STADTPARK: Die Revolution findet nicht im Frauenpavillon statt

Der Organisator des in die Grabenhalle verschobenen Weihern-Festivals plant eine Aktion gegen die «Diktatur der Bünzlis». Der Anlass findet aber nicht im Frauenpavillon statt. Dass der auf Facebook erwähnt wurde, ist einer Eigenheit dieser Plattform geschuldet.

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Der Frauenpavillon im Stadtpark. (Bild: Michel Canonica)

Der Frauenpavillon im Stadtpark. (Bild: Michel Canonica)

Die Anti-Bünzli-Aktion vom 7. Juni, 16 Uhr, findet nicht im Frauenpavillon statt. Da ist sich Andrea Hornstein sicher. Als Mitglied des vierköpfigen Betriebsteams war sie am vergangenen Freitag bei der Lektüre des «Tagblatts» und des Facebook-Eintrags von «Revolution 9000» ziemlich überrascht zu erfahren, dass im Pavillon gegen Bünzlis demonstriert werden solle. «Niemand hat mit uns über die Durchführung einer solchen Veranstaltung geredet», hält Hornstein fest. Eine politische Protestaktion würde ihrer Meinung nach auch nicht dorthin passen: «Wir bieten Kultur von Frauen für Frauen und für alle anderen an.» Der Pavillon eröffne seine Saison erst am 9. Juni. Und für die Dimensionen, mit denen die «Revolution 9000» plane, seien die Räume im Pavillon sowieso viel zu klein, sagt Hornstein. Sie hat mit den Machern der Protestaktion Kontakt aufgenommen, und der Hinweis auf den Frauenpavillon ist aus deren Facebook-Auftritten auch umgehend verschwunden.

Im Stadtpark, nicht im Pavillon

Ursache dafür, dass irrtümlich der Frauenpavillon als Durchführungsort der St. Galler Anti-Bünzli-Revolution aufgetaucht ist, war gemäss Dario Aemisegger, dem Mann hinter der «Revolution 9000», eine Eigenheit von Facebook. Die Internet-Plattform kennt den Stadtpark als Örtlichkeit nicht, sondern nur den Frauenpavillon. Das sei auf die Intervention der Frauen hin sofort korrigiert worden, sagte Aemisegger gestern am Telefon.

Ein Gesuch zur Bewilligung der Aktion im Stadtpark werde nächstens bei den Behörden eingereicht, erklärte Aemisegger weiter. Und auch eine Übersicht dessen, was an der Anti-Bünzli-Revolution geboten werden soll, wird demnächst publiziert.

Auslöser für die Aktion «Revolution 9000» waren Geschehnisse rund ums Weihern-Festival. Nach einzelnen Lärmklagen im Herbst 2016 gab’s für die diesjährige Durchführung neue Auflagen, die den Organisator veranlassten, die Veranstaltung kurzfristig vom Weiher in die Grabenhalle zu verlegen. Mit der «Revolution 9000» soll dagegen protestiert werden, dass «einzelne Bünzlis» mit Lärmklagen und Unterstützung «von Bünzlis in der Verwaltung» ein Festival einfach abschiessen können. (vre)

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