STADTRATSWAHL: Naturschützer empfehlen Sonja Lüthi

Nach einem Hearing unterstützt der städtische Naturschutzverein im zweiten Wahlgang vom 26. November die grünliberale Kandidatin. Sie habe überzeugt.

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Die Kabine der Mühleggbahn bei der Talstation in der südlichen Altstadt. Die beliebte Seilbahn verbindet seit 1893 das St. Galler Stadtzentrum mit St. Georgen. (Bild: Urs Bucher (21. Februar 2017))

Die Kabine der Mühleggbahn bei der Talstation in der südlichen Altstadt. Die beliebte Seilbahn verbindet seit 1893 das St. Galler Stadtzentrum mit St. Georgen. (Bild: Urs Bucher (21. Februar 2017))

Dass der Naturschutzverein Stadt St. Gallen und Umgebung (NVS) Kandidierende für die Stadtregierung zum Hearing einlädt ist nicht ungewöhnlich. Für den Naturschutz sei nämlich sehr wichtig, Exekutivmitglieder zu haben, die sich für Natur und Umwelt einsetzten, heisst es in einer Mitteilung. Entscheidend bei einer Wahlempfehlung sei dabei nicht die jeweils neu zu besetzende Direktion, sondern die Glaubwürdigkeit einer Persönlichkeit, dass sie sich also nach einer allfälligen Wahl tatsächlich für die Natur stark mache. Im derzeitigen Stadtrat seien die Naturinteressen «nach wie vor unzureichend vertreten». Die Stadtnatur könne aber nur im Zusammenspiel zwischen politischen Kräften und Fachleuten erhalten werden. Man könne das nicht einfach an lokale, ehrenamtlich tätige Vereine delegieren. Mit der Wahl von Sonja Lüthi in den Stadtrat glaubt der NVS-Vorstand aber, dass diesbezüglich «ein Schritt in die richtige Richtung» getan würde.

Am NVS-Hearing nahm CVP-Kandidat Boris Tschirky und die grünliberale Kandidatin Sonja Lüthi teil. Roland Uhler, so heisst es in der Mitteilung, sei eingeladen gewesen, habe den Termin aber nicht wahrnehmen können. In der Befragung durch den NVS-Vorstand bekräftigte Tschirky gemäss Mitteilung früher gemachte Aussagen, dass er «eher Nein zum Schutz des Grünen Rings vor Überbauung» sa­ge. Überrascht habe er hingegen mit einem «klaren Ja zur Wiedereinführung des Verbandsbeschwerderechts» auf kantonaler Ebene.

Lüthi habe von Anfang an «im Sinne von Natur und Umwelt» geantwortet, schreibt NVS-Präsident Robert Schmid in seiner Mitteilung. Sie habe sachlich und bestimmt argumentiert, ohne den Eindruck von «Fundamentalismus» zu hinterlassen. Sie habe für Familiengärten, für den Erhalt von Parkanlagen und Hecken sowie für «den konsequenten Schutz erhaltenswerter Bäume» votiert. (pd/vre)