im Gemeindeblatt mit: Das kantonale Tiefbauamt sagt nur 1,5 Millionen Franken zu. Dies entspricht nur rund einem Viertel der tatsächlichen Kosten, aber zwei Drittel der Kosten eines Weges an Land. Der Kanton projektiert zudem in diesem Gebiet einen Rad- und Gehweg entlang der Churerstrasse.

Als «enttäuschend tief» wertet Gemeindepräsident Beat Hirs die etwas magere Zusage. Er will mit dem Kanton nochmals um einen höheren Beitrag verhandeln; viel mehr sei aber nicht mehr denkbar. Auch die Möglichkeit eines Bundesbeitrags aus dem Programm zur Förderung von Agglomerationen verfolgt der Gemeinderat weiter. Im aktuellen ist der Steg aber nicht aufgeführt, wodurch ein Bundesbeitrag unwahrscheinlich ist. Ob ein Antrag für das nächste Programm ab 2019 etwas bringt, ist noch völlig offen. Und bis dann sollte der Steg nach dem Terminplan des Gemeinderates gebaut sein.

Eine einfachere, günstigere Variante gibt es nicht: Näher am Ufer statt etwa hundert Meter im See draussen wäre der Bau nicht günstiger, sagt Beat Hirs. Weniger kosten würde nur ein Steg unmittelbar am Ufer. Aber das hat rechtlich so geringe Chancen wie ein Weg an Land. So gibt es einen Steg wohl nur, wenn die Gemeinde vier Millionen Franken bezahlt.

Abstimmung an der Urne

Das ist fast dreimal so viel wie ursprünglich geschätzt. Allerdings könnte sich Rorschacherberg das leisten: Die Gemeinde nahm 2014 allein aus Steuernachzahlungen fast vier Millionen ein und würde bei Abschreibung des Stegs während 25 Jahren mit einem Steuerprozent belastet. Das beurteilt der Gemeindepräsident zwar als tragbar; der Gemeinderat bleibe aber neutral. Gemäss dem Auftrag der Bürger unterbreite er dieses Jahr den Kreditantrag für einen Steg.

Bisher wurde an Bürgerversammlungen entschieden. Befürworter des Stegs hofften, es könne auch über den Baukredit so abgestimmt werden. Das ist nun aber nicht möglich: Über Kredite ab zwei Millionen Franken muss an der Urne abgestimmt werden. Die Abstimmung wurde auf den 14. Juni terminiert.

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