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Stadtentwicklung ist Hirnarbeit

«Ein Monument oder einfach Alteisen?», Ausgabe vom 8. Januar
Susanne Hoare-Widmer

Wer sagt denn, dass das Planen auf der grünen Wiese Traum jedes Stadtentwicklers sei? Ich meine, da liegt Redaktor Roger Berhalter möglicherweise falsch. Vielleicht sind das Träume fantasieloser Investoren. Gefragt sind in unse­rer Zeit Ideen, die Alt und Neu verbinden, die Freiräume in der Dichte schaffen – und das ist anspruchsvolle Hirnarbeit für Stadtplaner sowie Architekten.

Man schaue nach Winterthur: Das Saurer-Areal sollte dem Erdboden gleichgemacht werden als Spielwiese für Investoren und Planer. Der Heimatschutz forderte erfolgreich (und mit gewissen Druckmitteln) zum Gespräch auf. Und nun ist das Saurer-Areal mit seinen umgenutzten Industriebauten, Freiräumen und Neubauten für Wohnen, Gewerbe und Kreative eines der lebendigen Innenstadtquartiere.

Vor etwa 30 Jahren sollte die Lokremise dem Erdboden gleichgemacht werden. Obwohl eine der letzten grossen Rundremisen in Europa, wehrten sich die SBB vehement dagegen, die Schutzwürdigkeit auch nur in Betracht zu ziehen. Für sie war das ein tolles Gelände für eine riesige Postverteilmaschine, langweilig bis zum Gehtnichtmehr. Nun, dank der Hartnäckigkeit des Heimatschutzes, dank verschiedener Glückfälle und Zwischenschritte und mit dem Segen (und Geld) des Stimmvolks steht die Lokremise noch, ist gar ein «kultureller Leuchturm» für St. Gallen.

New York: Aus einer ehemaligen Hochbahntrasse aus den 1930er-Jahren ist ein grüner Erholungsstreifen, ein Park geworden. Fast zu attraktiv, zieht er Besucher in Scharen an. Auch in Paris wurde in den 1980er-Jahren eine aufgelassene Eisenbahntrasse zum Grünzug, zur grünen Promenade.

Damit ist an all diesen Orten nicht nur Gutes für die heutige Zeit entstanden, sondern auch die Erinnerung an das, was einmal war, und die Schritte der Entwicklung bleiben nachvollziehbar für jene, die es genauer wissen wollen. So sollte es auch dem Ruckhalderank ergehen. Über die Ausgestaltung kann man diskutieren (Stichwort: Hirnarbeit). Ich finde es toll, dass der Heimatschutz uns auf dieses Thema aufmerksam gemacht hat.

Susanne Hoare-Widmer

Boppartshofweg 10, 9014 St. Gallen

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