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STARARCHITEKT: Calatravas Liebeserklärung

Am St.Gallen Symposium hat Santiago Calatrava Einblicke in sein Schaffen gewährt. Auf seine Bauten in St.Gallen blickt er mit «grosser Dankbarkeit» zurück.
Jürg Ackermann
Mittlerweile gehören auch Wolkenkratzer zu Calatravas Markenzeichen. (Bild: Urs Bucher)

Mittlerweile gehören auch Wolkenkratzer zu Calatravas Markenzeichen. (Bild: Urs Bucher)

Jürg Ackermann

Santiago Calatrava zeichnet. Jeden Tag. 90 Prozent seiner Arbeit besteht darin, Skizzen zu machen, sie zu verwerfen, wieder zu zeichnen, sie noch besser zu machen: Brücken, Bahnhöfe, Kirchen, Wolkenkratzer. Und der 65-jährige Architekt mit Wohnsitzen in Zürich und New York hat noch lange nicht genug. Denn sein Meisterwerk hat er möglicherweise noch gar nicht gebaut. Je erfahrener jemand sei, desto umfassender würden die Möglichkeiten, kühnere und bessere Pläne zu entwerfen, sagte er im Gespräch mit CNN-Moderatorin Nina dos Santos bei seinem viel beklatschten Auftritt am St.Gallen Symposium. «Ich will nicht aufhören zu arbeiten, ich geniesse es zu sehr.»

Seine Bahnhöfe sollen die Pendler inspirieren

Geniessen, das sollen auch die Hunderttausenden von Menschen, die täglich auf seinen Bahnhöfen pendeln. In New York beispielsweise, in Lissabon, in Lüttich oder in Zürich. Die Bahnhöfe von Calatrava sind darum nie reine Zweckgebäude, sondern viel eher Kunstwerke, die Raum zum Atmen und für Visionen lassen. Die Architektur als spirituelle Erfahrung. «Wenn Pendler in meine Bahnhöfe kommen, dann sollen sie sich besser fühlen, einen kurzen Moment der Erhabenheit spüren im hektischen Alltag», erklärte Calatrava. Der vierfache Familienvater – zwei seiner Söhne sind ebenfalls Architekten – will die Menschen mit seinen Bauten glücklich machen. Sein philanthropischer Grundsatz entspringt dem Gedanken, dass man nur dann schöne Gebäude machen kann, wenn man die Menschen liebt.

St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
Shira Kaplan (Bild: Michel Canonica)
Sir J. Scarlett (Bild: Michel Canonica)
Cyborg Neil Harbisson (Bild: Michel Canonica)
Podium mit Sir j. Scarlett, Shira Kaplan und L. James (Bild: Michel Canonica (Michel Canonica))
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica (Michel Canonica))
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica (Michel Canonica))
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
Bild: Michel Canonica
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
Bild: Michel Canonica
Bild: Michel Canonica
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
Michel Canonica / TAGBLATT St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
Michel Canonica / Tagblatt St.Gallen Symposium Paneldiskussion "Politics in a disrupted world", u.a. mit BR Johann-Schneider Ammann. (Bild: Michel Canonica)
Michel Canonica / Tagblatt St.Gallen Symposium Paneldiskussion "Politics in a disrupted world", u.a. mit BR Johann-Schneider Ammann. (Bild: Michel Canonica)
Michel Canonica / Tagblatt St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
Michel Canonica / TAGBLATT St.Gallen Symposium Paneldiskussion "Politics in a disrupted world", u.a. mit BR Johann-Schneider Ammann. (Bild: Michel Canonica)
Bild: Michel Canonica
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
St.Gallen Symposium (Bild: Michel Canonica)
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Die Leader und die, die es werden möchten

Das gilt auch für St.Gallen. Hier liegen einige Anfangspunkte seiner Karriere. 1983 baute er zwei Glasüberdachungen bei der Bushaltestelle St. Fiden, später kamen die Buswartehalle am Bohl und der Pfalzkeller hinzu. «St.Gallen hat mir ermöglicht, erste Schritte als Architekt zu machen. Dafür werde ich – vor allem den damaligen verantwortlichen Baumeistern – immer dankbar sein», sagte Calatrava im Anschluss an die Veranstaltung im Gespräch mit dem «Tagblatt». Die Stadt habe ihm zudem stets ein Gefühl von Geborgenheit und familiärer Atmosphäre vermittelt. So wie er es manchmal spüre, wenn er nach Griechenland reise. Und es sei für ihn eine grosse Ehre gewesen, mit der Pfalz und dem Bohl an Orten zu bauen, «die so nahe neben dieser wunderbaren Klosteranlage liegen». Überhaupt die sakralen Bauten: Sie haben Calatrava, der längst zu den renommiertesten Architekten weltweit gehört, inspiriert wie nichts anderes. Die «Hagia Sophia» in Istanbul beispielsweise oder «Notre Dame» in Paris.

Jetzt baut er den höchsten Turm der Welt

Spürte er nie Groll, als St.Gallen mit dem Gedanken spielte, seine Wartehalle am Bohl zu verschieben? «Natürlich habe ich die Bushaltestelle für den Ort geplant, wo sie jetzt steht. Aber die Gebäude müssen sich letztlich selber verteidigen. Wenn sie ihren Zweck nicht mehr erfüllen und die Bürger zu einem anderen Schluss kommen, dann muss ich das als Architekt akzeptieren.»

Dass ihm das nicht leicht gefallen wäre, wurde an diesem Abend jedoch auch klar. Moderatorin Nina dos Santos hatte ihn zuvor gefragt, von welchem seiner unverkennbaren Gebäude er wünsche, dass es auch in 100 Jahren noch Bestand habe. Der Bahnhof am Ground Zero in New York, der 4 Milliarden Dollar kostete? Die pompöse Stadt der Wissenschaften in Valencia? Der schwebende Bahnhof vor dem Expo-Gelände in Lissabon? Die futuristische Tunnelbrücke und Zufahrtsstrasse zum Flughafen in Doha? Ein Turm in Dubai, der das höchste Gebäude der Welt werden soll? Calatrava überlegte lange, legte seine rechte Hand an den Kopf – und gab dann die Antwort: «Die Bushaltestelle in St.Gallen!» Die Hunderten von Zuhörern am Symposium lachten, aber ein bisschen Ernst hatte er es schon gemeint. Ganz sicher.

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