Stadtrat stellt HIG zufrieden

GOSSAU. Mit einer Absage an die Tennisclubs verärgerte der Stadtrat auch die Handels- und Industrievereinigung. Der Konflikt beruhte auf Missverständnissen, die nun ausgeräumt sind.

Johannes Wey
Merken
Drucken
Teilen
Keine neue Tennisanlage im Gebiet Mooswies, sondern mehr Wohnungen – dies liess bei der HIG die Alarmglocken schrillen. (Bild: Ralph Ribi)

Keine neue Tennisanlage im Gebiet Mooswies, sondern mehr Wohnungen – dies liess bei der HIG die Alarmglocken schrillen. (Bild: Ralph Ribi)

Missverständnisse waren die Ursache für die Verstimmungen zwischen dem Gossauer Stadtrat und der Handels- und Industrievereinigung Gossau (HIG). Dies geht aus einem Brief des Stadtrats an die HIG hervor, der als Resultat einer Aussprache von vorgestern Donnerstag zustande kam.

Kritik im offenen Brief

Der Stadtrat hatte mit seinem Bericht ans Stadtparlament, in dem er dem Anliegen eines Ausbaus der Tennisinfrastruktur im Gebiet Mooswies eine Absage erteilt, nicht nur die Tennisclubs verärgert. Denn die Tennishallenidee wurde mit dem Verweis auf das «Umstrukturierungs- und Entwicklungspotenzial» des Gebiets Mooswies verworfen. Der Stadtrat strebe in diesem Gebiet eine gemischte Nutzung mit Schwergewicht Wohnen an. Diese Formulierung liess bei der HIG die Alarmglocken schrillen. Sie reagierte mit einem offenen Brief im Tagblatt und der GOZ (Ausgabe vom 19. September): Die HIG verlangte ein «klares Bekenntnis zur Wirtschaft und deren Bedürfnissen». Kritisiert wurde der Umgang mit Industrieland: die «Verzögerungstaktik» im Gebiet Sommerau Nord, der ursprünglich geplante Durchgangsplatz für Fahrende an der Wehrstrasse und die Pläne im Gebiet Mooswies.

«Nicht optimal formuliert»

Nun gibt der Stadtrat in seinem Brief an die HIG Entwarnung. Bei der Aussprache sei offensichtlich geworden, dass die Art der Information Irritationen ausgelöst habe, was nicht beabsichtigt gewesen sei. «Im nachhinein betrachtet war diese Information nicht optimal formuliert», schreibt der Stadtrat.

Noch nichts entschieden

Die Planungs- und Rechtssicherheit für die Betriebe im Gebiet Mooswies – und in ganz Gossau – sei gewährleistet, versichert der Stadtrat. Die heutigen Standorte seien «in keiner Weise» in Frage gestellt. Zudem sei zur Zukunft des Gebiets Mooswies noch nichts entschieden. Die angedachte Fokussierung auf Wohnnutzungen würde erst im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts und der folgenden Überarbeitung des Richtplans geprüft. Und dabei sei auch der Einbezug des Gewerbes sichergestellt, schreibt der Stadtrat: «Sowohl der Gewerbeverein Gossau als auch die Handels- und Industrievereinigung Gossau haben mit je einem Vertreter in der eingesetzten Begleitgruppe Einsitz genommen.»

Stadtrat wünscht Gespräche

HIG-Präsident Roland Egli zeigt sich zufrieden mit dieser Antwort, auch wenn er dem Stadtrat noch nicht ganz traut (siehe «Befragt»). Der Stadtrat scheint indes nicht ganz glücklich mit dem Vorgehen der HIG zu sein, einen offenen Brief in scharfem Ton zu veröffentlichen: «Abschliessend sei der Wunsch angebracht, dass Fragen oder unterschiedliche Auffassungen zwischen der HIG und dem Stadtrat künftig wieder in erster Linie im Rahmen der institutionalisierten Gesprächsrunden zur Sprache gebracht werden», heisst es im Brief des Stadtrats.