STADT WEIST WEG: St.Gallen weist häufiger weg

ST.GALLEN. Drogenkonsumenten, Dealern und Bettlern weht ein rauerer Wind entgegen. Das belegt die Zahl der Wegweisungen: Sie verdoppelte sich letztes Jahr auf 431. Zur Zunahme tragen auch gewaltbereite Fussball-Fans bei.

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Mehr als die Hälfte der Wegweisungen richteten sich gegen Drogenkonsumenten und Dealer, wie die Stadtpolizei in einem Communiqué vom Donnerstag schreibt. Die meisten Delinquenten sind den Beamten in der Umgebung Bohl oder im Kantipark aufgefallen.

Auch Fussballfans weggewiesen
Obwohl das Betteln in St.Gallen nicht explizit verboten sei, weise die Polizei Bettler weg, die sich aggressiv verhalten, sagte Petra Ludewig von der St.Galler Stadtpolizei. Reklamationen über Bettler, die Passanten beschimpften oder bedrohten, gehen laut Ludewig vermehrt ein.

Insgesamt sprach die Stadtpolizei letztes Jahr 62 Wegweisungen wegen Bettelns oder Tätlichkeiten aus. Ein weiterer Grund für die Zunahme der Wegweisungen sei auch das konsequente Vorgehen gegen gewaltbereite Fussballfans. Anlässlich von Fussballspielen kam es zu 64 Wegweisungen.

Auch gegen Einzelne
Dass die Zahl der Wegweisungen stark angestiegen sei, habe auch rechtliche Gründe. Seit Anfang 2009 sei nicht mehr das städtische
Polizeireglement, sondern das kantonale Polizeigesetz massgebend. Damit könnten Wegweisungen nicht mehr nur gegen Personen in
Ansammlungen, sondern auch gegen Einzelpersonen ausgesprochen werden.

Eine Wegweisung bedeutet, dass sich die Person während höchstens 24 Stunden nicht mehr auf einem Platz, in einem Park oder Quartier
aufhalten darf. Personen, gegen die eine Fernhaltung ausgesprochen wird, müssen den verbotenen Raum - von der Polizei Perimeter genannt - während längstens einem Monat meiden. (sda/red)

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