Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Stadt stellt ihre Glocken nachts ab

Die IG Stiller fordert das nächtliche Schweigen der Innenstadt-Glocken. Die Stadt hat Musikgehör für die Klagen: Sie stellt die Glocken an Spiser- und Multertor sowie am Waaghaus ab.
Daniel Klingenberg

Die IG Stiller möchte mehr nächtliche Ruhe. In St. Gallen hat sie einen Teilerfolg erzielt. Die Stadt stellt den nächtlichen Stundenschlag der drei Glocken beim Spisertor, dem Globus beim Multertor und dem Waaghaus von 19 bis 7 Uhr ab. Dies bestätigte Harry Künzle, Leiter des Amtes für Umwelt und Energie, auf Anfrage. Man habe das als Reaktion auf bei der Stadt eingegangene Lärmklagen entschieden (Ausgabe vom 6. März).

Als Begründung für den Entscheid gibt Künzle an, «die Stundenschläge hätten ihre Funktion als Zeitangabe heute weitgehend verloren».

Runder Tisch mit Kirchen

Die schweizweit aktive IG Stiller rund um den Teufener Samuel Büchi ist in der Stadt St. Gallen schon längere Zeit aktiv. Sie warb mit Flyern für ihre Anliegen und forderte eine «städtische Läuteordnung». In den drei von Privatpersonen eingereichten Klagen wird laut Mitteilung nicht nur das nächtliche Schweigen der städtischen Glocken, sondern auch dasjenige von Kathedrale, der Kirchen St.

Laurenzen, Heiligkreuz und Winkeln gefordert.

Dies allerdings liegt nicht in der Kompetenz des Amtes für Umwelt und Energie. Die Kirchgemeinden legen fest, wann die Glocken ihrer Kirchen läuten. Harry Künzle will daher die Klagen gegen den kirchlichen Glockenschlag zusammen mit den Kirchgemeinden angehen. «Wir planen einen Runden Tisch zur Koordination», sagt Künzle. Es sei nicht das erste Mal, dass Klagen über nächtlichen Glockenschlag laut würden. Die Problematik habe in den letzten Jahren zugenommen, man wolle diese nun «in breiter Form» angehen.

Künzle hofft auf eine «einvernehmliche Lösung».

Festschreibung in Reglement?

Finden sich die Parteien nicht und werden die Lärmklagen abgewiesen, stehen den IG-Stiller-Leuten zwei Wege offen. Sie können einerseits eine Beschwerde den rechtlichen Instanzenweg bis zum Bundesgericht weiterziehen. Diese könnte beispielsweise zum Inhalt haben, dass Innenstadtbewohner sich des nächtlichen Schlafs beraubt fühlen.

An verschiedenen Orten der Schweiz wurden solche Beschwerden bereits eingereicht und die Lausanner Richter haben in zwei Fällen darüber entschieden. Beide Male wurde das Glockenläuten geschützt. Als zweite Möglichkeit stünde die Festschreibung eines Läuteverbots zu bestimmten Zeiten im Immissionsschutzreglement offen. Dieses wurde 2004 vom Stadtparlament erlassen.

Denkbar wäre, dass das Reglement beim Schutz vor Lärmimmissionen um einen Artikel «Kirchenglocken» ergänzt würde. Ein entsprechender Entscheid wäre Sache des Stadtparlaments.

Bereits 2007 hatte sich ein heute bei der IG Stiller aktiver Anwohner der Kathedrale über deren nächtlichen Glockenschlag beschwert. Damals hiess es von der Katholischen Administration, das Schweigen der Kathedrale sei technisch schwer zu realisieren.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.