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STADTNATUR: St.Galler Bildweier wird saniert: Mehr Hochzeitsweiher für die Frösche

Der Bildweier liegt mitten im Siedlungsgebiet von Winkeln. Trotzdem ist er ein wichtiger Lebensraum für einheimische Amphibien und Vögel. Und das soll er bleiben: Die Stadt plant jetzt Aufwertungen für die hier lebenden Tiere. Zudem soll der Damm verstärkt werden.
Blick von der Bildweiherstrasse her ins Areal des Naturschutzgebietes. (Bild: Franz Blöchlinger)

Blick von der Bildweiherstrasse her ins Areal des Naturschutzgebietes. (Bild: Franz Blöchlinger)

In den nächsten Jahren soll der Bildweier, der künstlich aufgestaut und ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung ist, saniert werden. Das Vorhaben ist gemäss Mitteilung der Stadt vom Montag zweiteilig: Zum einen sind Aufwertungsmassnahmen zu Gunsten der Amphibien geplant, zum anderen muss die Stabilität des Damms verbessert werden.

Mehr Hochzeitstümpel für die Frösche

Im Amphibienlaichgebiet Bildweier sind Grasfrösche, Erdkröten, Berg- und Fadenmolche anzutreffen. Sie alle benötigen für die Fortpflanzung flache, möglichst fischfreie Tümpel, in denen sich die Kaulquappen und Molchlarven jeweils von Frühjahr bis Sommer entwickeln können. Und genau solche Gewässer fehlen seit längerer Zeit am Bildweier.

Zusammen mit dem Amphibienexperten Jonas Barandun und dem Naturschutzverein hat die Stadt jetzt Aufwertungsmassnahmen erarbeitet, die dieses Manko beseitigen sollen. Vorgesehen ist, neue Laichtümpel südlich des Bildweiers und nahe der Bushaltestelle Mövenstrasse auszubaggern. Das Aushubmaterial wird am Rand des Gebiets zwischengelagert und dann in trockenem Zustand abtransportiert. Die Ortsbürgergemeinde unterstützt diese Unterhaltsarbeiten mit Geldern aus dem Straubenzeller Fonds.

Damm muss verstärkt werden

Im Rahmen eines zweiten, längerfristig angelegten Vorhabens will die Stadt die Stabilität des Damms und damit die Hochwassersicherheit am Bildweier verbessern. Untersuchungen des Tiefbauamtes haben nämlich gemäss Mitteilung vom Montag Defizite in diesen Bereichen ergeben. Noch in diesem Frühling soll dafür eine Detailprojektierung gestartet werden.

Ein von Schilf und Bäumen gesäumter Seitenarm des Bildweiers. (Bild: Reto Voneschen)

Ein von Schilf und Bäumen gesäumter Seitenarm des Bildweiers. (Bild: Reto Voneschen)

Neben der Stabilisierung des Dammes werden in seinem Rahmen diverse alte Auslaufbauwerke durch ein möglichst naturnahes Auslaufgerinne ersetzt. Zudem soll die Artenvielfalt auf dem Damm durch gezielte Anpflanzungen und Ansaaten erhöht werden. Mit der Umsetzung dieser Massnahmen kann frühestens im Winter 2019/20 gestartet werden.

Weiher wird nicht ausgebaggert

Kein Thema ist bei den bevorstehenden Arbeiten am Bildweier dessen Ausbaggern. Untersuchungen des Tiefbauamtes haben nämlich ergeben, dass sich die Wasserfläche des Weihers in den vergangenen 150 Jahren nur geringfügig verändert hat. Daher könne darauf verzichtet werden, Schlamm vom Weihergrund abzutragen und abzutransportieren, heisst es in der Mitteilung der Stadt. Verlandungstendenzen wollen die Fachleute aber weiterhin scharf im Auge behalten.

Letzter Rest eines Flachmoors

Der Bildweier liegt im Westen der Stadt St.Gallen, im Siedlungsgebiet von Winkeln. Südlich wird seine immer noch relativ grosse Flächte begrenzt durch die Bildweiherstrasse, im Westen durch die Autobahnausfahrt und die Appenzeller Strasse Richtung Herisau, im Norden durch die Zürcher Strasse. Die Naturoase inmitten des überbauten und vom Verkehr umtosten Gebietes ist der letzte Rest des Flachmoors, das einst das ganze Gebiet zwischen Winkeln und Gossau einnahm. Der Weiher ist zudem ein wichtiges Laichgewässer für die Amphibien, denen freiwillige Helferinnen und Helfer des Naturschutzvereins hier jeden Frühling über die Strasse helfen müssen. Das Gebiet wurde letztmals zwischen 1976 und 1985 in mehreren Schritten saniert und aufgewertet. Seit 1983 steht der Bildweiher unter Schutz. (vre)

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