Standplatz statt Ruine

Die Stadt will den Standplatz für Fahrende auf dem Schiltacker für rund drei Millionen Franken bauen. Die Kosten für die Wiederherstellung des Geländes belaufen sich auf 750 000 Franken.

Katja Müller
Drucken
Teilen
Das Schiltacker-Gelände muss wiederhergestellt werden, die Reste des ehemaligen Ausflugsziels werden abgerissen. (Archivbild: Reto Martin)

Das Schiltacker-Gelände muss wiederhergestellt werden, die Reste des ehemaligen Ausflugsziels werden abgerissen. (Archivbild: Reto Martin)

Schritt für Schritt soll dem Schiltacker neues Leben eingehaucht werden. Nachdem der Stadtrat zwei Einsprachen gegen die Pläne für einen Standplatz für Fahrende und ein Hundesportzentrum abgelehnt hat, liegt der Ball beim Stadtparlament (Ausgabe vom 23. März). Es wird voraussichtlich in der nächsten Sitzung darüber entscheiden. In der entsprechenden Vorlage enthalten sind nun auch die Kosten: Insgesamt soll das Parlament knapp vier Millionen Franken bewilligen.

Einfacher Ausbau

Der Standplatz kostet rund 3,1 Millionen Franken. Geplant sind fünf Doppelhäuser mit zehn Wohneinheiten. Eine Wohneinheit besteht aus viereinhalb Zimmern. Die Bauweise sei «schlicht, zweckmässig und kostenoptimiert», schreibt der Stadtrat. Es werde ein einfacher Standard vorgegeben. So sind in den Küchen beispielsweise nur Anschlüsse vorhanden, die Einrichtung muss von den Mietern geliefert und eingebaut werden. Für die Wohnwagen stehen zehn Plätze zur Verfügung. Die Wohnungen werden an zwei Familien aus St.

Gallen vermietet. Sie leben während des Winters auf dem Standplatz und sind im Sommer unterwegs. Die Stadt rechnet mit einem monatlichen Mietzins von 1000 Franken pro Wohnung. Damit werde intern eine kostendeckende Rechnung erreicht.

Überreste abbrechen

Neben dem Kredit für die Häuser beantragt der Stadtrat weitere 750 000 Franken. Sie seien notwendig, um das Gelände wiederherzustellen. Es sind noch Reste aus der Zeit vorhanden, als der Schiltacker ein Ausflugsrestaurant war.

Das Hauptgebäude wurde, nachdem es zweimal gebrannt hatte, abgerissen. Die Nebengebäude stehen noch, sind aber längst baufällig. Auch Teile der ehemaligen Spielanlage sind noch zu sehen. Diese sollen abgebrochen und entsorgt werden. Die Arbeiten müssten sowieso durchgeführt werden, heisst es in der Vorlage. Der jetzige Zustand könne aus ökologischen Überlegungen und Sicherheitsgründen nicht längere Zeit belassen werden.

Den Bau der Hundesportanlage übernimmt die Hundesport St. Gallen AG. Sie schliesst mit der Stadt einen Baurechtsvertrag über das Gelände ab. Nutzer werden Hundesportvereine, Rassehundeclubs und Anbieter von Kursen sein. Geplant ist eine 55 Meter lange und 25 Meter breite Halle, daneben entsteht ein Platz, der vor allem dem Agility-Training dient.

Zwei Umzonungen

Der Stadtrat hält zudem fest, welche Umzonungen notwendig sind. Der Schiltacker befindet sich in einer Grünzone, die aber durch einen Überbauungsplan überlagert wurde. Damit sei die rechtliche Grundlage für den Betrieb des Ausflugsrestaurants geschaffen worden. Nun soll das Gebiet der Hundesportanlage in eine Zone für öffentliche Bauten und Anlagen eingeteilt werden. Der Standplatz soll künftig in der Wohn-Gewerbe-Zone liegen. Für beide Projekte ist ein Überbauungsplan vorgesehen.

Der Schiltacker liegt auch im Perimeter der Schutzverordnung für die Sitter- und Wattbachlandschaft. Die Verordnung gebe aber keine Richtlinien für das Gebiet vor.

Aktuelle Nachrichten