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STADT ST.GALLEN: Mehr Drogen konsumiert

Die Stadt St.Gallen ist die Drogenhochburg des Kantons. Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren haben am häufigsten gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen.
Christoph Renn
Pro 1000 Einwohner haben in der Stadt 26,3 Personen gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen. (Bild: Urs Bucher)

Pro 1000 Einwohner haben in der Stadt 26,3 Personen gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen. (Bild: Urs Bucher)

Die Zahlen der Kriminalstatistik 2016 der Kantonspolizei sprechen ein klare Sprache: In St. Gallen werden am meisten Drogen konsumiert und auch der Handel floriert hier am stärksten. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl von Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz um 306 auf 1984 Straftaten zugenommen. Das entspricht einer Steigerung um 18 Prozent. Somit kommen auf 1000 Einwohner der Stadt 26,3 Verstösse. In der Region Bodensee-Rheintal sind es zwar auch 1251 Fälle, jedoch nur 9,8 Verstösse pro 1000 Einwohner. Zudem zeigt die Statistik, dass seit 2011 die Straftaten stetig steigen. Damals waren es noch 1157. Die Zahlen bedeuten jedoch nicht, dass Städter mehr Drogen konsumieren als die Landbevölkerung. «Bei diesen Verstössen handelt es sich um Kontrolldelikte», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Sprich: «Je mehr Kontrollen die Polizei durchführt, desto mehr Delikte werden aufgedeckt.» Und noch ein Faktor entlastet die Städter. Die Verstösse tauchen in der Statistik dort auf, wo sie festgestellt wurden. Also auch ein betäubter Toggenburger, der in der Stadt in eine Kontrolle gerät, wird hier verzeichnet. Trotzdem bleibe die Stadt ein Zentrum für Konsumenten von Betäubungsmittel: «Das hängt auch mit dem unterschiedlichen Ausgehverhalten in der Stadt und auf dem Land zusammen», sagt Krüsi.

Häufiger Konsum von Hanfprodukten

Die meisten Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz haben im ganzen Kanton Jugendliche im Alter zwischen 15 und 19 Jahren begangen. Insgesamt waren es 488 Personen, 403 davon männlich und 85 weiblich. «In diesen Fällen handelt es sich meist um den illegalen Besitz von Marihuana», sagt Krüsi. Dass die Delinquenten immer jünger werden, könne er jedoch nicht beobachten. «Diese Altersgruppe war schon immer stark betroffen.» Bei den Altersgruppe zwischen 20 bis 24 Jahren waren es 2016 436 Fälle. Bei knapp der Hälfte aller Fälle von Konsum illegaler Betäubungsmittel handelt es sich um Hanfprodukte, danach folgen Opiate und Stimulantien. Den Anstieg der Verstösse um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erklärt Hanspeter Krüsi auch mit der Aktion Ameise, bei der Polizisten in ziviler Kleidung Scheinkäufe tätigen. «Dabei geht es vor allem darum, den Handel von Heroin und Kokain einzudämmen.» Am häufigsten tappen dabei Nigerianer in die Falle der Polizei. Es gebe aber auch Schweizer, die in diesem Geschäft Geld verdienen möchten. «Die Drähte ziehen im Hintergrund jedoch oft Ausländer. Die Kantonspolizei führt die Scheinkäufe zwar im ganzen Kanton durch, jedoch häufiger dort, wo es auch einen Markt für die Betäubungsmittel gibt.» Und diese Zentren seien nun mal am Bahnhof oder am Marktplatz in St. Gallen. «Es nützt uns nichts, wenn wir in Hemmberg kontrollieren, wo es keinen Markt gibt.»

Straftaten haben um 8 Prozent abgenommen

Obwohl die Zahl von Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetzt gestiegen ist, zeigt die Kriminalstatistik auch, dass Straftaten in der Stadt um 8 Prozent abgenommen haben. Dies sei jedoch wenig überraschend, sagt Krüsi. «Dies entsprich in etwa dem Schweizer Durchschnitt.» Diesen Rückgang führt er auf verstärkte Prävention und höhere Polizeipräsenz zurück.

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