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STADTNATUR: Das wilde St. Gallen beobachten

Als Lebensraum sind die Städte für viele Wildtiere heute ebenso wichtig wie ländliche Gebiete. Das Projekt «Stadtwildtiere» will jetzt ein Netz von Beobachterinnen und Beobachtern der Stadtnatur aufbauen.
Reto Voneschen
Wildtiere, die in der Stadt St. Gallen vorkommen und 2016 mit den Fotofallen der Aktion «Stadtwildtiere» nachgewiesen wurden: Rehe, Fuchs und Dachs. (Bilder: PD/Stadtwildtiere)

Wildtiere, die in der Stadt St. Gallen vorkommen und 2016 mit den Fotofallen der Aktion «Stadtwildtiere» nachgewiesen wurden: Rehe, Fuchs und Dachs. (Bilder: PD/Stadtwildtiere)

Reto Voneschen

reto.voneschen

@tagblatt.ch

Seit 2015 führt «Stadtwildtiere» im Internet eine Datenbank, in der auch St. Gallerinnen und St. Galler ihre Wildtierbeobachtungen eintragen können. Im ersten Jahre waren es 161 Einträge, bis heute sind dort 1060 Beobachtungen erfasst. Die Bandbreite der im Siedlungsraum angetroffenen Tiere ist gross: Nicht nur Fuchs, Dachs und Igel sagen sich in Stadtsanktgaller Quartieren gute Nacht, auch Sichtungen etwa von Gemsen, Rehen, Mardern und Eichhörnchen oder Amphibien, Vögeln und Insekten wurden schon in die Stadtwildtiere-Datenbank eingetragen.

Seit 2016 grassiert der Fotofallen-Virus

2016 wurden die St. Galler Stadtwildtiere dann fotografiert: Die Aktion liess quer durch die Stadt in Gärten und auf Grünflächen Fotofallen aufstellen. Die so gewonnenen Bilder bestätigen den ersten Eindruck aus der Datenbankaktion: Viele St. Gallerinnen und St. Galler haben wilde Nachbarn, die zu nächtlicher Stunde unterwegs sind, und ein von vielen Städterinnen und Städtern unbemerktes Leben führen.

Und einzelne dieser St. Gallerinnen und St. Galler haben sich sogar durch Stadtwildtiere vom Fotofallen-Virus anstecken lassen: Sie haben sich eine eigene Fotofalle gekauft und sind jetzt mit dem Gerät aktiv. Resultate ihrer «Streifzüge» sind immer wieder im Internet auftauchende neue und spektakuläre Fotos der wilden Nachbarn.

Selber zu Gunsten der Stadtnatur aktiv werden

Im Jahr 2017 spürte «Stadtwildtiere» einem Phänomen nach, das auch aus anderen Städten bekannt ist: Die Zahl der Igel hat im vergangenen Jahrzehnt abgenommen. Für St. Gallen kam die Aktion mit Hilfe von Spurtunnels und einer Hochrechnung auf eine Population zwischen 220 und 440 der Stacheltiere. Für sie und für andere Stadtsanktgaller Wildtiere sind für diesen Herbst Massnahmen zur Verbesserung der Lebensräume in Vorbereitung. Dazu wird beispielsweise der Bau von Laub- und Asthaufen als Verstecke und Winterquartierte zählen.

Für Leute, die schon vorher für die Stadtsanktgaller Natur aktiv werden wollen, ist die Kam­pagne 2018 von «Stadtwildtiere» gedacht. Dabei sollen die Infos aus früheren Kampagnen in möglichst vielen Quartieren der Stadt systematisch vertieft werden. Die Aktion sucht dafür Personen, die die Natur in ihrer Nachbarschaft im Auge behalten wollen. Die sogenannten Stadtnatur-Beobachterinnen und Stadtnatur-Beobachter observieren regelmässig einen halben Quadratkilometer Stadtfläche, den sie oder er gut kennt und in dem sie oder er sich regelmässig aufhält.

In ihrem Gebiet sammeln diese Personen möglichst viele Beobachtungen von Wildtieren und tragen diese in die Datenbank im Internet ein. Zu den Informationen kommen die Beobachterinnen und Beobachter auf Spaziergängen, bei denen sie sich regelmässig irgendwo hinsetzen und einen spannenden Bereich beispielsweise auf einer Grünfläche beobachten. Oder sie suchen mit Bewohnerinnen und Bewohnern ihres Gebietes das Gespräch. Sie tragen dann deren Beobachtungen im Internet ein oder motivieren sie auch, dies selber zu tun.

Wildtiere erkennen und ihre Spuren lesen lernen

Für die Stadtnatur-Beobachter werden jedes Jahr Weiterbildungskurse organisiert. Darin werden etwa Methoden zur Bestimmung von Wildtieren und Tierspuren vermittelt. In St. Gallen starten solche Kurse im laufenden Jahr. Stadtnatur-Beobachter haben zudem die Möglichkeit, bei Projekten zur Förderung der Biodiversität aktiv zu werden.

Wer sich als Beobachterin oder Beobachter der Stadtnatur zur Verfügung stellen will, kann sich per E-Mail unter stgallen@stadtwildtiere.ch bei Andrea Munz von der St. Galler Stadtplanung anmelden. Eine Informationsveranstaltung für angehende Beobachterinnen und Beobachter ist zudem bereits für den 14. Mai geplant.

www.stadtwildtiere.ch Unter «News und Infos», Stichwort «Stadtnatur-Beobachter».

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