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STADT ST.GALLEN: Eine Gnadenfrist fürs Klubhaus

Die Stadt will das Spanische Klubhaus in diesem Jahr minimal sanieren. Damit soll der Betrieb des legendären Treffpunkts hinter dem Bahnhof weitere 15 Jahre gesichert werden. Was danach geschieht ist offen.
Reto Voneschen

Hinter dem St. Galler Hauptbahnhof ist immer noch viel in Bewegung. Ideen für die Aufwertung und Belebung des Areals Bahnhof-Nord wurden im Rahmen eines Partizipationsverfahrens 2016 entwickelt. Sie umzusetzen dauert aber einige Zeit: Was im Gebiet genau geschieht dürfte sich in den nächsten 15 Jahren entscheiden.

Zeit ist aber genau das, was eine stadtbekannte Einrichtung im Gebiet hinter dem Bahnhof nicht mehr hat: Das Spanische Klubhaus ist marode. Das Haus, an dem seit dem Zweiten Weltkrieg baulich kaum etwas verändert wurde, zerfällt richtiggehend. Und Teil der Einrichtung, die für den Betrieb eines Restaurants notwendig sind, müssen dringend erneuert werden. Das betrifft vor allem die Küche.



Ein Treffpunkt mit grosser Integrationswirkung

Die Stadt möchte das Haus nicht einfach schliessen und abbrechen, solange nicht klar ist, was im Entwicklungsgebiet Bahnhof-Nord überhaupt geschieht. Dies mit Rücksicht darauf, dass der «Hogar Español» für breite Kreise ein beliebter Treffpunkt ist. Im Spanierklub, der 1981 als Zwischennutzung hinter dem Bahnhof eingezogen ist, verkehrten nämlich nicht nur Spanierinnen und Spanier, hier seien alle möglichen Leute anzutreffen, sagte Stadträtin Maria Pappa am Donnerstag bei der Vorstellung der Sanierungspläne. Es handle sich, wenn man so wolle, um eine der erfolgreichsten Integrationseinrichtungen in St. Gallen. Aufgrund seiner Bedeutung sehen alle Büros, die an der Testplanung Bahnhof-Nord beteiligt waren, in ihren Konzepten die Weiterführung des Klubhauses vor.


Zeit für die Planer, Gnadenfrist fürs Restaurant

Der Stadtrat will dem Stadtparlament aus diesen Gründen eine Sanierungsvorlage unterbreiten. Das Klubhaus soll mit einer minimalen Massnahmen für die nächsten 15 Jahre fit gemacht werden. Bis dann sollte klar sein, wie es im Gebiet baulich weitergehen soll. Und dann sollen auch die Würfel bezüglich der Zukunft des Klubhauses definitiv fallen: Vom Abbruch bis zur Gesamtsanierung ist alles denkbar.

Insgesamt will die Stadt jetzt 1,825 Millionen Franken investieren. Das Geld fliesst vor allem ins Untergeschoss und damit in den Küchenbereich des Hauses. Ziel ist, die Gebäudehülle und die Statik für 15 Jahre zu sichern. Zweites Ziel ist eine Ausstattung des Hauses, damit während mindestens 15 Jahren eine Betriebsbewilligung als Restaurant erteilt werden kann. Der «Hogar Español» soll dabei der «Hogar Español» bleiben, betonte am Donnerstag Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner. Es werde keine baulichen Veränderungen aus ästhetischen Gründen geben.
Spanierverein will weiter im Klubhaus wirten.

Der Verein, der den Betrieb des Spanischen Klubhauses heute auf vorwiegend ehrenamtlicher Basis besorgt, ist erfreut über die Pläne der Stadt. Und er will sich gemäss Präsident Alberto Gomez finanziell wie mit Attraktivitätssteigerungen engagieren. Zum einen wird die Miete höher: Heute liefert der Verein der Stadt knapp 53000 Franken im Jahr ab. Dieser Betrag wird sich nach der Sanierung auf über 112000 Franken mehr als verdoppeln. Die Miete steigt auf knapp 89000 Franken pro Jahr. Dazu kommen jährlich über 23000 Franken, mit denen sich der Verein an den baulichen Massnahmen beteiligt.

Für dieses Engagement stehen dem Verein zum einen Mittel aus der aufgelösten Genossenschaft zur Verfügung, der das Haus zwischenzeitlich gehört hatte. Sie hatte verkauft, weil sie nicht in der Lage gewesen war, für eine Gesamtsanierung rund fünf Millionen Franken aufzutreiben. Zum anderen will der «Hogar Español» aber auch attraktiver werden und vermehrt ein jüngeres Publikum ansprechen, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. In Diskussion sind dafür gemäss Vereinspräsident Gomez verschiedene Ideen. Sie reichen von einer Ausdehnung der Betriebszeiten über die Reaktivierung des Kulturprogramms bis hin zur Wiedereröffnung einer der Kegelbahnen.


Sanierung bis Ende dieses Jahres

Mit der Klubhaus-Minimalsanierung will die Stadt vorwärts machen. Das Stadtparlament soll die Vorlage für den dafür nötigen Kredit bereits demnächst zugestellt erhalten. Seine Zustimmung vorausgesetzt sollen die Bauarbeiten im Klubhaus im zweiten Quartal dieses Jahres starten. Während der Bauzeit von sechs bis sieben Monaten bleibt das Restaurant geschlossen. Wiedereröffnung soll dann Ende dieses Jahres gefeiert werden.

Wird auch die nächsten 15 Jahre noch bestehen: Das "Spanische Klubhaus". (Bild: pd)

Wird auch die nächsten 15 Jahre noch bestehen: Das "Spanische Klubhaus". (Bild: pd)

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