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STADTENTWICKLUNG: Teure Planung für neues St. Fiden

Der Stadtrat will für 1,5 Millionen Franken einen neuen Stadtteil beim Bahnhof St.Fiden planen. Dieser Betrag sei gerechtfertigt, sagt der Leiter des Stadtplanungsamts. Denn es gehe um die Entwicklung eines ganzen Stadtteils.
David Gadze
In den kommenden drei Jahren soll ein Zukunftsbild für das ganze Gebiet St. Fiden–Heiligkreuz entstehen. Die Planung kostet 1,5 Millionen Franken. (Bild: Urs Bucher und Benjamin Manser)

In den kommenden drei Jahren soll ein Zukunftsbild für das ganze Gebiet St. Fiden–Heiligkreuz entstehen. Die Planung kostet 1,5 Millionen Franken. (Bild: Urs Bucher und Benjamin Manser)

Die Vision eines neuen Stadtteils in St.Fiden nimmt Form an. In den kommenden drei Jahren soll ein Zukunftsbild für das Gebiet St.Fiden-Heiligkreuz entstehen. Es umfasst nicht nur das Kerngebiet rund um den Bahnhof, sondern erstreckt sich von der Langgasse bis zur Rorschacher Strasse und bezieht auch das Kantonsspital und die Olma-Messen ein (Tagblatt vom Dienstag). Doch bereits der erste Schritt zu einer späteren Überbauung des Areals wird teuer. Die Planungskosten betragen knapp 1,5 Millionen Franken.

Nutzungen, Freiräume, Verkehr

Der Stadtrat schlüsselt in der Vorlage diesen Betrag auf. Die Gesamtkosten verteilen sich auf zehn Punkte. Zwei Drittel, also rund eine Million Franken, entfallen allerdings alleine auf drei dieser zehn Posten. Die Erarbeitung eines Zukunftsbilds für das Gebiet St.Fiden-Heiligkreuz ist mit 300 000 Franken veranschlagt. Dieses Zukunftsbild soll unter anderem Fragen nach möglichen und erwünschten (beziehungsweise nicht erwünschten) Nutzungen, öffentlichen Räumen und Freiräumen sowie zu Verkehrserschliessungen und Verbindungen der beiden Stadtteile nördlich und südlich des Bahnhofs beantworten. Der Stadtrat bezeichnet das Zukunftsbild in der Vorlage entsprechend als «Masterplan mit grosser Flughöhe».

Teure städtebauliche Ideen

Der mit 450 000 Franken grösste Posten ist der städtebauliche Wettbewerb für das Kerngebiet. Geplant ist, dass sich acht bis zehn Teams daran beteiligen und städtebauliche Gesamtlösungen erarbeiten, die auf dem Zukunftsbild basieren. Dabei soll auch aufgezeigt werden, wo und wie sich ein allfälliger Neubau des Migros-Einkaufszentrums auf der anderen Seite der Bachstrasse optimal plazieren lassen würde.

Fast eine Viertelmillion kostet das Verfahrensmanagement, mit dem die Stadt ein externes Büro beauftragen will. Dieses soll auch den städtebaulichen Wettbewerb organisieren und moderieren, diese Kosten sind darin bereits eingeschlossen. Das Vorprojekt für die Gewässerführung und die Offenlegung des Tanneichen- und Gerhaldenbachs würde 120 000 Franken kosten.

Nicht nur Baulücken füllen

Die Gesamtkosten von rund 1,5 Millionen würden durch den Umfang der Planung relativiert, sagt Florian Kessler, Leiter des Stadtplanungsamts. «Innenentwicklungsprojekte in bebauten Gebieten sind immer komplexer und aufwendiger als das Bauen auf der grünen Wiese.»

Die 300 000 Franken für das Zukunftsbild seien im konkreten Fall gerechtfertigt, sagt Kessler. Zum einen würden strategische Fragen für die Entwicklung eines ganzen Stadtteils geklärt, zum anderen Lösungen für das rund 4,4 Hektaren grosse Kerngebiet – das entspricht einer Fläche von sechs Fussballfeldern – erarbeitet. Ausserdem werde der ganze Prozess durch ein Forum mit verschiedenen Interessenvertretern begleitet. «Ein Studienauftrag mit einigen wenigen Teams wäre zwar billiger, das Resultat hätte aber nicht denselben Wert – und dieses Gebiet verdient das», sagt Kessler.

Auch wenn es sich um viel Geld handle, sei es aus fachlicher Sicht richtig, in die Entwicklung eines Stadtteils zu investieren. Denn durch die Erarbeitung dieses Zukunftsbilds für das ganze Gebiet St.Fiden-Heiligkreuz erhofft sich die Stadt einen Impuls, der über das Areal des Bahnhofs hinausgeht. «Letztlich ist es eine Frage des Ziels, das man verfolgt. Wir wollen nicht bloss Baufelder bebauen, sondern die Zukunft eines ganzen Stadtteils planen. Und es ist auch eine öffentliche Aufgabe, Fragen der Siedlungsentwicklung zu klären.»

Externe Hilfe unumgänglich

Das externe Verfahrensmanagement sei bei einem Projekt dieser Grösse unumgänglich, sagt Stadtplaner Florian Kessler. «Das Stadtplanungsamt ist personell nicht so aufgestellt, dass es diese Leistung selbst erbringen könnte.» Eine temporäre, projektbezogene Aufstockung des Stadtplanungsamts sei nicht zweckmässig. Vielmehr mache es Sinn, ein qualifiziertes Büro mit der Begleitung des ganzen Verfahrens zu beauftragen.

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