STÄDTEVERGLEICH: Das Auto bleibt meistgenutztes Verkehrsmittel

In der Stadt St. Gallen sind viele zu Fuss unterwegs – das Auto aber bleibt das Hauptverkehrsmittel. Dies zeigt ein Vergleich der Mobilität in den sechs grössten Deutschschweizer Städten.

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Nach fünf Jahren haben die Städte Basel, Bern, Luzern, Winterthur, Zürich und St. Gallen ihre Mobilität zum zweiten Mal verglichen. Und die Zahlen zeigen, dass seit der letzten Erhebung in allen Städten die Einwohnerzahl zugenommen hat. Die Zahl der Autos ist in derselben Zeitspanne jedoch nur in St. Gallen gestiegen. Die sechs Städte weisen aber auch Gemeinsamkeiten auf. So verzeichnen alle verglichenen Städte eine deutliche Zunahme bei den ÖV-Passagieren und den Velofahrenden.

St. Gallen ist die kleinste Stadt im Rahmen des Städtevergleichs und belegt trotzdem einen Spitzenplatz. Die Stadtbevölkerung bewältigt 34 Prozent der Wege zu Fuss. Wenig überraschend also, dass auch die Luftschadstoffbelastung in keiner anderen verglichenen Stadt so gering ist wie in St. Gallen. Das bedeutet jedoch nicht, dass in St. Gallen keine Autos verkehren. Im Gegenteil: Das Hauptverkehrsmittel bleibt mit einem Anteil von 35 Prozent an den zurückgelegten Wegen das Hauptverkehrsmittel.

Wie in anderen Städten ist gemäss Mitteilung der Stadt St. Gallen auch hier der Anteil an Velofahrern leicht gestiegen. Jedoch betrage er noch immer lediglich vier Prozent. Damit liege St. Gallen als einzige der sechs Städte deutlich unter der Marke von zehn Prozent.

Es gibt noch Potenzial für Velos

Zu den neuesten Zahlen des Städtevergleichs hat sich umgehend die Umweltorganisation «umverkehR» gemeldet. Der Trend zu einem Leben ohne Auto setze sich in den Städten ungebremst fort, schreibt sie in einer Mitteilung. Zudem sei erfreulich, dass der Veloverkehr zugenommen habe. Jedoch gebe es noch weiteres Potenzial für Zweiräder. Angesichts der Fakten sei die Mutlosigkeit der Behörden bei der konsequenten Priorisierung effizienter Verkehrsmittel aber enttäuschend, heisst es weiter. Deshalb sei es Zeit, dass die Regierung in der Verkehrspolitik die Weichen in Richtung ÖV-, Fuss- und Veloverkehr stelle. (pd/ren)

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